Qualifikationsnachweis

14. Januar 2011 | 1.545 mal gelesen

Längst ist sie seit Verabschiedung des Versicherungsvermittergesetzes gesetzliche Pflicht, die fachliche Mindestqualifikation für alle freien Berater, die in ihre Beratung auch Versicherungsprodukte einbeziehen.

Offen ist immer noch die Frage, ob, auf welchem Wege und in welchem Umfang die Kundenberater der Banken und Sparkassen fachliche Qualifikation nachweisen müssen. Damit beschäftigt sich aktuell das Bundesministerium der Finanzen im Rahmen eines Gesetzentwurfs.

Allein schon aus Gründen gleicher Wettbewerbsbedingungen ist es mehr als angemessen, dass auch Bankberater gesetzliche Qualifikationsanforderungen erfüllen müssen.

Abenteuerlich mutet hingegen ein Vorschlag im Gesetzentwurf an, nach dem für den Qualifikationsnachweis nicht die Qualifikation des Beraters, sondern die von der Bank definierte Stellenbeschreibung maßgeblich sein soll (siehe hierzu Versicherungsjournal vom 10. Januar 2010).

Selbst ein fachlich gänzlich unqualifizierter Berater dürfte so seiner Tätigkeit nachgehen, wenn denn in der Beschreibung seiner Arbeitsstelle nur die die richtigen Begriffe auftauchen. Im Sprachgebrauch nennt man so etwas Etikettenschwindel oder Mogelpackung.


Kommentare für diesen Artikel (14)

  1. Claudia Müller, 14. Januar 2011 um 10:05 Uhr

    Es gab vor vielen Jahren eine lustige, volkstümliche Serie im Fernsehen, “Königlich Bayrisches Amtsgericht”. An die skurillen Fälle dort, erinnert mich diese Posse. Wer hat die Legislative beraten bei diesem Gesetzesentwurf (wenn man das überhaupt so nennen will)? Die Sparkassen und Volksbanken? Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man Lachen… :-). Falls ich also eine exakte Stellenbeschreibung anfertige, darf ich mich Chirurgin nennen und ab sofort operieren – das wird interessant… 😉

  2. Tobias Bartelt, 14. Januar 2011 um 10:36 Uhr

    Wäre es unter gegebenen Umständen nicht sinnvoll, wenn man die Angestellten die die Qualifikationen Vorweisen können, quasi zu Kennzeichnen? Zum Beispiel mit einer Anstecknadel oder einer Brosche oder etwas ähnlichem?

  3. Ralf Gottfried, 14. Januar 2011 um 20:07 Uhr

    hallo Tabias,

    dieser Hinweis das der Angestellte diese Qualifikation hat finde ich richtig,aber mit einer Anstecknadel oder Brosche, ist denke ich der falsche Weg. Man muss dies so gesetzlich regeln,dass es eine Pflichtangabe ist auf Visitenkarten oder muss auf den Verträgen als Hinweis dazu stehen (wenn nicht ist der Vertrag nicht gültig). Das wäre denke ich ein guter Ansatz um auch schwarze Schafe jegliche Schlupflöscher zu stopfen.

  4. Ludwig, 15. Januar 2011 um 15:27 Uhr

    Qualifikation und Versicherungsvermitlerrichtlinie bei der DVAG

    Sie kritisieren oft Bankberatungen und andere Geschäftsmodelle.
    In den Banken und bei vielen Versicherungen bekommen die Berater /Vertreter ein Grundeinkommen und müssen nicht unter dem größten vorstellbaren Druck, dem Existenzdruck arbeiten.

    Was hat das mit Qualifikation zu tun. Banken und Versicherer prüfen bei der Einstellung des Mitarbeiters dessen wirtschaftlichen Leumund. Und Sie prüfen diesen auch später laufend. Das wird bei der DVAG nur einmal getan, bei der Einstellung des Handeslvertreters danach nie wieder. So kann es sein dass Vermittler der DVAG unter größten Existenzdruck stehend bei Ihren Kunden unterwegs sind.

    Die Qualifikation bei der DVAG bezieht sich auf die Aachen Münchner. Ein DVAG Mitarbeiter hat keine Möglichkeit nach erfasster Analyse andere Produkte als die eigenen zu beurteilen. Übliche Vergleichsprogramme aller Versicherer von Morgen + Morgen sind in der DVAG unbekannt.

    Der Kunde geht jedoch davon aus vor sich einen hochqualifizierten Vermittler zu haben. Und im Gegensatz zu Ihren Kenntnissen hier DVAG empfehlen eine Vielzahl von DVAG-Vermittlern während Ihrer branchenübergreifenden Beratung sich von Ihren Vorverträgen zu trennen und neue innerhalb der DVAG Allfinanzkonzeption abzuschließen.

    Zu Qualifizierung gehört auch die Qualität der Mitarbeiter und die technischen Möglichkeiten.

  5. , 15. Januar 2011 um 16:22 Uhr

    Oh weh, Ludwig, Sie haben noch nicht einmal Halbwissen dazu, wie ein Vermögensberater der DVAG arbeitet. Eines ist sicher: Sie haben noch nie die Chance genutzt, eine solche professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Ihre selbst definierten Vorurteile stehen Ihnen selbst im Wege. Aber macht nichts, es gibt viele Makler und andere, die Sie gerne so beraten wie Sie es sich ausmalen.

  6. Friedrich Kleine, 15. Januar 2011 um 18:29 Uhr

    Yep – wirklich komisch, dass manch einer denkt, gebundener Vermittler wäre für den Kunden schlechter als ungebundener. Gerade DVAG und AM beweisen, dass das Gegenteil der Fall sein kann – die unschlagbare Vermögenssicherungspolice läßt grüßen.

