30 Prozent ohne Haftpflichtschutz

5. Oktober 2011 | 679 mal gelesen

Rund 70 Prozent der deutschen Haushalte verfügen heute – laut einer aktuellen Allensbach-Analyse – über eine private Haftpflichtversicherung. So weit so gut.

Im Umkehrschluss bedeutet dies aber, dass 30 Prozent keine Absicherung haben.

Ob diesen Menschen wohl bewusst ist, was sie damit riskieren? Alles – zumindest materiell. Denn die Haftung von Privatpersonen ist nach deutschem Recht grundsätzlich nicht begrenzt. Eine private Haftpflichtversicherung ist deshalb ein “must-have”.



Kommentare für diesen Artikel (19)

  1. Anastasia, 5. Oktober 2011 um 10:28 Uhr

    Da es Mitbürger gibt, die sich kaum eine Versicherung leisten können, bzw. bei den es sowieso nichts zu holen gibt, können die 30 Prozent wohl noch nach unten korrigiert werden.

  2. Peter Schattling, 5. Oktober 2011 um 11:07 Uhr

    30 Prozent ohne Haftpflichtversicherung plus X Prozent mit sehr geringer Deckungssumme sind ein wichtiges Argument, seinen Kunden zusätzlich eine Forderungsausfall-Versicherung anzubieten!

  3. Tobias Bartelt, 5. Oktober 2011 um 11:57 Uhr

    @ Peter Schattling

    Richtig. Es gibt sogar die Möglichkeit in der privaten Haftpflichtversicherung eine Ausfalldeckung einzubauen, die im Grunde genommen den gleichen Zweck erfüllt.

    MfG

    Tobias Bartelt

  4. Thomas S., 5. Oktober 2011 um 12:42 Uhr

    @ Anastasia

    Also eine gute Privathaftpflichtversicherung kostet keine 100 Euro im Jahr, d. h. (deutlich) weniger als 8 Euro monatlich (und da habe ich jetzt bewusst einmal hoch kalkuliert). So arm können die Menschen in Deutschland mit all den Sozialleistungen nicht sein, dass sie sich noch nicht einmal diese absolut notwendige Absicherung leisten können. Bei vielen Mitbürgern würde es schon ausreichen, wenn sie einfach nur auf 1 Schachtel Zigaretten im Monat verzichten würden.

    Sie mögen mit Ihrer Argumentation “Wo nichts ist, da gibt es auch nichts zu holen” Recht haben. Für diesen Fall bin ich persönlich jedoch froh, dass ich bei meinen Mandanten die sog. “Forderungsausfalldeckung” immer mit in die Privathaftpflicht integriere. So sind meine Kunden auch in solchen Fällen umfangreich abgesichert.

  5. Andreas Röhr, 5. Oktober 2011 um 15:32 Uhr

    Die Menschen in unserem Land, welche am “wenigsten” haben, sind bekanntlich die Hartz IV Emfänger. Genau bei diesen Mitbürgern wird diese Absicherung vom Amt bezahlt !!!!
    Also von “nicht leisten können” kann wohl kaum die Rede sein.

    Für alle anderen Trifft die Forderungsausfalldeckung zu.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Röhr

  6. Anastasia, 5. Oktober 2011 um 15:35 Uhr

    @Thomas S.

    Natürlich ist eine HV nicht teuer und durch eine Schachtel Zigaretten finanzierbar. Es sollte auch jeder eine haben. Nur ist Hartz IV wirklich kein Spaß, da haben Sie dann 10 EUR am Tag. Und mit diesem Geld werden Sie kaum eine HV abschließen, wenn im Fall der Fälle eh nichts zu holen ist. Aus Nächstenliebe die wenigsten.

  7. Anastasia, 5. Oktober 2011 um 16:57 Uhr

    @Andreas Röhr

    “Genau bei diesen Mitbürgern wird diese Absicherung vom Amt bezahlt !!!!”

    Okay, wusste ich nicht!!!!

    Aber anscheinend trauen Sie den Mitbürgern etwas viel Nächstenliebe zu. Selbst wenn ich 1.000 EUR netto im Monat verdiene, wird es schwer sein etwas anzusparen! Und warum sollte ich eine HV haben, wenn bei mir nichts zu holen ist? Es gibt da wohl sehr wenige Gründe. Also zumindest für mich normal, dass nicht jeder eine hat, auch wenn er sie haben sollte.

  8. Thomas Lange, 5. Oktober 2011 um 17:37 Uhr

    “Die Menschen in unserem Land, welche am “wenigsten” haben, sind bekanntlich die Hartz IV Emfänger. Genau bei diesen Mitbürgern wird diese Absicherung vom Amt bezahlt !!!!
    Also von “nicht leisten können” kann wohl kaum die Rede sein.”

    Lieber Herr Röhr,

    da möchte ich doch nun mal den Nachweis (§§) haben, dass die Privathaftpflichtprämien im Falle von ALG-II von den Argen übernommen wird.

    Ich muss Sie diesbezüglich leider enttäuschen. Zwischen 2005 – 2007 habe ich selbst ALG-II bezogen und dies wurde und wird bis heute nicht übernommen.

