Saturn folgt Tchibo

19. Februar 2011 | 1.131 mal gelesen

Manche Versicherer können nicht genug bekommen von Vertriebsexperimenten.

Zu diesen gehört ganz sicher die Asstel Versicherung, Tochtergesellschaft der Gothaer.

Wurde die Kooperation mit Tchibo gerade wegen Erfolglosigkeit und wegen Verstoßes gegen das Versicherungsvermittlergesetz beendet, werden nun Autoversicherungen über die Elektronikkette Saturn verkauft.

Über die Erfolgsaussichten dieses Vorgehens wollen wir nicht spekulieren. Interessant aber zu erfahren, ob wenigstens Saturn über die gewerberechtliche Zulassung zur Versicherungsvermittlung verfügt, die Tchibo nicht hatte.


Kommentare für diesen Artikel (21)

  1. tim, 19. Februar 2011 um 12:13 Uhr

    Asstel bietet die günstigste Privathaftpflichtversicherung an !
    Und die haben einen guten Support. Hab schon einige Male dort angerufen und mir wurde immer sofort und freundlich eine Antwort gegeben.

  2. Ralf Gottfried, 19. Februar 2011 um 15:09 Uhr

    Hallo Tim,

    das Thema war ja nicht ob die Asstel gut oder schlecht sei,dazu werde ich mich auch nicht äußern (hätte nie ein Kunde von mir gehabt). Es wird auch nicht über die Privathaftpflichtversicherung gesprochen sondern über die Autoversicherung!!

    Es geht darum das wieder einmal Gesetzen anscheint nicht eingehalten werden. Ich stelle mir es nur komsich vor wie man bei Saturn im Weihnachtsgeschäft dann gefragt wird: “Guten Tag Herr/Frau … wollen sie neben den Fernseher nicht auch noch ihren Verwandten ein gutes KFZ Angebot dazu geben?”

  3. Christian Loose, 19. Februar 2011 um 19:27 Uhr

    @ tim

    Die günstigste Privathaftpflicht ist automatisch nicht die beste Privathaftpflicht. Das sei schonmal gesagt.
    Im Hausratbereich war die Asstel in meinen Augen auf jeden Fall nicht gut aufgestellt.
    Eine Kundin hatte diese über Tchibo vor einigen Jahren abgeschlossen und siehe da: Überspannungsschäden durch Blitz: 0% Absicherung!
    Das hatte ich bisher auch noch nicht gesehen, marktüblich waren 10%.
    Da haben wir gemeinsam mal die Elektrogeräte, wie z.B. TV, DVD, Konsole, PC, Waschmaschine, Gesschirrspüler, Kühlschrank, usw. addiert und sind auf einen Wert von 7.000,- € gekommen!
    In der Anfangszeit der Vermögenssicherungspolice hatte diese schon 100% Absicherung und es ist wohl klar, wie sich die Kundin trotz eines etwas höheren Preises entschieden hat…
    “Wer billig kauft, kauft (mindestens) zweimal.”
    Was Saturn betrifft, bin ich ja mal gespannt, wie das endet.
    Übrigens konnte man auch vor ein paar Jahren KFZ-Versicherungen
    bei C&A “einkaufen”.

    Ein schönes Wochenende wünscht

    Christian Loose

  4. AS-Club'er, 20. Februar 2011 um 15:42 Uhr

    @ tim

    Wie Sie auf die Aussage kommen, die Asstel würde die billigsten Privathaftpflichtversicherungen anbieten, kann ich nicht nachvollziehen.

    Bei einem Vergleich von Komfort-Tarif (Asstel) und Optimal-Tarif (AM-Vers) komme ich zu folgendem Ergebnis:

    Asstel: __________________ AM- Vers.

    Single: 75,69 Euro _________ 78,78 Euro
    Paare: 103,54 Euro _______ 93,18 Euro
    Familie: 110,78 Euro ______ 102,82 Euro

    Und dabei sind bei der Asstel bereits 10% Nachlass eingerechnet, aufgrund dessen, dass kein Schaden war. Eigentlich ist die Prämie 10% höher !!!
    (Und bei der AM-Vers. erhalten Hausbesitzer noch einen Nachlass von 5%)

    Sie sollten also schleunigst einen Termin mit einem meiner Kollegen hier vereinbaren um sich mal anständig beraten zu lassen, als bei Asstel in der Warteschleife am Telefon zu hängen ;-))

  5. Frank Schmidt, 20. Februar 2011 um 17:02 Uhr

    Hallo AS Club‘er,

    da kommen Sie aber auf komische Zahlen. Alles habe ich nun nicht nachgerechnet, aber die Asstel Single PHV (Komfort incl. berufliche Schlüssel) kostet jährlich 54,54€.
    Und auch das wäre mir als Makler nicht optimal genug. Eine gute Absicherung kostet für Singles weniger. Und eine gute Familien PHV sollte auch nicht mehr als 70€ kosten.

