Schade…

22. August 2011 | 524 mal gelesen

Schade, nun steigt auch das renommierte Handelsblatt (12.08.2011, Seite 60) in die tendenziöse, unausgewogene und undifferenzierte Stimmungsmache gegen all diejenigen, die Kunden in Finanz- und Vermögensfragen beraten, ein.

Kunden werden nicht beraten, sondern verraten, oder Fachwissen der Berater = Null, dies nur einige wenige Vorwürfe, die allen Beratern der Branche entgegengebracht werden.

Ein Originalauszug:

“Es gibt beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft eine Zahl, die das Dilemma auf den Punkt bringt. Es ist die Zahl der Lebensversicherungen in Deutschland: Die Versicherungsbranche hat es geschafft, die 40 Millionen erwerbstätigen Deutschen mit 56 Millionen Lebensversicherungen einzudecken. Jeder Erwerbstätige hat sein Leben also 1,4 mal versichert. Wozu er aber, wenn er denn einmal tot ist, noch ein weiteres knapp halbes Leben versichert haben soll, hat ihm sein Finanzberater nicht erklärt.”

Liebes Handelsblatt: Eine Lebensversicherung dient der Hinterbliebenversorgung, und jede Witwe mit zwei schulpflichtigen Kindern wird ewig dankbar sein, wenn ihr kürzlich verstorbener Mann reichlich vorgesorgt hat. Hoffentlich nicht nur mit 1,4 Verträgen, sondern mit einer Versicherungssumme, die die Ausbildung der Kinder und einen verträglichen Lebensstandard ermöglicht.

Zudem: Wer früh mit der Vorsorge beginnt, wird im Laufe seines Erwerbslebens mit steigendem Einkommen hoffentlich die vohandenen Spar- und Vorsorgeverträge durch weitere aufstocken. Denn Riester allein reicht ganz sicher nicht. Insoweit sind 1,4 Verträge auch aus diesem Blickwinkel viel zu wenig.


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Kommentare für diesen Artikel (15)

  1. Marcel H. Costin, 22. August 2011 um 21:15 Uhr

    Guten Abend,

    habe den Artikel selbst nicht gelesen und beziehe mich daher auf das Zitat hier im Blog…

    …die Aussage klingt für mich so als hätte da jemand in Statistik geschlafen…

    …das ist doch eine Milchmädchenrechnung! Das Verhältnis muss doch nicht 1:1 sein, es kommt doch auf die Gesamtsumme aus allen Verträgen an, z.B. aus zwei “halben” oder einem “ganzen” Vertrag. Die Anzahl der Verträge spielt gar keine Rolle. Und wenn jemand 10 hat ist das doch seine ganz private Sache. Zum Abschluß gehören obendrei immer zwei volljährige, geschäftsfähige Menschen.

    Und dazu leistet sich manch Erwerbstätiger vielleicht auch eine LV für seine/n nicht erwerbstätigen Lebenspartner/in oder Kind. Stichwort: Beerdigungskosten. Dazu sparen heutzutage bereits Kinder für das Alter – ZinsesZinsEffekt nutzen.

    Oft fängt man doch mit einem kleinen Beitrag an, stockt ihn später auf oder ergänzt ihn in Kombination mit weiteren Vertrags-Optionen eines weiteren Vertrages. Dazu ändern sich Gesetze, so dass man manche älteren Verträge besser nicht anfasst um noch von den Vorteilen des alten Gesetzes oder besonderen Vertragsbedngungen zu profitieren und schließt lieber einen neuen Vertrag nach neuem Recht ab, und so weiter… .

    Auch sind Sonderauszahlungen während der Vertragslaufzeit bei manchen Verträgen auf Anzahl X oder im Abstand von Y Jahren begrenzt. Da ist es auch schon Mal sinnvoll den gleichen Vertrag mehr als einmal abzuschließen und in beiden je die Hälfte der Sparsumme fließen zu lassen: Doppelte Sonderauszahlungen.

    Dafür sind Berater da, egal welcher Coleur.

    .

    Mit besten Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion Düsseldorf/Köln
    0177/7616059

  2. Markus Gänsler, 23. August 2011 um 00:54 Uhr

    Witzig! Vor einige Jahren hatte ich eine Analyse bei einem Interessenten aufgenommen, der hatte 6 konventionelle Lebensversicherungen von der gleichen Gesellschaft – mit einer Todesfallsumme von weniger als 50.000,- DM!!! Und das, obwohl eine Immobilienfinanzierung lief und 4 Kinder da sind! – Ohne Worte!
    Vielleicht sollte das Blatt auch mal in Erwägung ziehen, dass einige einen Lebensversicherungsvertrag aus steuerlichen Gründen haben, z.B. aus der Zeit, als nur 10% der einzuzahlenden Beiträge als Todesfallsumme bereitstehen mussten! Lebensversicherung ist nunmal nicht nur Absicherung des Lebens für den Fall des Todes, sondern auch Absicherung für den Fall des Er-Lebens!
    Beste Grüße

