Versicherungspflicht für Selbständige?

21. September 2011 | 976 mal gelesen

Nach und nach wird sichtbar, in welche Richtung die nächste Rentenreform gehen soll, die derzeit von der Politik im so genannten “Rentendialog” unter Führung der Arbeitsministerin von der Leyen erarbeitet wird.

Ein Punkt: Selbständige, die nicht in berufsständischen Versorgungswerken rentenversichert sind (z.B. so wie Ärzte oder Journalisten) sollen versicherungspflichtig werden, entweder in der gesetzlichen Rentenversicherung oder auf der Basis privater Vorsorgeverträge.

Es ist naheliegend, dass über ein solches Konzept Altersarmut verhindert werden soll.

Genauso fest stehen dürfte aber auch, dass eine solche Versicherungspflicht massiv die Bereitschaft und die Fähigkeit vieler, sich selbständig zu machen, konterkarieren wird. Denn gerade in den ersten Jahren der Selbständigkeit sind die Einnahmen oft noch zu gering, um bereits angemessen für das Alter vorsorgen zu können.

Wenn nunmehr diese für Selbständige durchaus ganz normale Anfangssituation dadurch verschärft wird, dass zwangsweise in die Altersversorgung eingezahlt werden muss, wird dies viele selbständige berufliche Existenzen empfindlich treffen.

Ob wohl der Rentendialog die mit einer Versicherungspflicht für Selbständige verbundenen Wechselwirkungen mit dem Arbeitsmarkt und der Konjunktur ausreichend bedacht hat? Hoffentlich, denn Deutschland hat seine gute wirtschaftliche Stellung und seine Innovationskraft gerade auch der Tatsache zu verdanken, dass es sehr viele Selbständige gibt. Diese gerade in der Gründungsphase mit weiteren “Problemen” finanziell zu belasten, wäre fatal.


Kommentare für diesen Artikel (1)

  1. Frank Schmidt, 21. September 2011 um 13:26 Uhr

    Hallo,

    das, was unsere Politik diesbezüglich da macht, ist nichts anderes als “Gewurschtle”. In der Rentenkasse fehlt Geld, also brauchen wir eine Kuh, die wir melken können.

    Selbstständige bauen in aller Regel ein Unternehmen auf, dass (meist) auch zu Renteneintritt weiter läuft und somit zur Finanzierung der Rente beiträgt. Die müssen einfach anders behandelt werden, als Arbeitnehmer.

    Wenn eine Rentenreform, dann bitte allumfassend, ohne eine Berufsgruppe aus zublenden. Auch keine Beamten, Ärzte, Künstler …. .

    Als Vorschlag, wir könnten die GKV in ihrer heutigen Form ja abschaffen und dafür eine abgabenfinanzierte Grundrente für alle machen. Dann sieht die Rechnung eben so aus:
    Versicherungsbeitrag 500€ netto, zzgl. 19% MwSt von 95€, zzgl. 10% SV 50€, macht zusammen 645€. Und das bei jeden Artikel, jeder Dienstleistung und ohne Beschränkung, außer vielleicht bei Grundnahrungsmitteln.

    MfG
    FS