Hausgemacht

10. Februar 2011 | 709 mal gelesen

PIIGS – so die inzwischen allseits bekannte Abkürzung für diejenigen europäischen Länder, deren Staatsfinanzen besonders desolat sind: Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien.

Eines steht fest: Eine der Hauptursachen sind die Ausgaben für staatliche Renten, die in diesen Ländern relativ weit höher sind als im übrigen Europa. Die Ursache dafür wiederum ist das mit Blick auf die demographische Situation viel zu niedrige Renteneintrittsalter, meist 60 Jahre oder knapp darüber.

In Deutschland liegt dieses hingegen bei 65 Jahren, ansteigend auf 67 Jahre. Ebenso in Schweden oder Dänemark.

Bleibt unterm Strich eine alte “Binsenwahrheit”: Ausgegeben werden kann nur das, was auch erwirtschaftet wird.


Kommentare für diesen Artikel (1)

  1. Marcel H. Costin, 10. Februar 2011 um 13:29 Uhr

    Hallöchen,

    …die Kassen sind leer und über die Jahre und Jahrzente müssen die Renteneintrissalter der jeweiligen Länder ZWANGSLÄUFIG angepasst werden. Und es gibt doch tatsächlich eine “Gegenbewegung” die das zu verhindern versucht! Menschen gehen auf die Straße, rebellieren, schreiben Drohbriefe an Menschen die den Mut haben den Leuten konkret zu sagen dass kein Geld da ist, sich das System nicht selbst tragen kann und man das Geld anderswo beschaffen müsste, was anderswo für ähnliche Probleme sorgt, weil auch dort die Kassen leer sind. Ein Phänomen was auch ganz wo anders zu beobachten ist. Es gibt Menschen in den USA, welche dem Wettermann böse Briefe schrieben, weil er laufend schlechtes Wetter verkündete. Scheinbar mangelt es in der Bevölkerung an einfachen Erkenntissen über Prinzipien wie Ursache und Wirkung, ferner Berichterstattung. Vielleicht haben diese Menschen aber auch ‘Schrödingers Katze’ gelesen und missinterpretiert. 😉

    Ich finde die Zeit in der wir leben verrückt. Da sind wir in der Lage gigantische, funktionierende Metropole zu bauen, Kommunikation um den ganzen Globus in Echtzeit zu ermöglichen und ins All zu fliegen. Wir können hochkomplexe Maschinen und Technologie produzieren und diese innerhalb weniger Jahre um ganze Größenordnungen weiterentwickeln, schaffen es aber nicht in der gleichen Zeit ein Geld- und Renten-System zu erschaffen, was sich selbst trägt und was jeder kennt und versteht und die notwendigen Entwicklungen dazu akzeptiert.

    Der Grund, warum Computer so reibungslos funktionieren ist wohl der Tatsache geschuldet, dass die einzelnen Bauelemente sich nicht gegen das Gesamtkonzept auflehnen und Fortschritte akzeptieren – sie haben keine andere Wahl. Jedes Bauteil “versteht” seine Aufgabe und Zweck und trägt seinen Teil dazu bei, dass die Kiste rund läuft.

    Warum ist das bei solch vergleichsweise banalen Dingen wie dem Rentensystem nicht möglich es ganz offiziell (mit neuen Bauteilen) zu modernisieren und eine Akzeptanz für Veränderung herbei zu führen?

    Ganz einfach, jeder ist auf einem anderen Kenntnisstand (kann man ändern), jeder vertritt eigene Interessen (Einstellungssache), sowohl die Politik, wie auch die Bürger. Und jeder hat dadurch (Kenntnisstand + Ego) eine andere Meinung (kann sich weiterentwickeln). Diese Prozesse brauchen obendrein enorm viel Zeit, da es schwierig ist, in einer Herde kreuz und quer laufender Schaafe stehend, herauszufinden in welche Richtung sich die gesamte Herde eigentlich in der Summe bewegt. Es geht einfacher, steht man außerhalb, auf einem Berg. Diesen Berg muss sich jeder selber suchen und ersteigen. Welcher Berg ist dabei egal. Hauptsache ein Berg… .

    Ich denke der größte Faktor um ein Umdenken herbeizuführen wäre der Kenntnisstand darüber wie unsere Gesellschaft, das Geld- und Rentensystem funktioniert. Es muss den Menschen da draußen klar werden, dass es nicht am wollen, sondern am können liegt und wir uns daher ‘verändern wollen’ müssen. Das erleben Vermögensberater (im ganz kleinen Rahmen) in den Beratungen jedes Mal, dass den Bürgern lediglich Informationen fehlen um die Lage zu akzeptieren und etwas verändern zu wollen. Ein großer Teil der Grundausbildung zum Vermögensberater befasst sich damit diese kommunikativen Grundlagen zu beherrschen und ist die wichtigste Voraussetzung für diesen Beruf. Die Aufgabe eines guten Vermögensberaters sollte es sein, die Menschen näher an die Realität heran zu führen, ohne sie dahin zu tragen. Eine Realität ist: “Sparst Du nix, hast Du nix.” Und es ist oftmals schwer dem Kunden nicht die Entscheidung abnehmen zu wollen. Er muss es von selber tun.

    Wir müssen endlich weg von Diskussionen wie “Herr/Frau Altersarmut, wenn Sie weiter mit 180kmh auf diese Wand da am Horizont zurasen, werden Sie an ihr zerschellen! Ich kann Ihnen sogar den exake Zeitpunkt benennen, wenn nichts verändert wird” “Ach ja? Woher wollen Sie denn das wissen, können Sie etwa hellsehen, Sie Schwarzmaler?” *Empörung*

    In diesem Sinne allen Lesern einen schönen Donnerstag! 😉

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –
    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059