Hilfe aus der Schuldenfalle

27. September 2011 | 1.156 mal gelesen

Was treibt deutsche Haushalte in die Überschuldung?

Aufschlussreiche Informationen dazu liefert der “Überschuldungsreport 2011” des Hamburger Instituts für Finanzdienstleistungen (siehe DIE WELT vom 26. September 2011).

Arbeitslosigkeit sowie Scheidung / Trennung sind die Hauptursachen. Aber auch Krankheit spielt eine zunehmende Rolle, vor allem bei Menschen zwischen 40 und 50 Jahren. Und in der Gruppe der 25- bis 30-Jährigen ist bei jedem fünften der Überschuldeten unverantwortliches Konsumverhalten die Ursache.

Eines der Instrumente zur Verhinderung einer Überschuldung: Umwandlung des überteurten Dispo-Kredites in einen Konsumentenkredit. Mühsam aber noch besser: Wenn irgend möglich konsequente Reduzierung der Ausgaben und Erhöhung der Einnahmen.


Kommentare für diesen Artikel (6)

  1. Marcel H. Costin, 27. September 2011 um 13:15 Uhr

    Und ein weiteres, sehr wirksames, Instrument dazu ist das konsequente Führen eines Haushaltsplanes/-buches. Entweder per Exceltabelle oder eines von zahlreichen Vordrucken oder Apps / Tools aus dem Internet.

    Das Gute, es brauchen nur noch Lebenshaltungskosten und Freizeitkosten erarbeitet werden. Denn die Einnahmen-Ausgabensituation im Bereich der Finanzprodukte wie Verbindlichkeiten, Gesundheitsvorsorge, Absicherungen, Finanzierungen, Sparen, etc., gibt es bereits vom Vermögensberater. Auch der Punkt “Lebenshaltungskosten” tauch darin auf, muss aber dann vom Kunden genauer beleuchtet werden, wie dieser sich zusammensetzt. So zu sagen die Hausaufgabe! 😉

    Oft befassen sich die Leute erst intensiv mit dem Thema Haushaltsplan, nachdem wir festgestellt haben, dass eigentlich mehr Geld übrig sein müsste, aber dennoch jeden Monat was auf dem Konto fehlt. Im nächsten Termin kommen dann Dinge zutage, die völlig vergessen wurden – und das auch bei Menschen die ihre Finanzen wirklich gut im Griff haben. Das Haushalts-Alltags-Phänomen.

    Ein guter Tipp wäre auch, sich Gedanken zu machen von welchem Konto was gezahlt werden soll. Manche Familien haben ein System bei dem vom dem Konto bezahlt wird, was gerade gedeckt ist.
    Auch müssen es nicht immer zwei oder drei Konten sein, es gibt auch die Möglichkeit mit Unterkonten zu arbeiten, spart dazu Kontoführungsgebüren und Transaktionen von Konto A zu B gehen schneller.

    Wer viel mit Bargeld einkauft, verliert ebenso die Übersicht. Heute kann man fast alles mit EC-Karte bezahlen. Inzwischen gibt es bei einer ganz bestimmten Bank, mit welcher auch die DVAG zusammenarbeitet, die Möglichkeit sogar bis zu 6 Monate rückwirkend die Kontoumsätze einzusehen und zu Filtern – Einfach ein geniales Panorama! Die Regel sind 3 Monate. Besonders beim Thema Haushaltsplan sehr hilfreich ; Stichwort “Quersuche”. Das Ganze kann man dann in eine PDF oder CSV-Datei exportieren und ganz bequem weiterverarbeiten, farblich hervorherben, usw..

    Tja, Vermögensberatung ist eben mehr als nur Finanzprodukte verkaufen. Die Dienstleistung ist darauf ausgerichtet Ordnung und Organisation in die Finanzen zu bekommen, MITHILFE der richtigen Produkte, falls erforderlich. Nicht die Kondition ist entscheidend, sondern die Organisation!

    Ein weiterer Punkt den ich noch dem Artikel ergänzen möchte, nicht selten werden bei Immobilienfinanzierungen manche Folgekosten, wie z.B. die Außenanlage, der Gartenzaun oder die Beleuchtung, etc. nicht mit einkalkuliert. Teure Nachfinanzierungen oder Dispoüberziehungen sind dann die Folge und dreht der neuen Eigentümerfamilie dann schnell für viele Monate und Jahre den Geldhahn ab. Dafür ist NICHT die Bank oder Bausparkasse verantwortlich, sie ist für’s Finanzieren da, nicht für’s Planen. Lieber etwas zu viel finanziert als zu scharf kalkuliert – oder lieber ein kleineres Haus oder noch etwas warten.

