Paradoxon?

31. August 2011 | 940 mal gelesen

Für gut 62 Prozent der Bevölkerung ist die Altersversorgung das aktuell wichtigste Sparmotiv, gefolgt von Rücklagen für Konsum, Wohneigentum und Kapitalanlage, so die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage von TNS Infratest.

Dies zeigt: Beim Großteil der Bevölkerung ist “angekommen”, dass die gesetzliche Rente nicht reichen wird.

Erstaunlich hingegen, dass aktuell das meiste Geld in Sichteinlagen fließt, die bekanntlich ganz sicher nicht zu den typischen Altersversorgungsprodukten gehören und angesichts der Verzinsung und des aktuellen Inflationsniveaus sogar real an Wert verlieren.

Ein Paradoxon?

Nein, denn es sind in erster Linie die allgemeine Verunsicherung und die Risikoaversion der Bürger, die dazu führen, dass Anlegermotive und Anlegerverhalten nicht deckungsgleich sind: Aktienanlagen erscheinen zu riskant, Rentenpapiere und Staatsanleihen sind extrem niedrig verzinst und inzwischen auch nicht mehr risikolos. Und die für die Altersversorgung in den meisten Fällen am besten geeignete private Rentenversicherung wurde – gänzlich zu Unrecht – durch die Medien in völlig falsches Licht gestellt.

Kein Paradoxon also, sondern jede Menge Überzeugungsarbeit!


Kommentare für diesen Artikel (5)

  1. Harri Schultze, 31. August 2011 um 10:08 Uhr

    ich sage dazu:

    Die Macht der Medien!

    Erst gestern wurde wieder in der Sendung von Herrn Lanz so wirr geredet, dass die eigentlich sehr sehr sinnvollen Ansätze – unter anderem vom Talkgast und Autor Dirk Müller und Herrn Zwegat – unter teilweise der eigenen Ironie und dem Wunsch witzige Pointen liefern zu wollen verschwinden. Der Moderator tut dann das seine dazu.

    Erst vor zwei Wochen das gleiche wirre Geschehen unter anderem mit Norbert Blüm in der Sendung und einer Finanzfachfrau, die doch tatsächlich zum Thema Euro und Sparen rät: gebt alles aus und macht am besten schulden.

    Wie gesagt, auch wenn da zwischendurch die richtigen Ratschläge dabei sind, der Nachgeschmack all dieser Sendungen ist irgendwie immer: Die Welt ist böse und am besten nichts tun – es hat sowieso keinen Zweck.

    Den Schaden ihrer Aussagen und saloppen Sprüche, den machen sich die Talkgäste und Promis (für viele also Vorbilder) gar nicht bewusst. Viele suchen nur nach dem Alibi, sich eben nicht mit den eigenen Finanzen und der eigenen Vorsorge beschäftigen zu müssen, da ja sowieso alles kein Zweck hat und die Welt der Finanzen böse ist….hat der XY Superpromi gesagt.

    Und so erklärt sich aus meiner Sicht auch dieses Paradoxon ganz einfach mit totaler Verwirrung durch die Medien.

    Jedem, der sich tatsächlich über seine Möglichkeiten und vielfältigen Förderungen vom Staat zur Vermeidung von Altersarmut informieren möchte, dem emfpehle ich, sich einfach einmal umfassend beraten zu lassen.

    Gruß vom Vermögensberater aus dem Stahlwerk Becker in Willich
    Harri Schultze
    http://www.harri-schultze.de

  2. Norbert Strauß, 1. September 2011 um 08:18 Uhr

    …..recht hat er der Harri und ich gehe noch ein Stück weiter: lassen wir doch unsere Kunden selber Ihre Zahlen rechnen z. B. die jährliche Renteninformation. Wie viele können die Auswirkungen , die dastehen mit Sozialabgaben , Steuern, Inflation nachrechnen ? 10% oder vielleicht 20% ? – und dann wollen viele ( durchaus nachvollziehbar) noch eher in Rente gehen.
    Wir haben viel , viel Arbeit zu diesem Thema.

  3. JoMa, 1. September 2011 um 10:48 Uhr

    @Harri Schultze und jeden Interessierten

    Die Sendung mit Norbert Blüm habe ich auch gesehen und genau diese Aussage der erwähnten Finanzfachfrau habe ich ebenfalls mitbekommen. Allerdings kann ich diese Aussage zum Teil verstehen, auch wenn ich diese nicht komplett unterstütze.

