bAV einmal anders

9. September 2011 | 886 mal gelesen

Dass die betriebliche Altersversorgung (bAV) eine sehr gute Möglichkeit ist, die Leistungsträger im Unternehmen zu halten, ist bekannt, obgleich vor allem im Mittelstand dieses Instrument nur in wenigen Unternehmen genutzt wird.

Ganz neue Bedeutung kann in diesem Kontext die bAV auch bei der Personalgewinnung bekommen.

Bekanntlich ist es schon jetzt für viele Unternehmen schwierig, offene Stellen neu zu besetzen. Die Ursachen sind klar: Gut gehende Konjunktur und ein starker, demographiebedingter Rückgang der Anzahl Erwerbstätiger. Letzterer wird sich beschleunigen, von heute noch rund 44 Millionen Erwerbstätigen auf gerade noch 28 Millionen im Jahr 2050 (ohne signifikante Zuwanderung).

Anlass genug also für die Unternehmen in Deutschland, über neue Formen der Mitarbeiterrekrutierung nachzdenken und diese möglichst schon jetzt umzusetzen. Denn der Kampf um die Talente hat längst begonnen und die Mitarbeitergewinnung wird so vielleicht zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Dabei kann die bAV zu einem wirkungsvollen Rekrutierungsinstrument aufgebaut werden. Denn junge Menschen wissen, dass es um ihre staatliche Rente schlecht bestellt ist und werden deshalb immer ein offenes Ohr haben, wenn neben einem attraktiven Arbeitsplatz und guten Verdienstaussichten auch eine lukrative betriebliche Altersversorgung geboten wird.

Die bAV gehört also nicht mehr nur zur Mitarbeiterbindung, sondern in Zukunft ganz sicher auch zur Mitarbeitergewinnung.

Eine hervorragendes Thema für jedes Beratungsgespräch mit den Personalverantwortlichen der Unternehmen. Denn den wenigsten sind diese Zusammenhänge bekannt, nachzulesen im Versicherungsjournal vom 7. September 2011.


Kommentare für diesen Artikel (14)

  1. Norbert Strauß, 9. September 2011 um 07:24 Uhr

    …..richtig gut wenn der Arbeitgeber etwas dazu gibt , das könnte man dann Versorgungslohn nennen und bringt viele Vorteile genau in beschriebener Weise.

  2. Anastasia, 9. September 2011 um 10:37 Uhr

    Naja, ob die betriebliche Rente reicht um die top Arbeitskräfte im Unternehmen zu halten zweifle ich an. Das wird niemals reichen! Erstens hat man meistens schon nach wenigen Jahren einen Anspruch auf die Rente, auch wenn man dann ausscheidet, zum anderen spielen andere Faktoren eine wesentlich wichtigere Rolle für die Mitarbeiterbindung. Ich kenne niemanden der aufgrund der betrieblichen Rente nicht kündigt.

    Das dieser Artikel aus einer Versicherungslektüre ist, wundert mich nicht 😉

  3. Beckmann, Patrik, 9. September 2011 um 11:59 Uhr

    Auch hier wird umgedacht …

  4. Achim Hinz, 9. September 2011 um 12:23 Uhr

    Na, wenn das kein Argument für neuen Umsatz ist 🙂

    Also, auf gehts 🙂

  5. Marcel H. Costin, 9. September 2011 um 13:03 Uhr

    “Back to the roots”, früher, vor einigen Jahrzenten war es in vielen traditionellen Famileinunternehmen üblich, den Mitarbeitern und deren Familien diverse Sonderleistungen zu bieten, nun wird dieses “Instrument” wiederentdeckt. Es muss heute wohl erst wieder den Mitarbeitern klar gemacht werden, dass es so etwas überhaupt gibt und was der Nutzen ist.

    Nicht wenige Menschen glauben, BaV ist was schlimmes z.B. “da kriege ich ja weniger Lohn! Nee, das will ich nicht” Sparen müssen sie doch sowieso und das geht meist aus dem Nettoverdienst und ist nur emotional anders belegt.

    .

    Mit besten Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion Köln/Düsseldorf
    0177/7616059

  6. , 9. September 2011 um 16:34 Uhr

    @ Anastasia

    Die BAV kann immer nur ein Intstrument von vielen sein. Ich bin sehr froh darüber, dass die DVAG in meine Altersversorgung einzahlt und freue mich jedes Jahr am Jahresanfang sehr über die Mitteilung zu den erreichten Versorgungsansprüchen.

  7. Wolfgang, 9. September 2011 um 17:32 Uhr

    @ Dr. Helge Lach

    Die Freude kann ich Ihnen nicht ab kaufen. Wie denn auch, seit über 12 Jahen sinkt die Verzinsung der Lebensversicherungen und somit auch die zu erwartende Auszahlung. Oder gibt doch die eierlegende Wollmichsau ? Sie sollten mal die Auszahlungssummen von den Vorjahren vergleichen. An den Einzahlungen kann man sich etwas erfreuen.