  3. Thomas Lange, 23. August 2011 um 15:08 Uhr

    Schon lustig, diese Diskussion. Die Vertreter machen natürlich alles aus reinster Nächstenliebe ohne die Provision im Blick zu haben. 🙂

  4. Renate J., 23. August 2011 um 18:10 Uhr

    Na ob ein Berater jetzt 10 LV’s zu je 10€ abschließt oder eine mit 100€ ist was die Provision angeht recht gleich…

    Und Berater, die auf Empfehlungsbasis arbeiten wären schön blöd, wenn sie anfangen würden Kunden über den Tisch zu ziehen! Kriegt einer das raus, wars das mit der beruflichen Karriere!

  5. Thomas Lange, 23. August 2011 um 19:43 Uhr

    “Und Berater, die auf Empfehlungsbasis arbeiten wären schön blöd, wenn sie anfangen würden Kunden über den Tisch zu ziehen! Kriegt einer das raus, wars das mit der beruflichen Karriere!”

    Naja ….

  6. Norbert Balzer, 24. August 2011 um 01:04 Uhr

    Ich liebe Statistiken. Laut KBA sind derzeitig in Deutschland rund 57 Millionen Pkw zugelassen. Wie kann ein Mensch rund 1,4 Pkw fahren? Da hat die Automobilindustrie ganz schön eingedeckt! Im Jahre 2010 wurden ca. 8,8 Millionen Fernseher verkauft. 4,25 Millionen Deutsche besuchten allein im Jahre 2010 den Europapark. Klar, der Spass bleibt bei der Lebensversicherung auf der Strecke aber eine unversorgte Familie gibt auch keinen Anlass zum lachen. Dem Handelsblatt habe ich bisher auch mehr zugetraut! Ich fahre trotzdem gerne zu meinen Kunden und beratschlage mich mit ihnen über deren Zukunft. Etwas zur Seite zu legen hat noch nie geschadet.

  7. Thomas Lange, 24. August 2011 um 10:58 Uhr

    @Norbert Balzer

    Es ist doch immer die Panikamache was sein könnte wenn. Ich gebe ja zu, dass man in gewisser Weise Absicherung notwenig ist, aber man kann auch überversichert sein.

    Was nützt mir, wenn mir Versicherungen, Vertreter und Politiker sagen, “ich” soll für die Rente, die Pflege, die BU oder auch das Sterben vorsorgen, wenn ich mir diesen Spaß

    a.) nicht leisten kann

    und

    b.) von den Versicherungen wegen Vorerkrankungen NICHT genommen werde, Ausschlüsse erfahre oder einen Haufen Zuschlag leisten muss?!

  8. Daniel Schubert, 24. August 2011 um 12:25 Uhr

    @Thomas Lange:

    wer zu spät kommt, den straft das (Versicherten)Leben…
    Darauf haben seriöse Anbieter reagiert und Einstiegstarife geschaffen z.B. für Schüler, Auszubildende und Studierende. Mit Nachversicherungsgarantien und besten Möglichkeiten, sich später höher zu versichern, ohne erneute Gesundheitsprüfung.

    Ohne Ihre persönliche Situation zu kennen: für den Fall, dass Sie sich eine sinnvolle Zusatzversorgung nicht leisten können, hat der Staat eine Grundsicherug eingeführt. Im Übrigen wird Ihr Einkommen nicht vom Staat festgelegt, sondern SIE sind derjenige, der die Möglichkeit hat, die eigene finanzielle Situation zu gestalten.

    Zum Inhalt: ich muss sagen – so schlaue Beiträge kenne ich ansonsten eher von den „Verbraucherschützern“. Ob da das Sommerloch Vater des Artikels war?

  9. Ralf Cormaux, 24. August 2011 um 13:09 Uhr

    Herr Lange,

    ein wenig Meinungsmache betreiben Sie da schon, oder? Ob eine Absicherung notwendig ist, entscheidet doch in erster linie der Kunde selbst. Nicht umsonst arbeitet die DVAG mit Ihrem Konzept schon von Beginn an erst einmal gründlich die IST-Situation der Kunden aus und fragt nach Wünschen, Zielen und Bedürfnissen. So habe ich auch schon manches Mal bei einem Kunden festgestellt, dass Mann und Frau gleichhohe Verträge besitzen. Wenn ich dann kritisch hinterfrage, ob die Frau oder der Mann auch ohne das Einkommen des Partners klar kämen, höre ich häugig ein ja. Mindestens aber höre ich unterschiedliche Versorgungssummen und schaue in verblüffte Gesichter, warum denn beide eine gleichhohe Lebensversicherungssumme haben.

