Provisionsexzesse im Markt

2. Juni 2011 | 1.011 mal gelesen

“Provisionsexzesse”, so wird in der Fachpresse die Bereitschaft einiger Krankenversicherer zur Zahlung deutlich überhöhter Provisionen bezeichnet.

16 Monatsbeiträge und mehr sollen es sein, die Spezialvertriebe wie die zwischenzeitlich in Konkurs gegangene MEG oder der eine oder andere Maklerpool (angeblich) als Abschlussprovision erhalten (haben). Die Konsequenz: der Gesetzgeber plant eine Deckelung der Abschlussprovisionen auf 10 Monatsbeiträge und eine Verlängerung der Provisionshaftzeiten auf 5 Jahre.

Ohne diese geplanten gesetzlichen Regelungen bewerten zu wollen: Fest steht, dass hier erneut aufgrund des Fehlverhaltens einiger weniger die gesamte Branche zur Rechenschaft gezogen wird. Dies zeigen aktuelle Zahlen in der Zeitschrift für Versicherungswesen (Heft 10 / 2011): Danach erhält gerade einmal 1 Prozent der 647 befragten Vermittler 10 und mehr Monatsbeiträge Provision. Es müssen also tatsächlich die Spezialvertriebe und einige Maklerpools sein.


Kommentare für diesen Artikel (6)

  1. Michael, 3. Juni 2011 um 07:47 Uhr

    Was denken sie denn, was ein Vermögensberater bei dieser Umfrage zu den Provisionen in der PKV gematwortet hätte. Auch er verdient weniger als 10 MB. Jedoch würde man die DVAG selbst befragen, dann müsste sie wohl angeben, dass sie mehr als 10 MB von der Central erhält…Deswegen auch der sehr geringe Prozentsatz von unter 1%.
    Was finden sie denn so schlimm an der möglichen Neuregelung der verlängerten Stornohaftzeiten? Ich sehe hier als Vermittler keinen Nachteil. Auch die Deckelung auf 10 MB ist doch nicht weiter schlimm, wenn es angeblich eh unter 1% aller Vermittler betrifft.

  2. , 3. Juni 2011 um 08:33 Uhr

    @ Michael

    Möglicherweise liegen hier Mißverständnisse vor: Als DVAG Deutsche Vermögensberatung haben wir – anders als von Ihnen suggeriert – überhaupt nichts dagegen, dass die Provision auf max. 10 MB gedeckelt wird, da uns dies nicht treffen würde. Dies zeigt, dass unser Unternehmen mit den im Blogbeitrag erwähnten Provisionsexzessen nichts zu tun hat(te).

    Im Blogbeitrag ging es – zur Klarstellung – um Folgendes: Verhalten sich die Akteure auf einem Markt vernünftig, gibt es keinerlei Anlass, einen solchen Markt mit Gesetzen zu regulieren. Und das ist gut so. Insoweit ist es zu bedauern, dass aufgrund des Verhaltens einiger weniger Vertriebe und Versicherer der Staat die Provision in der privaten Krankenversicherung gesetzlich regeln muss, obwohl offensichtlich über 90 Prozent der Vertriebe und Versicherer dazu keinen Anlass bieten. Dabei spielen Inhalt und Art der Gesetze zunächst einmal gar keine Rolle.

  3. Wolfgang Stadler, 3. Juni 2011 um 13:17 Uhr

    und ergänzend zu Ihren Ausführungen, lieber Herr Dr. Lach: mich ärgert es, wenn mit solchen bodenlosen Aussagen hier herumgeworfen wird, die DVAG würde dieses oder jenes kassieren und wir armen Berater bekommen davon nix ab.

    Im Geschäftsbericht ist nachzulesen, dass die DVAG 80% der Einnahmen an die Berater weitergibt – direkt und indirekt. Dass wir dann nicht von Provisionsexzessen sprechen können bleibt einem einfachen Dreisatz als Beweis übrig.

    schönes WE

  4. Michael, 6. Juni 2011 um 09:31 Uhr

    Vielen Dank für die informativen Statements. Jedoch stellen sich mir noch folgende Fragen. Wenn die Central nicht an Provisionsexzessen beteiligt ist/war. Wiue kommt sie dann auf ein der höchsten Abschlusskostenquoten am deutschen PKV-Markt? Oder zahlt sie evtl. an Nicht-DVAG-Vertriebe mehr als an ihren Hauptgeschäftspartner die DVG selbst?
    Schöne Vorstellung, dass sich alle Marktteilnehmer fair und ehrlich verhalten, Herr Lach, aber leider funktioniert das nicht ohne Gesetze. Wieso brauchen wir sonst z.B. ein Strafgesetzbuch? Und auf die Marktregulierung kann man sich im Finanzbereich, v.a. PKV und LV, auch nicht verlassen, denn die Kunden merken es immer erst, wenn sie falsch beraten wurden, wenn es schon zu spät ist…Nämlich wenn die Auszahlungsphase beginnt oder die Beiträge im Alter stärker steigen als erwartet.
    Leider sind es laut G.u.V.-Rechnung nur 73% der Umsatzerlöse, die an die Berater gehen. Um wirklich berechnen zu können, ob evtl. unverhältnismäßig hohe Provisionen an die DVAG gehen, müsste man aber dann noch wissen wieviel in der gesamten Struktur gezahlt wird, und was wirklich alles in der Zahl zu den Vetriebskosten enthalten ist…Denn dazu gibt der GB keine Auskunft. Soll hier evtl. etwas nicht von jedem Berater nachlesbar sein?

    Viele Grüße

  5. , 7. Juni 2011 um 08:50 Uhr

    @ Michael

    Sie haben Recht, die ganze Welt ist böse.

  6. Mehmet, 10. Juni 2011 um 11:58 Uhr

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