  8. Winfried Felser, 9. September 2011 um 17:47 Uhr

    Auch Haufe-Studie optimistischer:

    In den vergangenen Jahren kam die bAV-Studie von Standardlife und Haufe eher immer zu negativen Ergebnissen, was das Interesse des Mittelstands an bAV angeht.

    http://www.haufe.de/personal/newsDetails?newsID=1270109582.18

    Das hat sich dieses Jahr glücklicherweise geändert:

    http://www.haufe.de/personal/newsDetails?newsID=1300963776.12

    Trotzdem stellt sich immer noch die spannende Frage:

    Was behindert den umfassenden bAV-Erfolg (Haufe: Transparenz, …) und wie können Engpässe überwunden werden? Damit wollen wir uns auf unserer Competence Site demnächst im Rahmen eines Specials / einer Initiative beschäftigen (mit HDI Gerling, Fidelity, …). Gerne würden wir dabei auch auf DV AG-Kompetenz zurückgreifen.

  9. Ralf Gottfried, 9. September 2011 um 19:35 Uhr

    Da gebe ich Herr Lach recht. Die BAV ist ein Instrument von vielen. Ein Unternehmen wird allein damit kein Mitarbeiteransturm schaffen, da haben sie Recht Anastasia, es hilft aber dabei ein Unternehmen attraktiver zu machen.

    Vorallem in den mittelständigen Unternehmen, ist das ein gutes Mittel erfahrene aber auch junge Mitarbeiter zu gewinnen.

    Wünschen allen ein schönes sonniges Wochenende 😉

  10. , 10. September 2011 um 09:52 Uhr

    @ Wolfgang

    In aller erster Linie freue ich mich über die Bereitschaft meines Unternehmens (= Fam. Pohl), Jahr für Jahr für mich und meine Familie vorzusorgen – freiwillig ohne jede (tarif)vertragliche Verpflichtung. Und diese Freude können auch Sie mir nicht nehmen.

  11. Wolfgang Stadler, 10. September 2011 um 11:28 Uhr

    das ist schon unglaublich – dem Sprichtwort zufolge sollte man dem “geschenkten Gaul nicht ins Maul schauen”… und dennoch gibt es Leute, die überall das Haar in der Suppe finden.

    Der Zusammenhang zwischen sinkenden Renditen bei LV´s und der Freude über jährliche freiwillige Zahlungen der DVAG in die Altersversorgung der Mitarbeiter und Vermögensberater ist mir nicht nachvollziehbar.

    Vielmehr schließe ich mich Dr. Lach an und freue mich ebenso über diese freiwilligen Leistungen, die ich als Selbständiger von unserer DVAG für meine Altersversorgung bekomme. Danke!

  12. Jürgen Hartenstein, 10. September 2011 um 22:48 Uhr

    @Dr. Lach
    bei allem Respekt….und ich glaube das nicht nur; ich bin davon überzeugt, daß Sie zu der hochintelligenten Spezie gehören.
    Jeder der nur etwas Licht am Fahrrad hat, stellt ohne Problme fest, daß Sie zu den sehr gut verdienenden DVAG Mitarbeitern gehören…zumal ich hier noch unterstelle, daß Sie sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. natürlich freuen Sie sich über die betriebliche Altersvorsorge.
    Was Ihenen sicher keiner abnimmt ist immer dieses “Familie Pohl” Gerede. Fakt ist: Sie sind vermutlich nicht mit dieser Famile verandt und keiner der VB ist es. Das mag vielleicht VB beieindrucken (ir sind eine Familie) Aber die Realität sieht anders aus. Das wissen ir beide sehr gut.
    Gerne würde ich das mal mit Ihnen persönlich erörtern. nich dieses Thema hier; aber andere. Visier zu Visier….ohne Einschaltung von der Rechtsabteilung 😉
    Ich stehe für eine konstruktive(!!!!) Diskussion bereit…..Sie auch ?? 😉

    Grüße aus Limburg
    Jürgen Hartenstein

  13. , 11. September 2011 um 12:16 Uhr

    @ Jürgen Hartenstein

    Vielen Dank.

    Ihre Aussagen sind inhaltlich schwer “greifbar”. Stellen Sie Ihre Fragen. Sofern Sie Bezug zu den Blogbeiträgen haben und den Blogrichtlinien entsprechen, werden Sie ganz sicher die Diskussion auslösen, die Sie sich wünschen.

    P.S.: Vorstandsmitglieder von Aktiengesellschaften sind generell nicht sozialversicherungspflichtig, umso wertvoller eine betriebliche Altersversorgung.

  14. JoMa, 12. September 2011 um 15:37 Uhr

    Anmerkung des Moderators: Lieber “JoMa”, wir werden Kommentare dieser Art von Ihnen nicht mehr veröffentlichen und danken für Ihr Verständnis. Wir dürfen erneut auf unsere Kommentarrichtlinien verweisen.