Hybride Kunden

20. Februar 2011 | 1.261 mal gelesen

Eher zum Schmunzeln gedacht:

Hybride Kunden, so etwas liest man in der Marketingfachliteratur immer häufiger. Und offensichtlich beschäftigen sich auch die Makler mit diesem “Wesen” (s. Versicherungsjournal vom 9. Februar 2011).

Schaut man unter Wikipedia nach, steht dort unter dem Begriff “hybrid” die Verbindung von zwei Technologien. Bezogen auf Kunden ist damit gemeint: Kunden nutzen auch bei Finanzentscheidungen das persönliche Gespräch, das Telefon, E-Mails, Google und vielleicht auch Facebook, also jeden Informations- und Kommunikationskanal mit ständigem Wechsel zwischen diesen.

Deshalb muss man doch Kunden nicht gleich als “hybrid” bezeichnen. Eine schreckliche Umschreibung, die gute Chancen hat im Wettbewerb um das Unwort des Jahres.

Bei uns gibt es so etwas nicht. Kunde bleibt Kunde. Und der darf uns ansprechen, wie er will, schon immer.


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Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Marcel H. Costin, 21. Februar 2011 um 15:11 Uhr

    Mensch, toll, dann wird es an der Zeit, dass sich der Konzern in “Hybride Vermögensberatung AG” umbenennt. Slogan: Wir sind die Borg, Widerstand ist zwecklos…” oder so ähnlich. Klingt spacig und ist doch modern!

    Auf der anderen Seite finde ich es in Ordnung, wenn man für ein “Dingsda” einen Neologismus schöpft. Bei komplexeren Kaufgeschichten denke ich jedoch, dass es nur logisch ist, dass sich die Informations- und Kaufabläufe in Richtung “Dingsda”, also Hybride Kunden entwickeln… . Bei einfacheren Käufen ist es schlicht und einfach gar nicht notwendig.

    …so ein Kunde kann einfach nur gewinnen, wenn er ZUSÄTZLICH noch unaufgefordert durch seine Gesellschaft und Berater auf dem Laufenden gehalten wird. Dafür gibt es auch ein Wort: Symbiose. Es käme mir jedoch nie in den Sinn meinen Kunden einen “Symbionten” zu nennen, das Verhältnis zueinander ist gleichberechtigt. 😉

    Mit mutualistischen Grüßen,
    Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  2. Wolfgang Reinhardt, 21. Februar 2011 um 17:49 Uhr

    Wenn die “Marketingfachleute” so weiter machen werden aus Hybriden Kunden bald Hyperventilierende Kunden 🙂

    Mit Hypertonistischen Grüßen
    Wolfgang Reinhardt
    Aus Berlin für Berlin!

  3. Norbert Balzer, 21. Februar 2011 um 23:54 Uhr

    Hybride Kunden sind vielleicht auch Kunden, die eine Technologie kaufen und die andere Technologie an dem selben Ort versichern 😉