    Womit ich immer wieder zutun habe, sind Finanzierungen mit Tilgungsaussetzung und parallelem Ansparen in einem Fonds, der dann zu einem bestimmten Zeitpunkt, an dem die Finanzierung ausläuft, einen bestimmten Betrag erwirtschaftet haben MUSS und nicht selten völlig daneben liegt. Die Schuldenfalle ist vorprogrammiert, Die Themen, Rücklagen aufbauen, Altersvorsorgesparen, bessere Absicherung, etc. stehen dann erstmal gaaanz hinten an.

    Leuten aus so einer Schuldenfalle zu helfen waren entscheidende Gründe für mich, dass ich mich für diesen Beruf entschieden habe. Besonders nachdem ich Anfangs so viele Schauergeschichten über den Beruf gehört und gelesen hatte. Kann ich absolut nicht bestätigen, im Gegenteil. Der Mensch macht’s und der, der diesen Menschen ausgebildet hat.

    Dann also an dieser Stelle ein dickes Danke an die, die mich aus- und weiterbilden.

    .

    Mit besten Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion Düsseldorf/Köln
    0177/7616059

  2. Thomas80, 28. September 2011 um 01:15 Uhr

    Bei meiner Bank kann ich die Umsätze der vergangegen 12 (!!!) Monate nachverfolgen und nach Excel exportieren lassen.

    Diese Bank arbeitet aber mit keinem Finanzbetrieb zusammen und verlangt keine Gebühren; solange 2500 Euro als Anlagekapital vorhanden ist. Vielleicht weiss jemand schon, von welcher Bank ich jetzt schreibe 😉

    @ Costin : Wenn Sie Menschen aus der Schuldenfalle helfen möchten, hätten Sie doch direkt staatlich anerkannter Schuldnerberater werden können.

    Staatlich anerkannte Schuldnerberater haben ohne Zweifel einen viel besseren Ruf als Finanzberater, die von Provisionen leben

    Gruss,

    Thomas Winkler

  3. Christopher Reichel-Dittes, 28. September 2011 um 11:00 Uhr

    @Thomas80: er sagte “entscheidende Gründe”, nicht “die einzig entscheidenden Gründe”… es gab sicherlich noch ein paar Punkte, die er hier nicht erwähnt hat (weil sie mit dem Thema nichts zu tun haben), die eindeutig mehr für den Vermögensberater als für den reinen Schuldnerberater gesprochen haben.

    Aber es macht halt einfach zu viel Spaß jedes mal noch ein bisschen zu stacheln oder hier und da eine Spitze zu setzen, nicht wahr? 😉

  4. Wolfgang Reinhardt, 28. September 2011 um 13:08 Uhr

    Herr Winkler, Ihre Bewertung ist mal wieder bedenklich.

    Der Schuldnerberater kommt wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Der Vermögensberater kommt bevor das Kind in Richtung Brunnen läuft. Da frage ich mich ernsthaft welches Weltbild Sie in Ihrem Leben so vertreten.

    Im Übrigen darf ich Ihnen empfehlen, sich einmal genau über die Kaste “Schuldnerberater” zu informieren. Sie werden feststellen, dass sich dort sehr oft Abgründe auftun. Und was dort z. T. an Provisionen fließt würde wahrscheinlich Ihr Weltbild ins Wanken bringen.

    Sie bestätigen aber mit Ihrem Rat an Herrn Costin wieder einmal das Bild, welches Sie hier abgeben. Sie inhalieren oberflächliche und einseitige Informationen aus den Medien (hier anscheinend von Peter Zwegat), sind vollkommen beratungsresistent, und versuchen, andere Leute mit Ihrem gefährlichen Halbwissen zu bekehren.

    So hat ein jeder seine Hobbies…

  5. Stefan Deppisch, 28. September 2011 um 13:13 Uhr

    @Reichel-Dittes: ich lese eher selten die Kommentare unter den Artikeln, spannend finde ich jedoch auch Ihre Aussage gegenüber diesem “Thomas80”! Immerhin scheint der Herr genügend Zeit zu haben immer wieder auf dieser Plattform Kommentare zu präsentieren, deren Inhalt für mich wenig zielführend ist… evtl. sieht die Bloggergemeinde dies anders, sonst wäre er bestimmt schon bloggiert 🙂 worden… sonnige Grüße

  6. Marcel H. Costin, 29. September 2011 um 16:37 Uhr

    Hallo Herr Winkler,

    schön, dass auch Sie sich weiterentwickeln und hier einen Vor- und Nachnamen angeben.

    Das war auch schon die nächste Lektion:
    Positives bemerken und negatives überblicken.

    Wenn Sie nun noch Ihre Hausaufgaben machen, werden Ihre Beiträge auf sehr viel mehr Zustimmung stoßen. Versprochen!

    .

    Mit besten Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion Düsseldorf/Köln
    0177/7616059