    Korrekt ist, dass bei der früheren Sozialhilfe, die Kosten für die Hausratversicherung übernommen wurden.

  9. Peter Schattling, 5. Oktober 2011 um 17:57 Uhr

    Ich kann diese seltsame Diskussion einfach nicht verstehen!
    Versichern wir einfach den Forderungsausfall für wenig Geld bei den Kunden,
    die verantwortungsvoll an die Gestaltung ihres Lebens herangehen!

  10. Janko Lach, 5. Oktober 2011 um 19:13 Uhr

    Herr Lange, da haben sie wohl einen schlechten Draht zum Amt gehabt. Beiträge für angemessene Versicherungen (auch PHV) werden bis 30€ monatlich bezahlt.

  11. Thomas S., 5. Oktober 2011 um 20:10 Uhr

    @ Anastasia

    Sie schreiben und ich darf sie zitieren: “… Und warum sollte ich eine HV haben, wenn bei mir nichts zu holen ist? Es gibt da wohl sehr wenige Gründe….”

    Nehmen Sie mir es nicht übel, aber dieses egoistische Verhalten ist wohl kaum zu überbieten. Aber genau dieses lässt sich seit einiger Zeit in Deutschland immer öfter beobachten.

    Selbst wenn bei mir nichts zu holen wäre, würde ich dennoch eine Privathaftpflichtversicherung abschließen. Das hat für mich persönlich auch etwas mit Würde und vor allen Dingen Anstand zu tun, für verschuldete Schäden auch gerade zu stehen.

    Ihre Argumentation ist einer der Gründe warum ich dafür bin, dass neben der Kfz-Haftpflicht- auch die Privathaftpflichtversicherung obligatorisch bzw. verpflichtend für jeden wird.

  12. Andreas Röhr, 5. Oktober 2011 um 20:33 Uhr

    Lieber Herr Lange,

    wenn man ALG II bezieht, und bestehende Grundabsicherungen hat werden diese in das ALG II mit eingerechnet. (Hausratversicherung und Private Haftpflichtversicherung)

    Das Sozialgericht Düsseldorf hat dies in einem Urteil bestätigt !

    Sie können leider an diese Sache so nicht herangehen, frei nach dem Motto:
    Wenn ich das nicht bekommen habe dann gibt es das nicht.
    Übrigens ist das Urteil aus dem Zeitraum 2006 und 2007, also genau aus der Zeit aus welcher Sie sagen: Da gab es das nicht !

    Außerdem gibt es Laut ALG II-V eine Versicherungspauschale von 30,- p.M.
    Die dazugehörigen § können Sie sicherlich selber raussuchen.
    Ohne Sie näher zu kennen traue ich Ihnen das durchaus zu 😉 !

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Röhr

  13. Thomas Lange, 5. Oktober 2011 um 20:58 Uhr

    Nachtrag:

    Als ich ALG-II bezogen habe, habe ich aber sowohl weiter in meine Hausrat- als auch Privathaftpflichtversicherung eingezahlt. Ich fände es auch nicht in Ordnung, wenn das die Argen zahlen würden.

  14. Frank Schmidt, 6. Oktober 2011 um 08:41 Uhr

    Guten Morgen,

    soll noch einer sagen, so ein Forum bildet nicht. Daher schon mal Dank vorab, an diese Diskussion, auch wenn das mit der PHV schon wieder nichts mehr zu tun hat.

    Also nach meiner Kenntinis, wird bei Harz 4 neben der Regelleistung, eine Leistung erbracht für: Heizkosten (Öl), Zinsen (Miete beim Mieter), Gebäudeversicherung, Abfall, Schornsteinfeger, Wasser, und Abwasser.

    Entnommen habe ich das einem ALG-Bescheid vom Februar 2011. Damals hatte ich einen “Anflug von Wissensdurst und Akribie” und habe mir die Mühe gemacht, mal genau nachzurechnen, was die Harzies so vorgerechnet bekommen.

    Ergebnis: Es ist für Otto Normalverbraucher schwer zu verstehen, was ihm die Behörde da sagen will. Aber die Rechnung stimmt, läßt aber Spielraum für Interpretationen. Und vor allem WERD NIE ANSPRUCHSTELLER.

    Aber, um zum Thema zurück zu kommen, die PHV kann ja in der Regelleistung enthalten sein, genau so pauschal wir der Zigarettenkonsum für Nichtraucher, aber als Zusatzleistung habe ich dass nicht gesehen.

    Trotzdem, eine PHV kann sich jeder Harz 4 Empfänger leisten! Er benötigt ja keinen Schlüsselverlust und das ganze Drumherum, basis reist und ist bezahlbar.

    MfG
    FS

  15. Anastasia, 6. Oktober 2011 um 10:39 Uhr

    @Thomas S.

    “Nehmen Sie mir es nicht übel, aber dieses egoistische Verhalten ist wohl kaum zu überbieten.”

