Böses Erwachen

12. April 2011 | 1.135 mal gelesen

Rund 1,5 Millionen Riester-Sparer erlebten – nach einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom 11. April 2011 – kürzlich ein böses Erwachen.

Denn die Zentrale Zulagenstelle für Riester-Renten buchte – ohne jede Vorwarnung – bei diesen die bislang zugewiesenen Zulagen ganz oder teilweise zurück, insbesondere, weil die Anspruchsberechtigung nachträglich entfallen war.

Es wäre naheliegend gewesen, die Sparer zunächst einmal zu informieren, um so beispielsweise dem einen oder anderen die Möglichkeit zu geben, notwendige Eigenbeiträge nach zu entrichten. So aber wird das Vertrauen der Bürger in staatlich geförderte Altersversorgung zerstört, und es ist davon auszugehen, dass viele Riesterverträge völlig unnötig beendet werden.

Weiterhin wird wieder einmal deutlich, wie wichtig die lebenslange Betreuung durch einen Vermögensberater ist. Denn dieser hilft dabei, die Anspruchsberechtigung zu prüfen und ggf. Wege zum Erhalt der vollen Zulagen aufzuzeigen. Allerdings kann auch ein Vermögensberater diese Hilfe nur dann leisten, wenn er vom Kunden über veränderte Rahmenbedingungen zeitnah informiert wird.


Kommentare für diesen Artikel (15)

  1. Norbert Strauß, 12. April 2011 um 07:48 Uhr

    Hier bleibt nur die Hoffnung ,dass sich meine jahrelange Riesterbetreuung auszahlt. Ich hoffe somit auf wenige Ausfälle in den Zulagen meiner Kunden.Auf der anderen Seite stellt sich die Frage , was die Nachkontrollen für Geld kosten. Beispielsweise habe ich Kunden bei denen aus dem Jahre 2005 jetzt 0,07 € zurück gebucht werden. Gleichzeitig warten Kunden durchaus auf ihre Zulagen ohne erkennbaren Grund über ein Jahr. Es gibt viel zu tun und wer packt es an?
    Norbert Strauß

  2. , 12. April 2011 um 07:52 Uhr

    @ Norbert Strauß

    Und: Wer bezahlt die umfänglichen Beraterleistungen, denn die Provision aus Riesterverträgen ist alles andere als kostendeckend

  3. Martin Windisch, 12. April 2011 um 09:36 Uhr

    Am Ende zählt der Service am Kunden und die Kundenzufriedenheit! Ein guter Vermögensberater kümmert sich einmal im Jahr um die bestehenden Riesterverträge und “erntet” dadurch mit Sicherheit Empfehlungen und damit neue Kunden.

  4. Marcel H. Costin, 12. April 2011 um 10:02 Uhr

    Guten Morgen zusammen,

    nun, zum Glück wertschäzten die allermeisten Kunden die gründliche Serviceleistung des Vermögensberaters und tun dies stolz in ihrem Umfeld kund. Viele Menschen glauben nämlich, dass sie sich einen Vermögensberater weder leisten, noch genügend Vermögen besitzen um beraten werden zu können. Beides ist natürlich Unsinn.

    Durch anhaltende Treue und regelmäßige Weiterempfehlungen werden für den beratenden Unternehmer auf lange Sicht die Betreuungskosten, wie z.B. beim Riestern anfallend, erst tragbar. Dafür spart er im Gegenzug Zeit und Aufwände um sich dem Marketing und der Neukundengewinnung widmen zu müssen. Dies ist bei Menschen die einen vorher gar nicht kannten sehr zeitaufwendig, da Vertrauen aufzubauen eben Zeit braucht und grundehrliches Vertrauen in diesem Geschäft das Wichtigste ist. Man kann eben nicht in allem von Anfang an richtig gut sein, Eigenmarketing, Beraten, Service… .

