Trügerisch

27. August 2011 | 541 mal gelesen

Wachstums-Champion, hohe Steuereinnahmen und weniger als 3 Millionen Arbeitslose – man sollte meinen, Deutschland kann es nicht besser gehen.

Doch die Situation ist trügerisch: Um 11 Prozent haben im Jahr 2010 die öffentlichen Schulden zugenommen, nach 7,4 Prozent im Jahr davor.

Und niemals zuvor war die Relation zwischen Bruttoinlandsprodukt und Schuldenstand mit 75,7 Prozent so hoch wie im letzten Jahr. 59,6 Prozent waren es im Jahr 2000, 41,1 Prozent 1990, 30,3 Prozent 1980 und 20,6 Prozent 1970. All dies zu entnehmen der aktuellen Ausgabe des map-fax 22/11.

Stellt sich die Frage nach einer Umkehr von der Neuverschuldung zum Schuldenabbau, so wie es jede Privatperson und jedes Unternehmen auch tun müssen.

Wenn nicht jetzt, wann dann?


Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Frank Schmidt, 27. August 2011 um 11:35 Uhr

    Hallo

    Ich fürchte, das wird kurzfristig nicht gelingen. Denn wenn ich nicht irre, steigt die Verschuldung schon seit 1961 mehr oder weniger kontinuierlich an. Ich glaube, der Spruch, was lange währt wird gut, gilt hier nicht. Eher der Spruch Eures Doktors, dass jeder Fuchs mal beim Kürschner landet.

    Sollten wir Grund zur Sorge haben? I wo, Japans Staatsverschuldung liegt bei über 470% des BIP. Bevor wir da hinkommen, können wir noch rund 13 Bill. Euro an Schulden machen, und 2 Bill. haben wir doch erst. Es ist also noch Land in Sicht. (Galgenhumor)

    Ich hoffe nur, „man“ regelt das Problem nicht, mit einem kleinen netten Krieg. Gott sei Dank sieht es jedoch so aus, als könnte sich den derzeit keiner „kaufen“. Mir persönlich wäre eine Inflation sehr recht.
    Die Diskussion um die Imobilie und Altersvorsorge, war doch auch erst.

    MfG
    Frank Schmidt

  2. Eckhard Stephan, 27. August 2011 um 18:12 Uhr

    Hoffentlich, Herr Dr. Lach, intendieren Sie nicht (zwischen den Zeilen) auch noch den Unsinn mit den Sparprogrammen für die Staatsausgaben zum Schuldenabbau, wie es die derzeitigen Eliten verordnen. Milliarden Euro an Sparprogrammen lassen Milliarden Euro an Investitionen und Kaufkraft verdampfen. Diese Herrschaften wollen aus nachvollziehbaren Gründen einfach nicht zur Kenntnis nehmen, dass der Weg zur allmählichen Rückkehr in ausgeglichene Staatshaushalte über volkswirtschaftliches Wachstum und dem Abbau der Ungleichgewichte zwischen den nationalen Volkswirtschaften führt. Diesen Prozess begleiten lassen von der sukzessiven Übergabe nationaler Kompetenzen nach Brüssel, d. h. Europa weiter zusammenwachsen lassen, und dem sich derzeit zusammenbrauenden Unheil würde zunehmend Lebenssaft entzogen werden können. Doch das, was derzeit diesbezüglich an Konfusion in den Köpfen unserer politischen und wirtschaftlichen Kompetenzträger abläuft, lässt für die Zukunft nichts Gutes ahnen. Gerechtigkeit und Freiheit in unserer Gesellschaft sind im Begriff Schaden zu nehmen, wenn die deutsche Öffentlichkeit zur Kenntnis nehmen muss, dass die Entgelte der abhängig Beschäftigten beispielsweise auf das Niveau von 2000 zurückgeworfen sind, – zugleich aber die Gewinne der Unternehmen exorbitant gestiegen sind. Wenn die wirtschaftliche Prämisse u. a. so ausgezeichnet ist, wen wundert es, wenn volkswirtschaftliche Dysfunktionen an der Tagesordnung sind. Last but not least erlebe ich als Vermögensberater diese Wirkungen zunehmend in meiner täglichen Arbeit, die immer mehr der Quadratur eines Kreises zu ähneln beginnt.

    Grüße aus Berlin vom Vermögensberater Eckhard Stephan