    Ich nehme Ihnen das nicht übel, warum auch? Ich hatte nur geschrieben, dass viele Menschen so denken. Und wie Sie schon geschrieben haben, es ist nicht der einzige Bereich in dem “sozial unverträglich” gehandelt wird. Aber in Ländern in denen der Konsum und der gesellschaftliche Status überwiegt, ist das halt nun mal so. Deutschland ist hier nicht das einzige Land. „Würde und Anstand“ stehen hinter dem eigenen Vorteil.

    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich habe eine und würde eine Pflicht unterstützen. Nur solange es keine Pflicht gibt, gibt es für viele Menschen (Geringverdiener) einfach keinen Grund (außer vielleicht „Würde und Anstand“) sich zu versichern.

  16. Cüneyt Erdin, 6. Oktober 2011 um 11:24 Uhr

    Bin auch der Meinung, dass sich ein HartzIV-Empfänger eine PHV leisten kann und auch sollte.

    worst-case:
    keine Haftpflicht haben und einen grossen Schaden verursachen (geht schneller als man denkt, vor allem wenn Kinder vorhanden sind). Am besten noch als HartzIV-Empfänger. Dann die Finger heben und für die Zukunft noch mehr Probleme haben, da heutzutage viele Arbeitgeber auch so etwas nachfragen (ob sie es dürfen ist ein ganz anderes Thema) und entsprechend entscheiden.

    Wer also aus HartzIV mal raus will (soll ja auch einige geben, die das gar nicht erst wollen), sollte eine Haftpflicht auch unter diesem Gesichtspunkt abschliessen. Meiner Meinung nach reicht dann zumindest die Basis, um das worst-case Szenario abgesichert zu haben, wie auch FS schon schrieb.

    Daher @ Anastasia:
    “Wo nichts zu holen ist….” => Fragen dazu: soll das auch (Ihr Leben lang) so bleiben? Vielleicht bekommen Sie in ein paar Jahren eine Gehaltserhöhung, oder eine besser bezahlte Stelle!? Oder Sie kriegen irgendwann die Chance sich kostenlos weiterzubilden und dadurch mehr zu verdienen, oder oder oder….Und dann zu sagen: “ich habe ja damals am falschen Ende gespart, daher brauche ich heute nicht mehr als bisher verdienen, nimmt man mir eh wieder weg” ist sicherlich traurig, echt traurig……
    Es sei denn, Ihr Leben ist schon so gut wie vorbei! 😉

    Wo ist der Ein-/Aus-Schalter für “Ironie”? … Sie alle wissen 100%ig, was ich damit meine, oder?

  17. Anastasia, 6. Oktober 2011 um 12:50 Uhr

    @Cüneyt Erdin

    Ich gehe mal davon aus, dass Sie meine Beiträge nicht alle gelesen haben, deshalb eine kurze Zusammenfassung:

    Ich habe eine HV, ich würde sogar eine Pflicht unterstützen. Weiterbildungen und Gehaltserhöhungen sind in meinem Berufsleben normal, also keine Sorge. Kernaussage von mir war, dass viele Menschen einfach so denken! Und das kommt nicht nur im Privatleben vor, sondern auch in der Wirtschaft.

  18. Cüneyt Erdin, 6. Oktober 2011 um 12:54 Uhr

    Ergänzung:
    ich habe das leider so geschrieben, als ob ich damit Anastasia persönlich meine. Die Gänsefüsschen habe gefehlt. War also kein persönlicher Angriff, ich meine auch nicht, dass Anastasia selber diese Standpunkt hat, bzw. vertritt.

  19. jörg renner, 6. Oktober 2011 um 23:28 Uhr

    @Anastasia,
    …Und wie Sie schon geschrieben haben, es ist nicht der einzige Bereich in dem “sozial unverträglich” gehandelt wird. Aber in Ländern in denen der Konsum und der gesellschaftliche Status überwiegt, ist das halt nun mal so. Deutschland ist hier nicht das einzige Land. „Würde und Anstand“ stehen hinter dem eigenen Vorteil.

    Ich stimmme Ihnen ganz und gar zu!

    Ob jetzt ein Bedürftiger ( ich verwende aus gutem Grund nicht den Begriff H4 )
    den Zuschuß für die PH bekommt oder nicht, ist doch zweitrangig!

    Entscheidend sind doch ganz andere Gesetzmäßigkeiten!

    Sie diskutieren hier über, aus meiner Sicht, Nichtigkeiten!
    Wenn sich mal unsere Bürger mehr mit dem “TUN” unserer “Politiker” beschäftigen würden, würde hier keiner mehr schreiben, sondern auf die Straße gehen!!!
    Wir verfügen über genügend Geld, um bedürftige Bürger ausreichend und menschenwürdig zu unterstützen!!!
    Nur geht das Geld nicht dahin, wo es könnte, sondern, da nicht in unserer ( leider noch nicht ) Politiker Macht, an Quellen, die uns immer noch ( ich sag es so drastisch ) plündern!
    Sie wissen nicht was ich meine?
    Dann empfehle ich die folgende Lektüre: Grundgesetz und Bundesgesetzblätter sind auch sehr interessant!!!