Spaß am Sparen

29. Juni 2011 | 1.083 mal gelesen

Wer als Erwachsener freiwillig auf Konsum verzichten und für das Alter vorsorgen soll, sollte tunlichst schon als Kind und Jugendlicher “lernen”, dass Sparen belohnt wird.

Früher, zu meiner Zeit, konnte mir als Kind dies vermittelt werden, indem ich am Weltspartag mein Geld zur Bank auf das Sparbuch brachte und dort zumindest zwei oder drei Prozent, manchmal auch mehr Zinsen auf meine kleine Spareinlage erhielt.

Nicht viel, aber immerhin wurde mir als Kind so schon sehr früh klar, dass sich Geld vermehren kann.

Wie frustrierend ist es heute. Denn für mühsam abgezwackte 200 oder 300 Euro auf dem Sparbuch gibt es nur Centbeträge.

Wie soll so bei Kindern Spaß am Sparen entstehen – wichtige Grundvoraussetzung, es auch später, wenn es dringend notwendig ist, zu tun?

Höchste Zeit also, dass die Zentralbanken die Politik des ganz billigen Geldes beenden, damit die Banken auch wieder auf die Einlagen der Kinder angewiesen sind – und dafür etwas bezahlen.

Bleibt ansonsten nur der Rat eines kompetenten Beraters, denn auch für Kleinsparer gibt es weitaus rentierlichere Möglichkeiten als das Sparbuch. Auch wenn dieses jahrzehntelang gerade für Kinder der ideale Einstieg in den Gedanken des Sparens war.


Kommentare für diesen Artikel (4)

  1. Eckhard Stephan, 29. Juni 2011 um 10:02 Uhr

    Lieber Herr Dr. Lach, beschwören Sie bitte nicht die Zinserhöhungen. Denken Sie bitte an die überbordene Verschuldung Europas. Sie würden schlichtweg eine Katastrophe auslösen! Nein! Die Veränderungen müssen m. E. auf einem anderen Gebiet – bereits überfällig geworden – einsetzen. Das durchschnittliche Reallohnniveau in unserem Land ist auf den Beginn der neunziger Jahere zurückgefallen. Hier die Produzenten nachhaltig an den ausserordentlichen Gewinnzuwächsen der Unternehmen zu beteiliegen, wird auch der Vermögensbildung des “Otto-Normalverbrauchers” wieder ein Potential zueignen, das diesem Begriff genuin entspricht. In meiner Arbeit als Vermögensberater (inzwischen 17 Jahre) begegne ich zunehmend Situationen, in denen die Fähigkeit der Kunden zur Vermögensbildung eindampft wie Wasser in der Wüstensonne.

  2. Thomas80, 1. Juli 2011 um 07:45 Uhr

    Wie schon mein Vorschreiber erklärt hat : Zinserhöhungen sind völlig falsch. Das würde die jetzige auf Pump finanzierte Konjunktur einbrechen lassen .

    Viel wichtiger wäre es, die Abgeltungssteuer rückgängig zu machen. 25 % Steuer auf den Wertpapierverkauf, Dividenden usw. wieder abzuschaffen.

    Mit dieser Steuer wird die Vorsorge des mündigen Bürgers bestraft.

    Es gab ja auch letztes einen Bericht, in welchem die Einnahmen durch die Abgeltungssteuer viel zu niedrig waren.Kein Wunder, denn mündige Bürger verlagern ihre Wertpapiere und Geldanlagen ins Ausland….

    Ach ja; ich hab mir auch eine Griechenland-Anleihe vor kurzem gekauft. Da gibts satte Zinsen; ein Ausfall der Zahlung wirds höchstwarhrscheinlich nicht geben, denn die EU hat sich ja verpflichtet zu helfen.

    Auch ich will von den hohen Zinsen profitieren….die Banken profitieren ja schon

  3. , 3. Juli 2011 um 14:29 Uhr

    @ Thomas80

    Na dann weiter viel Spaß beim Zocken. Vergessen Sie nur nicht, die Anleihen rechtzeitig abzustoßen. Die deutschen Banken und Versicherer haben dies längst fast vollständig getan.

  4. , 3. Juli 2011 um 14:37 Uhr

    @ Eckhard Stefan

    Ganz sicher haben Sie Recht damit, dass das sehr niedrige Lohnniveau in Deutschland massive negative Auswirkungen auf das Konsum- und Vorsorgeverhalten der Bürger hat. Wer nichts hat, kann auch nichts sparen. Im Gegenzug ist natürlich die jahrelange Zurückhaltung bei den Löhnen der Grund für die europa- ja weltweit sehr hohe Produktivität deutscher Unternehmen. Und diese wiederum ermöglicht erfreulicherweise viele Arbeitsplätze, die in den meisten anderen Ländern (sh. Spanien!) fehlen.

    Der Zusammenhang zwischen Zinserhöhung und Staatsverschuldung ist m.E. zu relativieren. Auf die bestehenden hohen Schulden wirkt sich eine Zinserhöhung nicht aus. Hingegen würde eine Zinserhöhung vielleicht mit dazu beitragen, dass die Neuverschuldung der öffentlichen Hand – wünschenswert – zurück geht. Natürlich verbunden mit einem moderaten konjunkturellen Dämper, aber den kann aktuell gerade unser Land wohl am besten verkraften.

    Bleibt am Ende: Die Materie ist komplex und deshalb schwierig zu steuern. Egal an welcher “Stellschraube” gedreht wird, es wird immer Vor- und Nachteile bzw. Gewinner und Verlierer geben.