DVAG zu Schiffsfonds

10. März 2011 | 1.461 mal gelesen

Spricht man heute über Totalverluste bei privaten Kapitalanlagen, fällt fast immer:
“Lehman-Zertifikate”.

Dass es viele andere Anlageformen gibt, die zum Totalverlust führen können und deren Risiken private Anleger – manchmal selbst der Berater – meist nicht durchschauen, ist noch viel zu wenig bekannt.

Ein solcher Fall zeichnet sich derzeit bei einem 500 Mio. Dollar schweren Schiffsfonds ab, an dem auch deutsche Anleger beteiligt sind (s. FTD vom 27. Januar 2011). Die hinter dem Fonds stehende Reederei steuert auf die Insolvenz zu und muss dann die Charterraten nicht mehr bedienen.

Das Problem: Da es sich um einen geschlossenen Fonds handelt, sind die Anleger wie Gefangene im Käfig. Denn sie haben keine Möglichkeit, ihre Anteile zu veräußern und müssen so sehenden Auges mit dem baldigen Totalverlust ihrer Anlage rechnen.

Zeigt sich wieder einmal, dass die DVAG Deutsche Vermögensberatung mit dem Verzicht auf geschlossene Fonds jeder Art, auf Zertifikate und auf alle anderen Produkte des so genannten grauen Kapitalmarktes aus Sicht der Kunden eine Beratungsstrategie verfolgt, mit der sich ruhig schlafen lässt.


Kommentare für diesen Artikel (6)

  1. Ralf Gottfried, 11. März 2011 um 10:50 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    in diesem Fall zeigt es mal wieder, dass noch nicht alle aus der Finanzkrise gelernt haben, aber auch das es immernoch Leute gibt die mit der Unwissenheit von Anlegern spielen.

    Ich bin froh, dass ich es als Vermögensberater der DVAG solche Geldanlagen nicht anbieten muss/kann.

  2. Joachim Trapp, 11. März 2011 um 19:50 Uhr

    Schiffbruch erlitten ohne je auf dem Schiff gewesen zu sein 😉
    was für eine Performance !

    Aber im Ernst:
    Ich kann die Berater nicht verstehen welche so etwas anbieten.
    Es darf nicht sein das die Provison wichtiger wird als das Schicksal des Anlegers !

    Viele Grüße
    Joachim Trapp

  3. Tobias Kugler, 12. März 2011 um 20:53 Uhr

    Egal ob solche Papiere aus Unwissenheit oder ganz bewusst verkauft werden…

    So etwas gehört entweder verboten oder viiiel schärfer reguliert!

  4. Peter Schattling, 13. März 2011 um 09:56 Uhr

    Mir ist bekannt, dass geschlossene Fonds (wie auch Schiffsfonds) zur Finanzierung von Wirtschaftsobjekten notwendig sind und auch eine sehr attraktive Geldanlage sein können.
    Wichtig dabei ist aber, dass diese Anlage zum Kunden passt!
    Dieser Kunde sollte wohl “echt vermögend” sein, sollte ein “positives Steuerproblem” haben, sollte auch nur einen kleinen Teil seines frei verfügbaren Vermögens in einen geschlossenen Fonds legen und auch die Möglichkeit haben, Geld nachzuschießen.
    Damit ist für mich klar, dass diese Art der Geldanlage für den überwiegenden Teil der Sparer nicht geeignet ist!
    Trotzdem sollten diese Fonds nicht verteufelt werden, denn wenn es für den Kunden passt ist es schon in Ordnung.
    Ob es paßt, kann nur durch eine umfassende Analyse der Finanzdaten und Erfassung der Ziele und Wünsche der Kunden ermittelt werden.

  5. , 13. März 2011 um 12:52 Uhr

    @ Peter Schattling

    Da kann man nur zustimmen! 🙂

  6. Marcel H. Costin, 13. März 2011 um 14:56 Uhr

    Sehr gute Zusammenfassung und Richtigstellung, Herr Schattling!

    Viele Grüße,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059