Eigenbewegungsschaden

20. April 2011 | 1.964 mal gelesen

“Einmal beim Joggen nicht aufgepasst, im Wald auf einen Ast getreten und dabei das Band im linken Sprunggelenk gerissen”.

“Otto-Normal-Verbraucher” würde sagen: Ein Unfall und mithin auch Versicherungsschutz in einer ggf. bestehenden privaten Unfallversicherung.

Falsch: Der geschilderte Fall ist ein so genannter “Eigenbewegungsschaden”. Denn ein Unfall liegt nur vor, wenn ein von Außen auf den Körper wirkendes Ereignis den Schaden verursacht hat. Wäre also der Ast vom Baum auf den Kopf des Joggers gefallen, läge ein Unfall vor.

Nichtsdestotrotz: Wer Sport treibt, sollte auch über Risiken nachdenken und sich ggf. wegen der Absicherung beraten lassen, darauf weist ausführlich am 11. April 2011 auch die Tageszeitung DIE WELT hin:

Jeder Sportler sollte unbedingt über eine private Haftpflichtversicherung verfügen. Denn schnell fügt man anderen – vor allem im Mannschaftssport – einen Schaden zu. Und das kann teuer werden, wenn bei der Schädigung die Sorgfaltspflicht verletzt
wurde und insoweit Haftung besteht.

Auch die Unfallversicherung macht für jeden Sportler Sinn: Fast 60 Prozent (!) aller Unfälle überhaupt passieren beim Sport, die meisten davon wiederum beim Fußball. Und wenn es hier der Gegenspieler war, liegt auch kein Eigenbewegungsschaden vor 🙂


Kommentare für diesen Artikel (6)

  1. Oli, 20. April 2011 um 09:34 Uhr

    Der Artikel ist interessant. Auch wenn man die Sorgfaltspflicht wohl eher verletzt und nicht vernetzt! 😉

    Anm. des Moderators: Danke für den Hinweis, ist korrigiert 🙂

  2. Steffen Huber, 20. April 2011 um 09:38 Uhr

    Wenn hier einer denkt, dass er bei einem Unfall über die Versicherung des Vereines abgesichert ist, der irrt ganz gewaltig. Vor 2 Jahren habe ich mir bei einem Fußballspiel einen Finger gebrochen. Mein Verein hat an die Versicherung des Verbandes ( Bayerischer Fußballverband ) geschrieben mit der Bitte um eine Entschädigung. Eine Entschädigung wurde abgelehnt. Ich möchte eh mal wissen, was die überhaupt leisten bei einem Unfall. Aus meiner Unfallversicherung bei der AM habe ich sofort eine Leistung (1.000€)bekommen.

  3. Thomas S., 20. April 2011 um 12:13 Uhr

    Wer halt auf Nummer sicher gehen will, sollte eine entsprechende Unfallpolice wählen, die solche Eigenbewegungsschäden explizit mitversichert.

  4. Ein kritischer Leser, 20. April 2011 um 17:32 Uhr

    @ Steffen Huber,

    zum einen, sollten Sie der gleiche Steffen Huber sein wie hier http://www.dvag-unternehmensblog.de/2011/02/18/chancengleichheit/
    finde ich es sehr bedenklich dass Sie die Leistungen der GUV nicht kennen (gehört zu einer guten Beratung und erst recht zur Ausbildung dazu).

    Zum anderen, die GUV zahlt keine Entschädigungen wie Schmerzensgeld oder sonstige Pauschalleistungen sondern:
    – die medizinische Versorgung (also die Arztrechnung der Finger”reperatur”)
    – die Pflegeversorgung
    – die Reha
    – ggf. eine Rente

    Zum genauen Nachlesen gibt es auch eine Homepage: http://www.dguv.de/inhalt/rehabilitation/teilhabe/index.jsp

  5. Steffen Huber, 20. April 2011 um 18:11 Uhr

    @ Ein kritischer Leser

    Ich habe nicht die GUV gemeint. Bitte richtig lesen !!!

    Der Fußballverband ( BLSV ) hat einen Rahmenvertrag mit der ARAG, die bei Unfällen im Spielbetrieb Leistungen zahlt.

    http://www.blsv.de/blsv/vereinsservice/versicherungen/sportversicherung

    Was hat das mit der GUV zu tun ???

    Wenn “kritisch” dann bitte richtig, bevor Sie mir was vorwerfen.

    Vielen Dank

  6. Ein kritischer Leser, 21. April 2011 um 15:07 Uhr

    Kommentar gelöscht. Bitte klären Sie Ihre Meinungsverschiedenheit andernorts, Ihre Inhalte haben nichts mehr mit unserem eigentlichen Beitrag zu tun. Danke und sonnige Ostertage.