    Viele dienstleistende Unternehmer mit denen ich spreche leben ausschließlich davon, dass sie weiterempfohlen werden. Also nichts ungewöhnliches. Was ich dagegen ungewöhnlich finde ist, dass viele dieser Unternehmer es gar nicht als Konzept verankert haben und ihre Kunden erst aktiv darum bitten müssen. Sie verlassen sich blind darauf, da es eine Selbstverständlichkeit ist in neue Kreise weiterempfohlen zu werden.

    Genau so selbstverständlich wie bei uns.

    Mit vertrauensvollen Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  5. Steffen Huber, 12. April 2011 um 11:32 Uhr

    Ein ganz aktueller Fall. Eine Kundin hat einen Riestervertrag bei der … ( ich nenne keine Gesellschaft ). Der Kundin ist nie aufgefallen, dass jedes Jahr die Zulagen zurück gefordert werden. Die Rückforderung steht auf den Briefen der …. ganz klein drauf, was wirklich keiner lesen und erkennen kann. Da frage ich mich, warum erfolgt hier kein besser Brief seitens der …. oder warum informiert der ….-Vertreter seine Kunden nicht ? Ich ( Wir ) werden von der Aachen Münchener darüber informiert und können so unseren Kunden helfen, damit die Zulagen auch laufen. Danke an die Aachen Münchener.

  6. Tobias Bartelt, 12. April 2011 um 14:05 Uhr

    Zu diesem Thema habe ich einen interessanten Artikel gefunden:

    http://web.de/magazine/finanzen/geld/12569594-bund-fordert-halbe-milliarde-an-riester-zulagen-zurueck.html#.A1000109

    Viel spaß beim lesen.

    MfG

    Tobias Bartelt

  7. Christian Loose, 13. April 2011 um 12:09 Uhr

    Ich denke, da wird die Politik nachbessern müssen und
    es auch tun.
    Die Frage ist nur, wann bzw. wie schnell man es schafft, den Bürger darüber zu informieren, wenn es Differenzen im Bereich der gezahlten Zulage gibt und mit welcher Frist der Bürger die Möglichkeit hat, z.B. einen Fehlbetrag nachzuzahlen.

    Einen schönen Tag wünscht

    Christian Loose

  8. peterschattling, 13. April 2011 um 16:46 Uhr

    Weil ich mich auch für die Zulagen der “Riester-Verträge” meiner Kunden
    verantwortlich fühle, rufe ich bei Problemen bei der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen an.
    Es wird einem dort aber auch nicht leicht gemacht! Die sogenannten Service-Zeiten lauten: Mo-Do von 8 Uhr -17 Uhr, Fr von 8 Uhr bis 15 Uhr…
    Der Arbeitnehmer selbst, der in dieser Zeit seine Steuern für den Staat erwirtschaftet, hat hier also schlechte Karten.
    Vom Arbeitsplatz aus anrufen geht auch nicht, weil die Warteschlange jede
    Pausenzeit übertrifft.
    Vielleicht sollte der Staat, der diese Art der Altersvorsorge zu verantworten hat, auch zu dieser Verantwortung stehen.
    Ein Zulagenantrag ist nun einmal ein Antrag, der positiv oder negativ beschieden wird.
    Und dieser Bescheid ist auch zu begründen!

  9. Harri Schultze, 13. April 2011 um 18:51 Uhr

    Schade das die wirklich “geniale Riesterförderung” durch solche Themen immer wieder negativ diskutiert wird. Andersrum sollte es sein. Eine einfache wie geniale Idee, mit der sowohl Bürger mit geringen Einkommen wie auch Bürger mit hohen Steuersätzen – also unterm Strich alle – in erheblichem Maße gefördert werden.

    Das solche Förderungen mitunter komplizierte Antragswege haben, darauf kann man schimpfen – irgendwo liegt es aber in der Natur der Sache.