    Eins ist jedoch sicher, wer sich nicht früh mit dem Thema Absicherung beschäftigt, trägt das Risiko, aus gesundheitlichen Gründen später keine Absicherung mehr zu erhalten, ganz allein. Also kein Grund sich wegen Ablehnungen, Zuschlägen oder Ausschlüssen zu beschweren. Die meisten könnten sich Absicherung leisten, nur setzen ihre Prioritäten anders und investieren das geld häufig in Konsum oder andere Dinge. Risikovorsorge kommt jedenfalls vor Altersvorsorge, denn letztere geht im Leistungsfall ohne entsprechende Absicherung meist verloren.

    Als ich bei der DVAG anfing, war ich ein regelrechter Versicherungsgegner. Nach einigen Schicksalsschlägen im Kundenkreis, wo meine Kunden Leistungen erhalten oder diese schmerzlich vermisst haben, weil am falschen Ende gespart wurde, sehe ich das heute völlig anders. Absicherung ja, aber bitte soviel wie nötig, aber so wenig wie möglich.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux

  10. monika maruschke, 24. August 2011 um 13:49 Uhr

    Einsteigertarife und seriös…..für mich paßt das nicht zusammen….
    hier werden leute in die PKV gedrückt, die da eigentlich gar nicht hin gehören.
    Manche Versicherer haben das mittlerweile erkannt….unter anderem auch die Central 😉

  11. Daniel Schubert, 24. August 2011 um 19:04 Uhr

    @monika maruschke:

    die seriösen Einsteigertrarife bezogen sich auf die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Zu Ihrer Information: die angesprochenen Schüler, Auszubildenden und Studenten haben nicht die Möglichkeit, sich für eine Private Krankenversicherung, wie sie z.B. die Central anbietet, zu entscheiden.

  12. Thomas Lange, 24. August 2011 um 20:56 Uhr

    @Daniel Schubert

    Ich kann sie beruhigen. Ich bin 35 Jahre und WAR in jungen Jahren durchaus Willens, eine BU abzuschließen. Da ich allerdings einige, sehr gravierende Krankheiten habe und meine Medikamente im Vierteljahr bei ca. 2.000 EUR kosten, habe ich trotz unzählig eingeholter Angebote keine BU bekommen.

    Es geht in meinem Falle weniger um “es sich nicht leisten können”, als vilemehr um “nicht bekommen”. Und mich erfüllt es nicht gerade mit Freude, ggf. bei einer BU auf Grundsicherung angewiesen zu sein, da ich dann meine seit ca. 15 Jahren im Aufbau befindliche Altersvorsoge über den Haufen werfen kann.

    Bitte verstehen, dass dies für mich kein Sommerloch ist. Es sind Tatsachen. Mit zu spät kommen hat das nichts, aber reinweg nichts zu tun.

    @Ralf Carmaux

    Ich möchte eine BU-Versicherung haben und bekomme diese nicht. Da bringt es mir herzlich wenig, wenn Versicherungen und Politiker mehr Eigenverantwortung fordern. Geht man mal nüchtern ran, bin ich eigentlich auch dumm fürs Alter vorzusorgen, da ich meine Altersvorsorge erstmal verpulvern darf, sollte ich BU werden und Grundsicherung benötigen. Und das ich nicht bis 67 arbeiten gehen werde können, ist Armut vorprogrammiert.

  13. Daniel Schubert, 25. August 2011 um 12:15 Uhr

    @Thomas Lange:

    Das Problem, welches Sie ansprechen, ist sicherlich gravierend. Aus meiner Sicht war es von vornherein eine sehr ungerechte Entscheidung, die (lückenhafte) Absicherung aus der gesetzlichen Rentenversicherung herauszunehmen und auf private Anbieter zu verweisen, ohne zumindest für eine Übergangszeit Verträge OHNE GESUNDHEITSPRÜFUNG zu ermöglichen. Dann hätte in der Anfangszeit nach der damaligen Reform jeder die Möglichkeit gehabt, sich abzusichern.

    Der Fehler und das Versagen liegt allerdings aus meiner Sicht ganz eindeutig bei der Politik und nicht bei den so oft und gern gescholtenen Versicherungen.

  14. monika maruschke, 25. August 2011 um 15:58 Uhr

    @daniel schubert
    sorry, bis jetzt hab ich das ort einsteigertatif immer nur im zusammenhang mit der PKV gehört….
    vielen dank für ihre information. ich rate ihnen dringend zu einer nachschulung. das studenten sich nicht privat versichern dürfen….er hat ihnen denn das vermittelt ??
    natürlich können sich z.b studenten privat versichern….da gibt es sogar spezielle tarife…..sogar von der central 😉

  15. Andreas Röhr, 25. August 2011 um 20:05 Uhr

    Hallo,

    jaja, so ist das eben ….. die eine kannte Einsteigertarife nur aus der PKV und der andere kennt eben diverse Möglichkeiten bei der Central nicht.
    Niemand kann alles wissen !!!

    Nur gut das wir auf vielen Weiterbildungsseminaren im In- und Ausland die Möglichkeit des Austausches haben !

    Viele Grüße
    Andreas Röhr