Verdächtig

13. Februar 2011 | 664 mal gelesen

Stellt sich die Frage, warum ausgerechnet die sich im Eigentum der Sparkassen befindlichen Lebensversicherer mit die stärksten Zuwächse im Einmalbeitragsgeschäft aufweisen.

So zum Beispiel die Sparkassenversicherung Leben mit einem Zuwachs um 128,3 Prozent oder die ÖSA Leben mit einem Plus von 127 Prozent, jeweils im Jahr 2010 (s. Versicherungsjournal vom 7. Februar 2011).

Und das vor dem Hintergrund, dass sich bei den meisten anderen Lebensversicherern das Einmalbeitragsgeschäft aktuell wieder normalisiert (s. Blogbeitrag vom 3. Februar 2011).

Der Sachverhalt ist strukturell doppelt erstaunlich: Die Sparkassen verlagern mit dem an ihre Lebensversicherer übertragenen Einmalbeiträgen im Grunde auch ihre eigene Kernkompetenz –  die verzinsliche Anlage von Kundengeldern – auf die Versicherer. Diese wiederum müssen durch die Zeichnung der Einmalbeiträge – vor allem, wenn es sich um kurzfristige Anlagen handelt – ein Bankprodukt anbieten, das mit dem Versicherungsgedanken im Grunde nichts mehr zu tun hat.

Es kann nur eine Antwort auf die damit zusammenhängenden Fragen geben: Die Sparkassen können ihren Kunden mit den Einmalbeiträgen Zinsen bieten, die sie selbst nicht darstellen können. Also übertragen Sie die Gelder gegen Provision an ihre Lebensversicherer und verlangen von diesen, den Sparkassenkunden marktüberdurchschnittliche Zinsen gut zu schreiben.

Die Zeche zahlt am Ende der Bestandskunde der Lebensversicherer, dessen Überschussbeteiligung durch die Quersubventionierung der Einmalbeiträge geschmälert wird.