Finanzwissen mangelhaft

26. Juni 2011 | 771 mal gelesen

Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie in acht europäischen Ländern wurde das Finanzwissen der Bürger mit drei vermeintlich einfachen Fragen getestet (siehe u.a. Berliner Morgenpost vom 16. Juni 2011):

  1. Stellen Sie sich vor, Sie haben 100 Euro auf dem Sparbuch, verzinst mit zwei Prozent pro Jahr. Wieviel werden daraus innerhalb von fünf Jahren (mehr als 102 Euro, genau 102 Euro, weniger als 102 Euro)?
  2. Der Zins auf Ihrem Sparbuch liegt bei einem Prozent pro Jahr, die Inflationsrate bei zwei Prozent. Wie viel können Sie nach einem Jahr mit dem Geld auf dem Sparbuch kaufen (mehr als heute, genauso viel wie heute, weniger als heute)?
  3. Ist diese Aussage richtig oder falsch: “Die Wahrscheinlichkeit, dass eine einzelne Aktie einen Gewinn abwirft, ist höher als die Chance, dass ein Aktienfonds im Plus landet”?

Eigentlich einfache Fragen, sollte man meinen. Die Auswertung zeichnet ein anderes Bild:

Jeder Fünfte der 1.059 Befragten beantwortete Frage eins falsch. Auch bei Frage zwei war es jeder Fünfte, der falsch antwortete oder vorgab, keine Ahnung zu haben. Bei Frage drei waren es 40 Prozent.

Interessant: 70 Prozent der Befragten, die sich Gedanken um ihre Altersversorgung machen, beantworteten alle drei Fragen richtig. Bei den “Sorglosen” waren es nur 54 Prozent.

Unterm Strich bleibt: Wenn die Menschen schon bei vergleichbar einfachen Fragestellungen scheitern, zeigt dies deutlich, wie wichtig und dringend notwendig die Beratung durch einen Fachmann wie zum Beispiel durch einen Vermögensberater ist.


Schlagwörter:

Kommentare für diesen Artikel (7)

  1. Wolfgang, 26. Juni 2011 um 13:08 Uhr

    Dei Fragen sind einfach. Für die meisten Vermögensberater, wahrscheinlich mehr als 20%, aber genauso schwierig.
    Zum nachrechnen:
    Frage 1: 110,41 Euro.
    Frage 2: 99,02 Euro.
    Für Vermögensberater eigentlich sehr leicht zum kontrollieren.

    Gruß Wolfgang

  2. Jürgen Z., 26. Juni 2011 um 17:16 Uhr

    @ Wolfgang,

    in den o.a. Beispielen wurde NICHT nach (rechnerischen) Ergebnissen gefragt, sondern nach “mehr / weniger u. Wahrscheinlichkeit ” 😉

    Zweifellos haben Sie mit Ihren Ergebnissen eine gewisse rechnerisch/mathematische Kompetenz an den Tag gelegt, wobei sich mir Ihre Antwort 2 nicht wirklich erschließt .

    Sollten Sie allerdings vom Wert 1 ausgegangen sein, ist auch dieser Wert i.O..

    Ihre Behauptung allerdings, das diese “Aufgaben” für die meisten VB´s “schwierig” seien, halte ich für sehr, sehr weit hergeholt.

    In unserer Ausbildung ist für den Bereich “rechnerisch/mathematische Kompetenz und Finanzmathematik” ein breiter Raum u. viele Stunden vorgesehen.

    Gehen Sie also getrost und sicher davon aus, das diese Aufgaben zum ” (ganz) kleinen Einmaleins für hautberufliche VB´s zählen. 😉

    Vielmehr sollten WIR als VB´s der DVAG (mit) dafür Sorge tragen, das die finanzielle Allgemeinbildung der Menschen BESSER wird.

    In unserer täglichen Arbeit bietet sich dazu reichlich Gelegenheit 🙂

    Rechnerisch kompetente Grüße,

    Jürgen Z.

  3. Norbert Strauß, 26. Juni 2011 um 19:48 Uhr

    @ Jürgen Z.
    ….genau mt dieser Meinung gehe ich volkommen konform und bei mir rechnen die Kunden wirklich selbst solche und ähnliche Aufgaben – das Wichtigste : es sind dann IHRE Zahlen und Ergebnisse. Gleichzeitig zeigt der VB auch das ER es drauf hat und nicht sein Computer.
    Norbert

  4. Wolfgang, 26. Juni 2011 um 20:55 Uhr

    @ Jürgen Z.

    Danke für die Kontrolle. Welche Erschließung gäbe es bei Frage 2 außerdem ?

    Gruß Wolfgang

  5. Jürgen Z., 27. Juni 2011 um 04:31 Uhr

    Das wirklich dramatische sind doch die im Artikel genannten “Sorglosen” Menschen.

    Bei diesen MÜSSEN wir als VB ein “neues und besseres” Be-WUSST-sein für Zahlen, Zinsen, Zinseszins usw. wecken.

    Die Praxis zeigt, das wenn wir GEMEINSAM mit dem Kunden SEINE Zahlen er-rechnen (z.B. anhand seiner aktuellen Renteninformation), ganz schnell das “AHA-Erlebnis” kommt und der Kunde beginnt, sich (u.a.) auch mit Beispielen wie im o.a. Artikel auseinander zu setzen.

    LEIDER führt dieses mangelnde Finanzwissen sehr häufig zu falschen Entscheidungen wie z.B. im Bereich der privaten Altersvorsorge.

    HIER gilt es anzusetzen >> Fähigkeit führt immer zu Sicherheit << – diese Sicherheit in der finanziellen Allgemeinbildung können und MÜSSEN wir den Menschen vermitteln um sie in Zukunft vor "bösen Überraschungen" zu bewahren.

    Freundliche Grüße,

    Jürgen Z.

    BTW:
    @ Wolfgang – in Frage 2 wurde nach den Zeitraum nach EINEM Jahr gefragt ….

  6. Beckmann, Patrik, 27. Juni 2011 um 06:59 Uhr

    Es besteht also dringender Beratungsbedarf!!!

  7. Wolfgang, 27. Juni 2011 um 07:11 Uhr

    @Jürgen Z.

    Somit gibt es nach meiner Berechnung und Ihrem aktuellen Beitrag keine weitere Erschließung. Die Frage nochmal:
    Der Zins auf Ihrem Sparbuch liegt bei einem Prozent pro Jahr, die Inflationsrate bei zwei Prozent. Wie viel können Sie nach einem Jahr mit dem Geld auf dem Sparbuch kaufen (mehr als heute, genauso viel wie heute, weniger als heute)?
    99,02 Euro nach einem Jahr ist doch nicht falsch, oder ?