Zweitmarktfonds

15. Oktober 2011 | 1.056 mal gelesen

Unter dem Begriff “Gebrauchtpolicen” ist das Geschäftsmodell seinerzeit an den Markt gegangen: Man suche Menschen, die ihre Lebensversicherung nicht fortführen wollen oder können, zahle diesen etwas mehr als den von der Versicherung angebotenen Rückkaufswert aus, führe den Vertrag bis zum Ablauf fort und kassiere dann eine Ablaufleistung, die insbesondere durch Abschlusskosten-Degressionseffekte und Schlussgewinnanteile deutlich über der ausgezahlten Summe liegt.

So richtig hat sich dieses vor allem in Großbritannien genutzte Modell in der Breite nicht entwickelt. Dennoch kam ein findiges Berliner Emissionshaus auf die Idee, britische Gebrauchtpolicen als Zweitmarkt-Fondslösung auf den Markt zu bringen. Laut Financial Times griffen rund 17.000 deutsche Anleger zu und investierten zwischen 2004 und 2007 rund 335 Mio. Euro.

Seitdem hat das englische Pfund massiv an Wert verloren. Und die Renditerechnungen der englischen Versicherer gehen nicht auf. Es drohen hohe Verluste.

Zeigt sich wieder einmal: Wer viel riskiert, kann viel verlieren.


Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Sascha Neumann, 18. Oktober 2011 um 12:00 Uhr

    @all
    Genau hierzu hab ich mal ne Frage: Ist das jetzt gut seine Police zu verkaufen oder nicht ?
    Ich habe eine Kundin die mich genau darauf angesprochen hat eine alt Police zuverkaufen weil sie diese nicht weiter führen möchte, die im Abschlussjahr 1995 hat aber durch die hohe Risiko Absicherung (Tod und Unfalltod) keine hohe Ablaufleistung.

    Ich habe die Kundin natürlich darauf hingewiesen das dieser Vertrag Steuerfrei ist und noch eine relativ hohe Garantie Verzinsung hat die allerding durch die Risikoabsicherung auf 1,5% runter geht. Ihr ist das bewusst aber sie hat sich dafür entschieden diese nicht mehr weiter führen zu wollen.

    Wenn also das Verkaufen gut ist , auf was sollte die Kundin achten ? Welche Gesellschaften sind seriös, damit die Kundin nicht hinterher mit dem Geldwässegesetz in konflikt kommt ?

    Wenn es schlecht ist (Ich weiss alt Verträge ist immer schlecht abzugeben) was genau hat die Kundin für Risiken damit ich ihr einen vernünftigen Grund nennen kann?

    Um Referenzerfahrung wäre ich dankbar (es ist eine Deutsche Police)

    Vielen Dank

  2. Sascha Neumann, 18. Oktober 2011 um 16:32 Uhr

    ich würd mich über eine Antwort freuen 😉 lasst doch die Leute die nur Stenckern wollen!
    Unterhalten wir uns über Dinge die vielleicht auch andrere Interessieren 😉

  3. Peter Schattling, 19. Oktober 2011 um 09:44 Uhr

    @ Sascha
    Ich gehe davon aus, dass der Zweitmarkt ein Geschäft ist, mit dem Gewinne
    generiert werden sollen.
    Fragen Sie doch Ihre Kundin einmal, ob sie selbst ihre eigene Police für eine
    Rendite von 1,5 Prozent kaufen würde! …
    Ansonsten Zusatzversicherungen versuchen herauszunehmen und den Rest
    beitragsfrei als “Eiserne Reserve” liegenlassen.