Verzockt

23. November 2011 | 708 mal gelesen

Was sind die Pflichten eines Bürgermeisters?

Sich um das Wohl seiner Stadt und deren Bürger zu kümmern.

Umso erstaunlicher, dass in manch einer Kommune im wahrsten Sinne des Wortes mit Steuergeldern gezockt wird.

Ein solcher Fall ist jetzt wieder bekannt geworden für die sächsische Stadt Riesa (DIE WELT vom 9. November 2011). Dort hat – nach Angaben der Zeitung – der Bürgermeister selbst für den städtischen Haushalt komplexe Zinsderivate eingesetzt, die numehr als hohe Verbindlichkeit verbucht sind.

Es mag jedem selbst überlassen sein, mit dem eigenen Geld zu zocken. Dass dies aber Kommunen mit Steuergeldern machen, mutet schon verwerflich an – egal, ob man es nun Veruntreuung oder Amtsmissbrauch nennt. Denn gerade der Umgang mit Steuergeldern sollte immer mit einem Höchstmaß an Sorgfalt und Vorsicht erfolgen – genauso wie die Anlage von Geld durch Berater für in Finanzfragen weitgehend unbedarfte Kunden.


Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Andreas Röhr, 23. November 2011 um 10:09 Uhr

    Guten Tag,

    passend zum Thema habe ich gestern im ZDF “Frontal21” einen Beitrag gesehen. – Banken ruinieren Komunen –

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/1500070

    Bei diesem Beitrag ging es um mehrere Komunen welche in finanziellen Schwierigkeiten steckten. Da kamen die Landesbanken (Sparkassenverbund)
    auf den Plan. Diese haben den Komunen emfohlen in “neue” Anlageformen zu investieren (um am Ende mit dem Erlös die Schulden zu reduzieren) welche KEINE Risiken haben und mit Zockerei auch garantiert nichts zu tun haben.
    Mehrere dieser Fälle sind nun vor Gericht und die Anwälte sagen, das ein Kämmerer diese hoch spekulativen Finanzprodukte nicht durchschauen kann !
    Außerdem vertrauten die Bürgermeister den Banken weil es ja die “Landesbanken” waren !

    Natürlich bekommt am Ende die Komune und der Bürgermeister die Schelte
    von der Bevölkerung weil die Banken sich wieder damit herausreden das der “Kunde” doch über alle Risiken informiert wurden.

    Dabei wissen die Landesbanken nur zu gut das eine Komune per Gesetz am Zocken und Glücksspiel nicht teilnehmen darf. Trotzdem haben die Banker diese Produkte den Komunen zur Anlage vorgeschlagen.

    Gier kennt eben keine Grenzen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Röhr

  2. Joachim Trapp, 23. November 2011 um 14:38 Uhr

    Manche Sachen kann man sich einfach sparen, Zinsderivate z.B. gehören zu diesen Dingen.

    Wer gewinnt denn beim zocken, der wo zockt oder der wo zum zocken lockt…….!?!?

    Und somit sei auch schon die Frage beantwortet warum so gut wie alle Banken hochriskante Produkte Ihren Kunden mitanbieten.

    Viele Grüße
    Joachim Trapp

  3. Anastasia, 24. November 2011 um 12:54 Uhr

    @Joachim Trapp

    Verbriefte Geschäfte abzuwickeln verteilt lediglich das Risiko, ist also vom Prinzip her nicht schlecht. Risikoreiche Papiere werfen entsprechende Renditen ab, alles gut, solange man auch das Risiko kennt. Sobald das Risiko nicht bekannt ist, kann dieses System nicht funktionieren. Wer trägt die Schuld? Wer trug die Schuld an der Finanzkrise 2009?

    Sind es die Käufer die das Risiko nicht kennen? Nein. Die Bänker die verbriefte Papiere verkaufen? Nein. Sind es die Banken? Vielleicht. Sind es die Ratingagenturen, die entsprechende Bewertungen vergeben? Vielleicht. Ist es sogar der Staat? Wer kennt das Risiko, dass ist die Frage und das prinzipielle Handeln mit Papieren zu verurteilen ist falsch.