    Kommen wir zwischendurch kurz auf die Finanzbranche zu sprechen. Wie jeder mitbekommen hat, haben Finanzkrisen eine enorme Tragweite. Und aus der Geschichte haben wir gelernt, dass die nächste Finanz- und Wirtschaftskrise nur eine Frage der Zeit ist. Mit Spekulationen an der Börse können Milliarden verdient werden. Es wird mit Werten gehandelt, von denen teilweise keiner weiß wie sicher diese sind. Und was kann den Verantwortlichen drohen, die Kündigung? Milliardengewinne vs. arbeitslos (etwas salopp). Wenn „die“ sich verzocken, springt der Staat ein und rettet die Wirtschaft (Moral Hazard). Die Finanzwirtschaft ist der Motor, es muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Rendite und Sicherheit geben, bzw. muss dieses geregelt werden. Andernfalls wird dieses opportunistische Verhalten weiter gehen und der nächste Finanzcrash lässt nicht lange auf sich warten. So dafür gibt es nun den Baseler Akkord, mittlerweile mit verschiedenen Ratingverfahren die nun auch für Wirbel sorgen! USA wird auf zweitbeste Stufe „down geratet“ und was passiert, die Börsen „brechen“ zusammen. Ein Staat der eigentlich bankrott ist, hat immer noch AA+, und wir in Deutschland sind nur zum Teil besser. Wenn man die Schuldenberge der Staaten betrachtet, fragt man sich wie lange das Ganze noch gut gehen kann! Wie lange: 10, 30, 50, 80 oder 150 Jahre bis dieses Finanzsystem zusammenbricht? Wir sollten alle hoffen, dass unser Erspartes davor bewahrt bleibt. Und Szenarien kann man positiv wie negativ ins unendliche spinnen.

    Zurück zur Sendung. Wenn man sich den Wirbel im Finanzmarkt ansieht, kann man sich sehr wohl überlegen, in was man am sichersten Investiert. Selbst Staatsanleihen sind nicht mehr „unsterblich“! Also, die Aussage der Finanzfachfrau kann man zum Teil verstehen. Norbert Blüm meinte, wir müssen zurück finden zu den „alten Werten“. Nicht mehr die unbedingte und kompromisslose Gewinnmaximierung, sondern mehr soziales Handeln. Die Schere zwischen arm und reich muss sich langsam wieder schließen. Richtig, nur wird dies in absehbarer Zeit oder auch nie passieren. Unsere Gesellschaft entwickelt sich extrem in die andere Richtung. „Keiner“ will etwas abgeben, „jeder“ will oben mitspielen. Viele wissen wie krank unser System ist, nur ändern kann man als gemeiner Bürger wenig. Wie sich diese Situation weiterentwickelt kann ein Finanzberater nicht sagen, er kann wie jeder interessierte Mensch nur Tipps geben. Allerdings kann er gute Tipps zu staatlichen Förderungen geben, dass ist richtig. Ich habe noch über 30 Jahre bis zur Rente und gehe davon aus, dass unser System bis dahin überleben kann, von daher spare ich noch für die Rente. Zusammenbruch oder überleben, beides kann man sich vorstellen.

    Viele Grüße
    JoMa

  4. Huber Steffen, 1. September 2011 um 15:11 Uhr

    Hallo JoMa, ich teile nicht immer Ihre Meinung. Ihr Beitrag ist aber auch meine Meinung. Manchmal denke ich, ich wäre in einem Casino. Da wird gezockt ohne Ende mit enormen Risiko ( geschlossenen Fonds, Aktienhandel mit Geld was man gar nicht hat, Wetten auf Kurseinbrüche, Hypothenkenramsch, etc. ). Die Staatschulden tun ihr übriges. Das grosse Problem ist, dass die Glaubwürdigkeit / Vertrauen fehlt. Der Staat “verschweigt” die Rentenkürzung, Banken vertrauen sich selbst nicht mehr, etc. Ich finde, es sollte in Zukunft etwas “ruhiger” und “gesitteter” zugehen, damit der Bürger seine Zukunft gestalten kann mit Hilfe von Beratern, die ihren Job und den Kunden ernst nehmen. Wir sind an der Front und der Kunde hat ein Recht auf Verlässlichkeit. Wir können unseren Teil dafür beitragen, dass der Kunde eine Perspektive hat mit ehrlicher und zuverlässiger Arbeit.

  5. Marcel H. Costin, 1. September 2011 um 19:30 Uhr

    Alles super Kommentare, denen kann ich nur zustimmen!

    Die Welt ist komplex, das Leben kurz. Jeder muss sich entscheiden, wie weit setzt er sich damit außeinander, oder ignoriert er entspannt und lebt im JETZT.

    Ist bisschen wie mit den Hausaufgaben in der Schule, erst Hausaufgaben machen und dann Spielen. Viele machen ihre Hausaufhaben jedoch gar nicht und spielen gleich. Wer aber schlau ist, lässt sich die Hausaufgaben von einem Vermögensberater oder sonstigem Finanzberater zum größten Teil abnehmen und hat sogar mehr Zeit zum spielen.

    Gute Berater gibt es genug, man muss sich nur umsehen und selber bereit sein gute Leistung im eigenen Umfeld bekannt zu machen. Dann hat man im Alter auch mehr Spielkameraden!

    Die Jungs und Mädels hier bringen eine hervorragende Leistung, drücken die Schulbank, bilden sich weiter und engagieren sich. Das wird oft nicht gesehen, da der Kunde ja nur aktiv die Zeit erlebt, wo der Berater mit ihnen zusammen ist. Hinter den Kulissen reißt der Einsatz jedoch nicht ab. Warum? Weil sie daran glauben… Qualität setzt sich durch!

    Geld verdienen geht auch mit weniger engagiertem Einsatz, wie in den Medien immer wieder aufgedeckt wird. 🙁

    Und immer dran denken, nicht lange, dann ist Morgen auch Jetzt!

    .

    Mit besten Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion Düsseldorf/Köln
    0177/7616059