Geschlossene Fonds

25. Juni 2011 | 877 mal gelesen

Der Verkauf von geschlossenen Fonds ist zunächst einmal sicher nichts Schlechtes. Es handelt sich hierbei aber in der Regel durchaus um vergleichsweise riskante Produkte. Viele mit dem Risiko des Totalverlustes und fehlender Veräußerungsmöglichkeit während der Laufzeit. Andere mit wackeligen steuerlichen Vorteilen, die mehrfach bereits gekippt wurden.

So war es denn auch der Verkauf geschlossener Fonds an ahnungslose Privatkunden, der gerade in den letzten Jahren maßgeblich zur Schädigung des Images des Beraterberufes beigetragen hat.

Gerne wird hierbei in den Medien auch den großen Finanzvertrieben in erheblichem Umfang Mitverantwortung zugeschrieben, nur bedingt zu Recht.

Die Fachzeitschrift finanzwelt (Ausgabe 3/2011, Seiten 114 f.) hat dies zum Anlass genommen, bei vier Finanzvertrieben – AWD, MLP, OVB und Bonnfinanz – nach der Bedeutung dieses Geschäftssegmentes zu fragen.

Alle vier vermitteln geschlossene Fonds, auch heute noch, allerdings mit geringem Anteil am Gesamtgeschäft.

Dies zeigt: Geschlossene Fonds werden offensichtlich in erster Linie von kleineren Finanzvertrieben und freien Anlageberatern vermittelt, die – noch – keinen gesetzlichen Vorschriften unterliegen.

Übrigens: Bei der DVAG Deutsche Vermögensberatung hat finanzwelt nicht nachgefragt. Logisch. Denn die Antwort wäre gewesen: Wir vermitteln keinen geschlossenen Fonds und verzichten damit bewusst auf eine Einnahmequelle, die alle anderen nutzen. Denn wir wollen unseren Kunden die mit diesen Produkten verbundenen Risiken nicht zumuten.


Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Andreas Eswein, 25. Juni 2011 um 11:32 Uhr

    Für uns ist es ja auch logisch und richtig keine Geschlossenen Fonds zu verkaufen.
    Da kann man sehen in welchem Unternehmen der Kunde und der VB wirklich wichtig ist – na klar bei der “No. 1” ich sag nur
    Familienunternehmen 🙂 ich liebe es

    Exklusive Grüße
    DANKE

  2. Wolfgang Stadler, 25. Juni 2011 um 12:17 Uhr

    Interessant, dass wir nicht gefragt werden – somit wird das auch nicht veröffentlicht und die Menschen glauben weiterhin Halbwahrheiten über uns. Erst Gestern sagte mir wieder jemand, wir wären ja eine Tochter der AM Leben.

    einfach über den Dingen stehen 🙂

    Schönen Gruß

  3. Ursula Klein, 26. Juni 2011 um 20:58 Uhr

    Anfang des Jahres stand in einem Artikel der Wirtschaftswoche, dass speziell die Berater der Strukturvertriebe wie DVAG, AWD, OVB, etc. geschlossene Fonds verkaufen, um natürlich – am Bedarf des Kunden vorbei – viel Geld zu verdienen.
    Insbesondere bin ich über die Jounalisten der Wirtschaftswoche enttäuscht, die ungeprüft Falsch-Informationen übernehmen. Von diesen erwarte ich mehr Sorgfalt und mehr Fachwissen – ihre Artikel werden schließlich nicht von der breiten Masse gelesen, sondern von Personen, die sich für Wirtschaft interessieren.
    Herzlichen Gruß