DVAG zu geschlossenen Fonds

21. März 2011 | 1.302 mal gelesen

Es stimmt: geschlossene Fonds erfüllen eine volkswirtschaftlich wichtige Finanzierungsfunktion für Großprojekte. Soweit so gut.

Ob sie auch eine sinnvolle Anlageform für Privatanleger sind, kann bezweifelt werden. Dies belegt ganz aktuell wieder das Scheitern der Ideenkapital, Tochterunternehmen der
ERGO-Versicherungsgruppe und seit dem Jahr 1999 als Anbieter geschlossener Fonds am Markt.

Dazu die Financial Times vom 14. März 2011 (Seite 21):

“Viele der platzierten Beteiligungen konnten bislang die Erwartungen nicht erfüllen. Wie andere Wettbewerber auch traf Ideenkapital der Verfall der Frachtraten infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise. Von den zehn aufgelegten Schiffsfonds blieben Ende 2009 sieben hinter den Erwartungen zurück. Auch die US-Immobiliefonds haben bislang nicht die erwarteten Erträge erzielt. Gleiches gilt für die fünf Fonds, die mit britischen Lebensversicherern handeln. Zu einem Debakel für die Anleger gerieten zudem die Medienfonds von Ideenkapital. Nachdem die Finanzverwaltung die steuerlichen Vorteile aberkannt hatte, sahen sich die Anleger Nachforderungen des Fiskus in Höhe von 150 Mio. Euro gegenüber”.

Eine Erfolgsstory sieht anders aus. Ideenkapital hat nunmehr den Vertrieb eingestellt, legt keine neuen Fonds mehr auf und wickelt die vorhandenen fristgerecht bis 2027 ab. Wohl dem, der hier nicht investiert war.


Kommentare für diesen Artikel (4)

  1. Andreas Eswein, 21. März 2011 um 19:53 Uhr

    …und dann gibt es sogar noch Menschen die sich extra Geld geliehen haben um in geschlossene Fonds zu investieren … nun stehen diese Menschen vor einem Trümmerhaufen.
    Geschlosse Fonds ein absolutes “NO GO” für Privatanleger

  2. Michael Miedl, 21. März 2011 um 23:39 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    seit 17 Jahren bin ich nun in der Vermögensberatung tätig und habe bisher niemanden kennengelernt, der Freude an seinen getätigten geschlossenen Fonds hatte.
    Ach ja – abwerben wollte man mich schon oft, allerdings immer nur mit den zu verdienenden hohen Provisionen – natürlich alles zum “Vorteil” des Kunden!?
    Danke Dr. Pohl für Ihre Weitsicht!

    Viele Gruesse aus Schönwald in Oberfranken

    Michael Miedl

  3. Madlen Bilkenroth, 23. März 2011 um 22:26 Uhr

    Ich kann mich meinen Kollegen nur anschließen! Ausnahmslos JEDER Kunde bei dem ich eine solche “Kapital-(Vernichtungs-)anlage” gefunden habe, hat im besten Fall nur einen Teil seines eingesetzten Geldes verloren im schlimmsten Fall kam es zum Totalverlust.

    Ich bin sehr froh , nicht auf diese Art meine Brötchen verdienen zu müssen! Jeder der auf solche Art von Geschäft angewiesen ist, ist wirklich zu bedauern!

    Das Schlimme ist: Je “augenscheinlich” gebildeter der Mensch ist, umso größer ist der Unfug den er unterschreibt! Solche Geldanlagen sind selten beim bescheidenen Handwerker oder der Putzfrau zu finden^^ Ich habe mich oft gefragt worin sich die umgekehrte Proportionalität begründet oO?!

  4. JoachimTrapp, 24. März 2011 um 08:42 Uhr

    Ich bin der Meinung das Großprojekte auch von Banken finanziert werden, wenn das Konzept schlüssig und die langfristigen Erfolgsausichten da sind.
    Was übrig bleibt sind meist Projekte mit entweder schlechter Konzeption oder wirtschaftlich realitätsfremden Aussichten oder viel zu hohen Nebenkosten.
    Was tun ?
    Ach da macht man doch mal schnell einen geschlossenen Fonds draus und damit das auch verkauft wird kommen zu den hohen Kosten noch mal überhöhte Provisionen dazu, damit es auch wirklich nicht wieder sauer Brot in den Regalen der Vertriebe welche sich dann darauf stürzen liegen bleibt.
    Alternative ?
    Ja, warum denn nicht mal eine Pleitefirma anbieten und auch als solche dem Anleger verkaufen.
    Das wäre dann wenigstens ehrlich vom Verkäufer !
    Und der Steuerspareffekt von 100 % wäre ja dann auch erfüllt 😉

    Der fast einzige positive Effekt ist ja durch geschlossene Fonds das die M3 Geldmenge dadurch nicht so schnell wächst.

    So nun aber genug der Ironie.

    Wohl den Beratern und Unternehmen welche das noch nie angeboten haben.
    Deren Kunden schlafen ruhiger und übrigens auch die Berater.
    Es erstaunt mich immer wieder äußerst angenehm und positiv wie viel Weitsicht Herr Dr. Pohl hat, denn er sagte schon vor Jahrzehnten das wir als Deutsche Vermögensberatung keine geschlossen Fonds, Beteiligungen, Einzelaktien oder Zertifikate in unsere Produktpalette aufnehmen geschweige denn jemals unseren Kunden anbieten werden.

    Allerhöchsten Respekt vor solch einer Weitsicht.

    Viele Grüße
    Joachim Trapp