    Schon als Christian Loose schrieb, dass in der HRV keine Überspannung versichert war, ahnte ich, was dafür vermutlich die Ursache war. Die Kunden haben einfach das billigste Produkt angedreht bekommen, oder damals gewollt. Die Basisvariante, so zu sagen.

    Einerseits gehört es einfach verboten, dass Leute etwas verkaufen, von dem sie keine Ahnung haben. Aber zum Verkaufen gehören immer mind. 2 Parteien. Soll ich den Kunden jetzt bedauern?

    Aber andererseits, je mehr Mist gemacht wird, umso besser geht es den seriösen Beratern. A la long jedenfalls, Qualität setzt sich eben doch durch. Da ist der Preis gar nicht so entscheidend. Und wer NUR AUF DEN PREIS schielt, ist selbst Schuld, wenn so etwas passiert. Lieber etwas mehr zahlen, dafür aber gut abgesichert sein! (Ich hoffe, die letzten Sätze holen die Blogger von der Preisdiskussion weg! Es geht nur selten um den Preis.)

    Insofern stimme ich zu, schleunigst einen Termin zu machen.

    MfG
    Frank Schmidt

  6. Jörg Friedrich, 21. Februar 2011 um 09:46 Uhr

    Hallo,
    wie kann es sein, das Saturn KFZ-Versicherungen verkaufen kann?? Soweit ich weis, ist im Versicherungsvermittlergesetz nur als Ausnahmeregelung der Verkauf von Versicherungen über dritte erlaubt. Für die Unternehmen, die mit dem Geschäft ursächlich im Zusammenhang stehen. ( also Autohäuser mit KFZ Versicherungen und Reisebüros Reiserücktritt und Außlandskrankenversicherungen usw. )
    Beruft sich Saturn hier auf die Tippgebereigenschaft??? Ich glaube kaum, dass hier im Versicherungsbereich geschultes Personal eingestellt und registriert wurde???
    Jörg Friedrich

  7. Wolfgang Reinhardt, 21. Februar 2011 um 18:24 Uhr

    Ja ja Asstel…

    Ein Kunde von mir wollte letztes Jahr 800,- Euro für eine kaputte Duschkabine reguliert haben. Drei Monate ist erstmal gar nichts passiert. Als ich mich dann einschaltete waren sie so pikiert, dass sie erstmal abgelehnt haben. Wegen Glasschaden (Eigenversicherung vor Fremdversicherung etc.), obwohl auf den Fotos klar zu erkennen war, dass das Glas völlig intakt war. Nach vier Monaten kam dann endlich ein Scheck. Die Handwerksrechnung hatte der Kunde natürlich vorauslagt.

    Ein Einzelfall? Vielleicht. Oder steckt doch Methode dahinter? Je weniger Beitragsvolumen ein Versicherer kassiert, umso kleinlicher muss er auch bei der Regulierung vorgehen.

    Ich frage mich nur was der Kunde ohne meine Dienstleistung getan hätte. Wäre er zu Saturn gegangen???

  8. Enrico R., 22. Februar 2011 um 19:05 Uhr

    Wieder zum Thema…

    Wenn ein Friseur, als Service anbieten würde, die Räder vom Auto zu wechseln und er verliert dann ein Rad…..
    Oder ein Bäcker verkauft jetzt auch Motorenöl und der Motor geht fest….
    Das ist zwar jetzt übertrieben aber im Grunde nichts anderes.
    Cross Selling extrem!!! Verkaufen, Hauptsache es bringt Geld!!!
    Ich möchte niemand zu nahe treten aber wer kommt denn auf die Idee sich bei einem Kaffeeröster oder E.-Markt über Finanzprodukte zu informieren, derjenige muss dann auch die Konsequenzen tragen! Zu Recht wie ich finde!
    Etwas mehr Eigenverantwortung wäre manchmal zu empfehlen. Es muss jeden bewusst sein, daß es den Anbietern ausschließlich ums Geldverdienen geht und solche Kooperationen getestet werden. Es regelt dann Angebot und Nachfrage, wie immer! Aber am Ende müssen es wieder die Kunden ausbaden die gutgläubig darauf vertraut haben „Was soll denn schon passieren?“

    Und abschließend, wenn eine Versicherung „billig“ ist, hat das meist einen Grund!
    Jeder kennt das Gesetz von John Ruskin.

