Erwartungen an Maklerpools

10. November 2011 | 591 mal gelesen

Ausführlich beschäftigt sich die Zeitschrift für Versicherungswesen (Heft 19/2011, S. 651 ff.) mit den Erwartungen freier Vermittler an Maklerpools.

Hintergrund: 94 Prozent der Makler sind an mindestens einen Maklerpool angebunden, und offensichtlich gibt es große Unterschiede bei deren Qualität und Leistungsfähigkeit.

Folgendes sollte ein professioneller Maklerpool leisten:

  • Beratungsleitlinien
  • Fachliche Unterstützung
  • Persönliche Betreuung
  • Qualitätsanspruch bei der Produktauswahl
  • Breite und Tiefe des Produktangebotes
  • Exklusive Produkte
  • Service im Antrags-, Vertrags- und Regulierungsprozess
  • Hilfe bei der Dokumentation der Beratung
  • Revisionssichere Archivierung der Kundendaten
  • Schulungs- und Weiterbildungsangebote
  • Angebot von Zertifizierungen
  • Förderung des Networking
  • Unterstützung bei Angebotseinholung oder Antragsvorprüfung
  • Provisionsabrechnung
  • IT-Anbindung
  • Hohe Erreichbarkeit und Unterstützungsbereitschaft

Ein Maklerpool, der all dies leistet – auf hohem Qualitätsniveau – ist also gut.

Das freut uns, denn wir tun für unsere Vermögensberater noch weit mehr – u.a. hier nachzulesen:

160 Argumente für eine Tätigkeit als Vermögensberater (PDF)


Kommentare für diesen Artikel (8)

  1. Frank Schmidt, 10. November 2011 um 15:01 Uhr

    Hallo

    In den 160 Punkten stehen aber Dinge, die sich ein Makler nicht “leisten“ kann.

    003 „Mitwirkung… in Aufsichtsräten“.
    012 Beschränkung auf Grundnahrungsmittel
    022 Beschaffung eines Allfinanzangebotes bei Partnergesellschaften
    024 eine bestimmte Bank als Premiumpartner
    026 Status als gebundener Vermittler
    037 Vermögensberatervertrag als Grundlage zur Zusammenarbeit
    045 Weitergabe von 80% der Provision
    114 Gewährleistung der … Beförderung

    All das sind Punkte, die einen Makler abhängig machen würden. Aber vielleicht sind es ja Dinge, die da nicht stehen, welche einen Pool interessant machen.

    a) Ein Pool belässt die Kundenbeziehung beim Makler. Und so wird über die Provision hinaus, der Wert der Kundenbeziehungen beim Makler gelassen. Auch Pools bieten als mehr als Provisionen.
    b) Der Pool sorgt eher für Unabhängigkeit in der Entscheidungsauswahl.
    c) Es werden Provisionen ausgezahlt, keine Vorschüsse.
    d) Der Vertrag gestattet es, den Pool (samt der Kunden) jederzeit zu verlassen.
    e) Aufgabenteilung ist möglich (gewünscht), ohne dass ein Aufstiegssystem dies behindern würde
    f) IHK Sachkundeprüfung erforderlich als Zulassung (Das Thema hatten wir hier schon an anderer Stelle hier im Blog.)

  2. , 10. November 2011 um 15:19 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Und dennoch bleibe ich dabei: Nicht ein einziger Maklerpool in Deutschland leistet für seine Partner so viel wie die Deutsche Vermögensberatung für ihre Vermögensberater. Wer letzteres zu schätzen weiss, ist bei uns. Wer darauf verzichten will, zumindest auf Vieles davon, läßt es bleiben.

  3. Tobias Kugler, 11. November 2011 um 11:48 Uhr

    Wie genau meinen Sie e)?

  4. Frank Schmidt, 11. November 2011 um 13:41 Uhr

    Hallo Herr Kugler

    zu e) Es gibt Fachmakler, welche sich nur mit einzelnen Bereichen beschäftigen.

    Ein Kollege von mir macht bis auf wenige Ausnahmen (fast) nur Sachgeschäft.