    Es ist eben an der Zeit zu erkennen, dass es für diese Bereiche Experten gibt – z.B. uns Vermögensberater. Jedes Jahr aufs neue kontrolliere ich alle Zulagenzahlungen in den Verträgen meiner Kunden, lange bevor diese davon mit der Riesterjahresmeldung erfahren. So lassen sich frühzeitig die Dinge klären. Natürlich geht das nur, wenn Kunde und Vermögensberater hier partnerschaftlich zusammenarbeiten und das wiederum ist gelebte Vermögensberatung.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze
    http://www.harri-schultze.de

  10. Stefan Deppisch, 14. April 2011 um 13:06 Uhr

    Hallo zusammen,

    gerade bei Beamten kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Als Berater stellen wir den Antrag und informieren den Dienstherren. Dann soll es diverse Banken geben die …-Checks machen und dann dem Kunden den Antrag erneuern, dass Ergebnis bearbeite ich dann nach… Schön wäre es, wenn sich die Berater (uns nicht ausgeschlossen) erst informieren wie der Antrag gestellt werden muss und dann handeln.

    Sonnige Grüße aus dem Steigerwald.

  11. peterschattling, 14. April 2011 um 15:23 Uhr

    Hatte heute ein interessantes Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Zentralen Zulagenstelle bezüglich ausbleibender Zulagen.
    Die Lösung war einfach: Der zwischenzeitlich eingerichtete Abgleich der Daten mit der gesetzlichen Rentenversicherung ergab eine unterschiedliche
    Schreibweise des Geburtsortes der Kundin.
    Diese einfache Lösung war aber nur durch zielgerichtetes Nachfragen möglich!
    Allerdings wollte die Zulagenstelle noch die Vollmacht meiner Kundin sehen.
    Hatte ich nicht, kenne ich auch keinen Vordruck dafür,aber es war dann trotzdem ein nettes Gespräch!

  12. Janko Lach, 14. April 2011 um 15:39 Uhr

    Bei Beamten muss ich lediglich eine Zulagennummer über den Dienstherren beantragen, sofern keine Sozialversicherungsnummer vorhanden ist. Das ist schon alles. Also gar nicht so kompliziert.

  13. Jörg Friedrich, 15. April 2011 um 11:26 Uhr

    Hallo, ( kleines Beispiel aus der Praxis )
    das zeigt einmal wie wichtig eine ständige Betreuung der Kunden, und ein Ansprechpartner vor Ort sind.
    Ich schätze mal mindestens 70% der Kunden sind überfordert durch die Bürokratie.
    Ich habe gerade den Fall, das bei einer Kundin über 600 Euro für 2 Jahre Zulagen zurück gehen.
    Warum??? Die Rentenversicherung hat einfach die Kindererziehungszeiten der Kundin nicht erfasst. Jetzt stelle ich einen Antrag auf Festsetzung der Zulage für 2 Jahre und schicke die Kundin zur gesetzlichen Rentenversicherung um die Kindererziehungszeiten nachzutragen.
    Falls das nicht passiert, wird mit dem nächsten Datenabgleich zwischen Rentenversicherung und Zulagenstelle das Geld wieder zurückgebucht.
    ( selbst bei einem korrekt ausgefülltem Zulagenantrag )
    Mit freundlichen Grüßen
    Jörg Friedrich
    Tel. 03585 406156
    Vermögensberater Löbau

  14. AS-Club'er, 15. April 2011 um 16:29 Uhr

    Wenn Kindererzulagen nicht gutgeschrieben werden, liegt dies oft daran, dass die Kindererziehungszeiten nicht gemeldet bzw. erfasst worden sind.

    Hier hilft ein Festsetzungsantrag bei der AM-Leben UND das V800 bei der BFA/LVA

    http://www.famerb.de/formulare/V800BfA.pdf

  15. Kaschner, 5. Mai 2011 um 13:02 Uhr

    Ich hoffe die Meldung stimmt und es wird auch umgesetzt.

    http://www.ftd.de/unternehmen/versicherungen/:portfolio-staat-bessert-riester-foerderung-nach/60047710.html

    Erleichtert doch einiges in der aufgeregten Situation.

    Viel Grüße