  9. AS-Club'er, 23. Februar 2011 um 14:34 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Sie dürfen es gerne selber auf der Internetseite von Asstel nachrechnen.

    Allerdings enttäuscht es mich schon etwas, dass nicht einmal Sie sich die Mühe gemacht haben, es nachzurechnen….. 😉

  10. Frank Schmidt, 23. Februar 2011 um 19:40 Uhr

    @ AS Clu’ber,

    sorry ich kann nicht nachvollziehen, wie man bei einer Single HP auf Ihre Werte kommt. Die Kosten einer solchen VS liegen bei 54,54€ und nicht höher. Fallen sogar noch auf 44,31€, wenn kein Schaden anfällt. Können aber auf maximal 68,18€ steigen, wenn mehrere Schäden reguliert werden müßten.

    Wie kommen Sie auf 75,69€? Kann es sein, dass Sie Zusatzleistungen mit eingerechnet haben? (Gewässerschäden? Aber auch da komme ich nur annähernd an Ihre Zahlen) Könnten Sie das bitte näher erläutern?

    Danke im Voraus und mfG
    Frank Schmidt

  11. AS-Club'er, 23. Februar 2011 um 22:37 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Tarif Komfort mit 50 Mio Deckungssumme (nur dieser Tarif beinhaltet alle Deckungserweiterungen, um halbwegs mit dem der AM-Vers vergleichbar zu sein. Dazu den Einschluss der beruflichen Schlüsselschäden (bei Asstel leider nur bis 15.000 Euro mitversichert – bei der AM-Vers mit 15 Mio. versichert) ergibt eine jährliche Prämie von 75,96 bei SF3 (also drei schadensfreien Jahren)

    Falls immer noch Fragen sind, helfe ich gerne weiter 🙂

  12. Andreas Brauer, 24. Februar 2011 um 00:58 Uhr

    @AS Clu`ber

    …. ich komme ebenso wie Herr Schmidt auf eine Prämie von 54,54 €.

    Und das geht bei einigen Gesellschaften wirklich noch preiswerter mit besseren Bedingungen!

    Mit den besten Grüßen
    Andreas Brauer

  13. Frank Schmidt, 24. Februar 2011 um 14:28 Uhr

    Hallo AS Clu’ber,

    o.k., das sehe ich ein, Sie haben natürlich die Leistungen der Asstel an die der AM angepasst. Sonst wären die ja nicht vergleichbar. Darauf hätte ich auch kommen müssen.
    Andererseits wird Ihre Haftpflicht noch supergünstig, wenn der Kunde mehrere Verträge macht und Sie dann auch noch den Laufzeitrabatt und den Kundenbonus mit einrechnen würden. Gibt’s diese Rabatte überhaupt noch?

    MfG
    Frank Schmidt

  14. AS-Club'er, 24. Februar 2011 um 18:58 Uhr

    Jetzt erklären uns die Makler hier seit Monaten, dass sie überhaupt nicht nach Preis verkaufen und dann werden bei der Asstel ein nicht mal durchschnittliches Bedingungswerk mit den TOP-Tarifen der AM-Vers verglichen…

    Wer es ganz billig haben will, bekommt die Haftpflicht bei der Asstel sogar für 20 Euro im Jahr – allerdings mit Selbstbeteiligung und sehr geringen Absicherungssummen. Wer da mal nicht am falschen Ende spart 😉

    @ Andreas Brauer
    Wäre sicher mal ganz interessant, welche Gesellschaften bessere Bedingungen haben wie der aktuelle Tarif der AM.-Vers. Vielleicht können Sie da ja mal einige nennen. (Wenn Sie die aktuellen AHB der AM-Vers brauchen, geben Sie kurz Bescheid)

    @ Frank Schmidt
    Wenn, dann wollen wir ja Äpfel mit Äpfeln vergleichen. 😉
    Wieso “Supergünstig” ? Bei der PH für Singles ist die AM-Vers gerade mal 2 Euro im Jahr teurer, bei Paaren und Familien sogar bis zu 8 Euro günstiger. Und das zum angeblich billigsten Direktversicherer…. NA wer schliesst da noch beim Direktversicherer ab, wenn er das bessere und billigere Produkt sogar noch frei Haus geliefert bekommt..?