    Nehmen Sie einen Kleinunternehmer und versorgen Sie den mal komplett mit Sach. Würden sie einen Kollegen hinschicken, um dort die Altersvorsorge regeln zu lassen? Stellen sie sich die Einheitendifferenz vor. Der Kollege steigt im System schnell auf und schippert auf der Aida. Uns Sie?

    MfG
    FS

  5. Andreas Röhr, 12. November 2011 um 00:35 Uhr

    Hallo Herr Schmidt,

    in solch einem Fall e) würde ich meinen Coach oder einen Fachmann (welcher mir von der Gesellschaft zur Verfügung gestellt wird) zu Rate ziehen.
    Dieser würde mich in dem Fall unterstützen und ich habe die vollen Einheiten für meine Karriere !
    Also kein Nachteil für mich. Demnach behindert unser Aufstiegssystem solche Dinge absolut nicht.
    Damit solche Fälle aber nicht immer wieder geschehen werden wir als Vermögensberater in Allfinanz ausgebildet.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Röhr

  6. Frank Schmidt, 13. November 2011 um 17:36 Uhr

    Hallo Herr Röhr,

    klar, da haben Sie Recht. Natürlich können Sie stets die Betreuer der Gesellschaften befragen.

    Wenn ein Vertreter zweifelt, kann er den Fachspezialisten um Rat fragen. Ein Makler kann diesen Schritt eben nicht tun. Denn der Maklerbetreuer kennt sicher seine Produkte aus dem Effeff, ist aber auf der Seite der Versicherung angesiedelt, was der Aufgabenstellung eines Maklers widerspricht.

    Allfinanz bedeutet bei Ihnen, die verschiedenen Produkte zu kennen. Also, wie Versicherungen, Fonds, Kredit, Bausparverträge u.s.w. funktionieren. Das setzte ich eigentlich voraus. Ich meine mit „Aufgabenteilung“, dass man auch die Eigenheiten der verschiedenen Produkte kennt. Also zum Beispiel die Klauseln der verschiedenen Anbieter kennt, die Kostenunterschiede beurteilen kann und weiß, wie Zuverlässige eine bestimmte Gesellschaft ist. Ich würde mich wundern, wenn das zur Allfinanzausbildung gehört.

    Aber wie auch immer, Sie haben Recht, es gibt bei Ihnen die Möglichkeit, gute Fachspezialisten zu Rate zu ziehen.

    Mit sonntäglichen Grüßen
    Frank Schmidt

  7. Andreas Röhr, 13. November 2011 um 21:08 Uhr

    Hallo Herr Schmidt,

    nur noch einmal, um nicht an einander vorbei zu reden ….

    “…. es gibt bei Ihnen die Möglichkeit, gute Fachspezialisten zu Rate zu ziehen.”
    Diese arbeiten zum großen Teil nicht für oder bei “den Gesellschaften” sondern für oder bei der DVAG.
    Somit vertreten diese also nicht die Interessen “der Gesellschaften” !

    “….dass man auch die Eigenheiten der verschiedenen Produkte kennt. Also zum Beispiel die Klauseln der verschiedenen Anbieter kennt, die Kostenunterschiede beurteilen kann und weiß, wie Zuverlässige eine bestimmte Gesellschaft ist.”
    Genau dafür sind diese Spezialisten da und genau das machen diese dann für mich!

    In den anderen Punkten gebe ich Ihnen Recht, daher sind es auch zwei unterschiedliche Systeme. Mit allen Vor- und Nachteilen.
    Ich wünsche Ihnen und allen anderen Bloggern eine erfolgreiche Woche.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Röhr

  8. Tobias Kugler, 13. November 2011 um 22:56 Uhr

    Hallo Herr Schmidt,

    ok verstanden wie Sie das meinen.
    Trotz allem kennen auch Vermögensberater der DVAG solche Eigenheiten der Produkte. 😉

    Solch eine sachliche Diskussion finde ich echt klasse!
    Danke dafür!

    Tobias Kugler aus Bad Waldsee