Vorsicht: Falle

22. September 2011 | 993 mal gelesen

Schnell können vertragliche Regelungen in der Lebensversicherung eine teure Falle werden.

Nämlich dann, wenn die Versicherungsleistung im Todesfall in das Erbe übergeht und so ggf. der noch lebende Ehepartner Erbschaftssteuer zahlen muss. Dies gilt auch dann, wenn der lebende Ehepartner die Beiträge aus seinem Einkommen bezahlt hat, so die Financial Times in ihrer Ausgabe vom 7. September 2011.

Den zu diesem Problem führenden Fehler machen viele – gerade Verheiratete -, wenn auf kompetente Beratung verzichtet wurde. Denn es herrscht bei vielen der Irrglaube vor, dass unter Ehepartnern keine Erbschaftssteuer anfällt, wenn in einer Lebensversicherung der Lebenspartner als Bezugsberechtiger eingesetzt wurde.

Weit gefehlt: Ist beispielsweise der Ehemann Versicherungsnehmer und versicherte Person und die Frau für den Todesfall bezugsberechtigt, geht bei Tod des Ehemannes die Leistung in die Erbmasse ein. Nicht nur, dass dann ggf. Steuer zu zahlen ist. Hinzu kommt, dass mit ggf. vorhandenen weiteren Erben (Kinder) geteilt werden muss.

Deshalb ist es vor allem bei Ehepartnern meist viel sinnvoller, dass Bezugsberechtigung, Versicherungsnehmereigenschaft und Beitragszahler übereinstimmen. Im Beispiel: Versicherte Person ist der Ehemann, die Frau ist bezugsberechtigt und Versicherungsnehmerin und die Beiträge werden vom gemeinschaftlichen Girokonto abgebucht.

Bei Tod des Ehemannes steht dann das Thema Erbschaft nicht zur Diskussion. Eine Sorge weniger.


Kommentare für diesen Artikel (1)

  1. Janko Lach, 22. September 2011 um 12:25 Uhr

    Das ist eigentlich ein alter Hut und sollte normalerweise jedem Berater bekannt sein. Leider sehe ich das bei Neukunden in der Regel immer falsch beantragt! Das kommt aber oft auch daher, weil die RLV online auf eigene Faust abgeschlossen wurde und da erzählt einem das natürlich niemand. Schönes Beispiel auch, wie teuer das Thema: “ich brauche keinen Berater, das kann ich selbst” werden kann.

    Grüße aus der Pfalz