70 Prozent “Pseudomakler” im Markt?

20. November 2011 | 977 mal gelesen

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 10. November 2011 über das Negativimage von Beratern in der Finanzbranche.

Zu Wort kommt im Beitrag auch der Geschäftsführer des Maklerverbandes VDVM, Hans-Georg Jenssen:

“Geschätzte 70 Prozent der Makler haben nur eine einzige Courtagevereinbarung. Makler zu sein, klingt besser als Vertreter. Aber diese 70 Prozent decken nicht die Breite des Marktes ab.”

Er muss es wissen.

Und wenn der Geschäftsführer des Verbandes so etwas in einer namhaften Tageszeitung einräumt, macht dies den Anschein, als hätte der Berufsstand selbst großes Interesse an einer Konsolidierung im Maklermarkt – damit wirklich drin ist, was draufsteht. Denn es ist nicht im Interesse des Kunden, wenn sich ein Vermittler als unabhängig darstellt, dies aber in der Beratung nicht ansatzweise einlöst.


Kommentare für diesen Artikel (9)

  1. Michael, 22. November 2011 um 08:49 Uhr

    Ist das beschrieben nicht auch die gelebte Praxis vieler DVAGler? Unzählige Male habe ich es schon bei Kunden gehört, die vormals von einem DVAG-Handelsvertreter beraten wurden: ” Der hat mir auch gesagt, dass er das bestmögliche für mich heraussucht und vergleicht. Aber zufällig wars dann auf einmal immer die Aachen Münchener.” Und will die DVAG mit dem Wort “eigenständig” nicht auch ein neutrale, unabhängige Beratungsweise bei den Kunden suggerieren und hat auch nur eine Provisionsvereinbarung? Ich finde sie begeben sich, sehr geehrter Herr Dr. Lach, mit diesem Beitrag auf sehr dünnes Eis. Auch wenn ich mir sicher bin, dass diese beschrieben Praxis sicherlich nicht von der DVAG gelehrt wird, so ist sie aber doch weit verbreitet. Denn das wissen auch ihre Handelsvertreter, dass es die optimale Form der Beratung wäre, unabhängig von einzelnen Produktgebern, mit einer guten Ausbildung im Hintergrund, den Kunden in seinem Sinne zu beraten, ohne irgendwelche Provisionsgedanken im Hinterkopf. Ich weiß natürlich auch, dass diese Kombination sehr träumerisch ist….

  2. , 22. November 2011 um 12:15 Uhr

    @ Michael

    Da will ich widersprechen: Mit dem Begriff “eigenständig” wollen wir ausdrücklich nicht den Eindruck des ungebundenen Vermittlers (Versicherungsbereich) erzeugen. Viel zu selbstbewußt zeigen wir auf jeder Visitenkarte und in unseren Druckstücken die Beziehungen zu den Partnergesellschaften der Generali-Gruppe auf.

    Eigenständig bedeutet, dass wir frei sind von der Einflußnahme unserer Partnergesellschaften. Keine hat oder wird uns jemals Produktvorgaben machen, Geschäftspläne oder Vertriebsziele diktieren. Ein ganz wesentlicher Unterschied zu den Agenturvertrieben der Versicherer oder zu den Beratern in Banken.

    Wenn Sie Ihre Kritik ernst meinen: Vielleicht fällt Ihnen ein besserer Begriff zu dem ein, was wir zum Ausdruck bringen wollen. Ich bin gespannt auf Ihre Antwort.

  3. Michael, 23. November 2011 um 08:53 Uhr

    Das streite ich ja gar nicht ab, dass die DVAGselbst, mit eigenständig, das zum Ausdruck bringen will, was sie beschreiben. Nur wird es von den Handelsvertretern oft anders verwendet. “Richtiger” wäre wohl wenn sich die DVAG als gebundener Vermittler bezeichnen würde, was aber dann wieder schwieriger fürs Marketing wäre. Eigenständig ist in meinen Augen eine Firma erst, wenn sie, wie es gesetzlich festgelegt ist, weniger als 10%, von einer anderen Firma kontrolliert wird. Nicht umsonst, muss man sonst beim Kunden auf die Beteiligung hinweisen, wie sie es ja richtig beschreiben, dass sie dies auf ihren Visitenkarten vermerkt haben.

    Viele Grüße
    Michael

  4. , 23. November 2011 um 19:13 Uhr

    @ Michael

    Das ist ja nun wirklich an den Haaren herbeigezogen: Auf jeder Visitenkarte eines DVAG-Vermögensberaters finden Sie den Ausdruck “gebundener Vermittler”. Wo also ist nun Ihr Problem?

  5. Michael, 24. November 2011 um 08:55 Uhr

    @ Dr. Lach: Was habe ich an den Haaren herbeigezogen?

  6. , 24. November 2011 um 10:15 Uhr

    @ Michael

    Sie fordern, die DVAG möge sich als gebundener Vermittler bezeichnen. Das tun wir, seit es diesen Status per Gesetz gibt. Im Übrigen möchte ich nur der guten Ordnung halber darauf hinweisen, dass ich nicht die Funktion eines Vertriebsdirektors ausübe.

  7. Michael, 24. November 2011 um 11:49 Uhr

    oh entschuldigen sie….das hatte ich irgendwie so im kopf
    meiner ansicht passt es aber einfach nicht zusammen…einseits sich eigenständig zu bezeichnen und andererseits sich als gebunden zu bezeichnen. in meinen augen sind das zwei begriffe die sich gegenseitig ausschließen…aber jedem seine meinung…

  8. Michael Miedl, 24. November 2011 um 12:56 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    nur, weil jemand den Begriff “eigenständig” nicht versteht, ist er noch lange nicht falsch! Wenn ich eine “Riester-Rente” abschliessen will, bin ich an die AachenMünchener gebunden – soweit richtig. Allerdings entscheide ich als Berater “eigenständig”, ob ich das Produkt als Fonds-Sparplan bei DWS, oder als Bausparvertrag bei BADENIA anbiete.
    Noch immer zählen hierbei die Wünsche des Mandanten und nicht der DVAG – und das ist gut so!

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  9. Frank Schmidt, 24. November 2011 um 14:40 Uhr

    Mal wieder zum Thema zurück.

    Meine erste Anbindung hatte ich bei einer Makler GmbH gemacht. Da hatte ich nach der ersten Anbindung meinerseits, sofort Zugriff auf ca. 60 verschiedene Versicherungen.

    Auch mit einer Anbindung ist es also möglich, den Markt recht umfassend abzudecken.

    MfG
    FS