Beratungsprotokoll

8. Juni 2011 | 913 mal gelesen

Seit Anfang 2010 sind auch Banken und Sparkassen dazu verpflichtet, zum Schutze des Kunden Beratungsprotokolle anzufertigen und dem Kunden auszuhändigen.

Dass einige Institute auf diesem Wege versuchen, den Kunden durch Unterschrift zum Verzicht auf Haftungsgrundlagen zu bewegen, hatten wir in diesem Blog bereits thematisiert (zuletzt im Blogbeitrag vom 26. Januar 2011).

Nunmehr stellt sich heraus, dass die BaFin gegen sechs Banken ein Bußgeldverfahren wegen fehlerhafter oder gänzlich fehlender Beratungsprotokolle eingeleitet hat.

Fraglich, ob das dabei maximal mögliche Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro tatsächlich die beabsichtigte Wirkung haben wird.

Viel gravierender ist, dass auch dieser erneut von einigen wenigen zu vertretende Missstand in der Finanzberatung – aufgrund der umfänglichen Berichterstattung in der Presse – allen Beratern schadet – auch denen, die ordentlich und gesetzeskonform arbeiten.


Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Peter Schattling, 9. Juni 2011 um 08:22 Uhr

    Ein Protokoll hat bisher noch niemandem geholfen.
    Der typisch deutsche Glaube an die Wunder der Bürokratie hat immer nur
    mehr Arbeit gemacht und sowohl Beratern als auch Kunden Beratungszeit
    gekostet.
    Papier wird niemals eine vertrauensvolle Kundenbeziehung ersetzen sondern
    den Kunden eher in trügerischer Sicherheit wiegen.

  2. Ralf Gottfried, 9. Juni 2011 um 10:39 Uhr

    Das Beratungsprotokoll soll die Sicherheit bei Vertragsabschlüssen erhöhen. Klar ist damit nicht garantiert, dass die Leute nicht über den Tisch gezogen werden, wie es auch in den Beitrag beschrieben wird.

    Ich würde trotzdem nicht drauf verzichten wollen, da es eine wichtig Grundlage der Beratung ist. Die Strafen dafür sollten nur hoch gesetzt werden, da 50000€ viel zu wenig sind, wenn man bedenkt was man damit einnimmt.