  15. Frank Schmidt, 25. Februar 2011 um 08:25 Uhr

    @ AS-Club’er,

    Sie haben ja Recht, die AM Bedingungen sind absolut o.k.. Sie haben mit der VSP ein hervorragendes universelles Produkt.

    Aber wenn Sie, wie in dem Beispiel, die Asstel-Bedingungen an die AM anpassen, indem Sie die VSS von 10 Mio. auf 50 Mio, erhöhen, müssten Sie auch im Gegenzug die AM anpassen. Sonst vergleichen wir ja wieder Äpfel mir Birnen, nur anders herum. (Jahresvertrag, ohne Laufzeit- & Kundenbonus)

    Die PHV der Asstel kostet nun mal “nur” 49,46€, wenn dem Single 10 Mio. VSS reichen und er keine beruflichen Schlüssel versichern muß.
    Will er 50 Mio. und den Schlüsselverlust haben, muß er auch mehr Geld auf den Tisch legen, logisch.
    Dazu könnte er einfach andere Versicherungen wählen, oder zu Ihnen kommen.

    MfG
    Frank Schmidt

  16. AS-Club'er, 25. Februar 2011 um 15:36 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Und was nützt einem eine Private Haftpflicht, wenn diese im Schadensfall nichts leistet, weil man die ein oder andere Deckungserweiterung nicht abgeschlossen hat?

    Welcher Kunde einer Direktversicherung (der sich ja eine Beratugn durch einen Berater erspart) weiss den schon genau, in welchen Fällen die Versicherung zahlt und in welchen nicht….

    Wenn SIe sich die Übersicht der Deckungserweiterungen bei der Asstel anschauen, werden Sie feststellen, dass die Begrenzungen z. B. der eingeschlossenen Bauherrenhaftpflicht auf 100.000 Euro oder die Begrenzung der Schäden durch deliktunfähige Kinder mit 10.000 Euro doch erheblich von den bei der AM-Vers auch dort gewährten 15 Mio Euro liegen.

    Im Schadensfall hat der Veruracher (also der Kunde) den darüber hinausgehenden Betrag zu leisten.

  17. Frank Schmidt, 25. Februar 2011 um 20:12 Uhr

    Guten Abend AS-Clu’ber

    Absolut, dem stimme ich 100%-tig zu. Und danke für die angeregte Diskussion. Nur mein Praktikant fand’s nicht so lustig, der mußte VVG’s lesen. Aber schaden wird es ihm nicht.

    MfG
    Frank Schmidt

  18. AS-Club'er, 26. Februar 2011 um 22:46 Uhr

    Lieber Frank Schmidt,

    auch von mir ein Dank an Sie für die anspruchsvolle Diskussion. War mir eine Freude. Und falls Ihr Praktikant noch Fragen zum VVG hat, darf er sich gerne an mich wenden 🙂
    (Allerdings versteh ich nicht, wieso er es ausgerechent im Zusammenhang mit unserer Diskussion lesen musste..?)

    Viele Grüße

  19. Frank Schmidt, 27. Februar 2011 um 15:57 Uhr

    @ AS-Club’er

    Er hat vorige Woche mit dem Praktikum begonnen. Ich dachte es kann nicht schaden, wenn er etwas VVG-Erfahrung bekommt.

    Schönen Sonntag
    (Auch denjeniegen, der diese Zeilen noch “freigeben” muß.)

    Frank Schmidt

  20. , 27. Februar 2011 um 17:51 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Danke – für den schönen Sonntag 🙂

  21. Dennis von shopclever, 2. März 2011 um 21:13 Uhr

    Naja, ich finde ja so Sachen wie Versicherung und Hypotheken gehören einfach nicht in den Discounter.
    Und ich glaube auch nicht das die 3 Hausmütterchen die dort zugreifen ein lohnendes Geschäft sind.