Eigentor

7. Juni 2011 | 844 mal gelesen

Seit Jahren sind sie rückläufig oder auf sehr niedrigem Niveau: Die bei der BaFin und beim Versicherungsombudsmann eingereichten Kundenbeschwerden.

So gingen im Jahr 2010 beim Versicherungsombudsmann 18.440 Beschwerden ein – bezogen auf insgesamt rund 440.000.000 Versicherungsverträge eine verschwindend geringe Anzahl, auch wenn die Tageszeitung DIE WELT in ihrer Ausgabe vom 27. Mai 2011 unverständlicherweise von “Jede Menge Ärger mit Versicherungen” spricht.

Die erfreulich niedrigen Zahlen belegen: Im Großen und Ganzen sind der Service der Versicherer sowie die Beratung und die Kundenbetreuung der Vermittler zumindest so gut, dass nahezu kein Anlass zu Beschwerden bei übergeordneten Instanzen / Einrichtungen besteht.

Dies steht im krassen Widerspruch zu den aktuellen Imagewerten der gesamten Finanzbranche – ein echtes Paradoxon also.

Die Ursachen:

Einige Wenige tun alles dafür, dass all diejenigen, die ordentlich arbeiten, leiden müssen. “Budapest” und die gerade wegen fehlender Beratungsprotokolle abgemahnten Banken lassen grüßen.

Und: In der Wahrnehmung der Bürger gibt es keine klare Trennlinie, was das Verhalten und das Image von Bankberatern, sich so bezeichnenden freien Anlageberatern mit Schwerpunkt grauer Kapitalmarkt / geschlossene Fonds, Versicherungsvertreter angeht. Falsch- und Fehlberatung in einem Segment trifft somit immer den gesamten Berufsstand der Berater in der Finanzbranche.

Niederlage durch Eigentor also – oder doch Stürmerfoul?


Kommentare für diesen Artikel (1)

  1. Harri Schultze, 7. Juni 2011 um 11:00 Uhr

    Verfolgt man all die Sendungen, Presseberichte und Verschwörungsheftchen, dann müsste man ja fast davon ausgehen, dass nahezu jeder Vertrag den man abschließt in sich schon Grund für eine Beschwerde ist.

    Die Realität ist aber eine Kennzahl von 0,00% Beschwerden.
    Hinzu kommt, kaum ein Markt ist besser überwacht, beobachtet und kaum ein Vertrieb ist derart reguliert.

    So langsam würde “echter Verbraucherschutz” wohl eher darin bestehen, diejenigen an den Pranger zu stellen, die sich die 0,004% der Fälle zu Nutze machen, um damit die Menschen so sehr zu verunsichern, dass vor lauter Angst etwas falsch zu machen lieber gar nicht mehr vorgesorgt oder/und abgesichert wird.

    Der hieraus resultierende Schaden ist jedenfalls bedeutend größer, als die Schwankung in der Rendite zwischen den schlechtesten und den besten Verträgen.

    Denn am Ende zählt immer noch:
    Wer gar nichts macht, macht mit Sicherheit das Falsche.

    Gruß vom Vermögensberater aus dem Willicher Stahlwerk Becker
    Harri Schultze
    http://www.harri-schultze.de