    Und weil es so gut ist, hat kein Vermögensberater Anlaß dazu, seine Partnerschaft mit der AM zu verschweigen.

    Also liebe Meckerer – ihr habt es einfach noch nicht verstanden und seid irgendwie ein bischen ideologisch unterwegs…

  7. Wolfgang Stadler, 16. Januar 2011 um 20:22 Uhr

    ach herjee – auch wenn ich die Morgen & Morgen – Software nicht auf dem PC habe, heisst das doch noch lange nicht, die DVAG hätte diese nicht irgendwo herumliegen.

    Und dass wir keine Produktvergleiche haben… fahren Sie etwa noch mit der Pferdekutsche herum, Ludwg irgendwer?

    Falls Sie uns für dumm halten – wir sind schon da angekommen, wo viele Wettbewerber gerne sein würden. Das ist keine Arroganz, das ist Selbstbewusstein.

    Und zum Thema Qualifikation noch eines: ich habe in zehn Jahren schon öfter angeboten, mich mit dem Banker oder Versicherungsvermittler zu treffen – keiner ist angetreten. Haben Sie ne Idee, warum? Sie scheinen doch mehr zu wissen, Ludwig irgendwie?

  8. sani, 18. Januar 2011 um 14:32 Uhr

    @wolfgang stadler
    Zitat”Falls Sie uns für dumm halten – wir sind schon da angekommen, wo viele Wettbewerber gerne sein würden……..”

    und WO?
    freue mich auf eine Antwort

  9. Wolfgang Stadler, 18. Januar 2011 um 16:33 Uhr

    @ SANI -sehen Sie sich die Cash-Hitliste der Finanzvertriebe an, dann dürfte Ihre Frage ausreichend beantwortet sein.

    dennoch ein anderes Beispiel: welcher Finanzvertrieb bekommt Exklusivprodukte von seinen Lieferanten, die er selbst mit diesen entwickelt hat – wie die Vermögenssicherungspolice der AMV mit unbegrenzter Deckung.

    wissen Sie, wir sind jetzt im Jahr 2010 – wenn heute in TV-Sendungen noch immer behauptet wird, ein DVAG-Vermögensberater ist prinzipiell unqualifiziert (alle!) und hat schlechte Produkte, dann ist das völlig daneben und eines öffentlich-rechtlichen Senders nicht würdig.

  10. AS-Club'er, 18. Januar 2011 um 22:16 Uhr

    @ Wolfgang

    . . . oder wie ein uns bekannter Kollege kürzlich fragt:

    “Wer prüft den die Qualifikation, Ausbildung und Arbeitsweise eines Journalisten?”

  11. Frank Schmidt, 19. Januar 2011 um 14:29 Uhr

    Hallo

    Nun hört mal auf Euch an zu giften.

    Friedrich Kleine meint, dass manch einer denkt, gebundene Vermittler wären für den Kunden schlechter als ungebundene Vermittler.

    Von gut oder schlecht würde ich nicht reden wollen, niemals. Aber optimaler ist es für den Kunden schon, wenn der Vermittler eine gewisse Auswahlmöglichkeit hat. Ein Produkt kann noch so gut sein, es passt nie auf alle Versicherungsnehmer gleichermaßen. Und was an der VSP unschlagbar sein soll, müßte mir nochmal jemand sagen. Die ist gut, zweifellos, aber unschlagbar, das ist wohl etwas übertrieben.

    Das die DVAG der stärkste Finanzvertrieb ist, streitet niemand ab, werter Wolfgang Stadler. Aber das sind Vertriebserfolge. Das sagt, dass die Produkte gut an den Mann bzw. die Frau gebracht wurden. Man kann daraus sicher ableiten, dass die Produkte auch gut sind.
    Das sagt noch lange nicht, dass der Kunde, um den es geht, bei einem kleinen Finanzvertrieb nicht besser aufgehoben wäre.
    Sie fragen ferner, welcher Finanzvertrieb denn Exklusivprodukte von seinem Lieferanten bekommt. Welcher nicht? Nehmen wir mal an, ich wollte ein Gebäude versichern. Dann steht da vorn vielleicht als Versicherer xy-Versicherung drauf, drinnen ist aber xy-Versicherung + Maklerzusatz.

    Recht haben Sie, wenn Sie feststellen, dass es unangebracht ist alle Vermögensberater als schlecht abzuqualifizieren. Und völlig falsch ist es, wenn behauptet wird, die Produkte wären schlecht. Es gibt hoch qualifizierte Vermögensberater und die Produkte sind mindestens gut.

    MfG
    Frank Schmidt

  12. AS-Club'er, 19. Januar 2011 um 21:57 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Vielleicht ein weiterer Unterschied, der für die DVAG spricht:

    Jeder Kunde bei der DVAG kann sich zu 100% sicher sein, dass er die selben sehr guten Versicherungesbedingungen bei der BU oder der VSP bekommt, wie sein Nachbar und jeder andere Kunde in ganz Deutschland. DA wo “AachenMünchener” drauf steht ist eben auch zu 100% AachenMünchener Qualität drin.

    Sie schreiben: “Dann steht da vorn vielleicht als Versicherer xy-Versicherung drauf, drinnen ist aber xy-Versicherung + Maklerzusatz.” Würde ich mir als Kunde schon veralbert vorkommen. Wieso gibt eine Versicherung dem eigenenAussendienst das Produkt BSPa, dem Makler 1 aber BSPb? Und woher soll der Kunde den sicher sein, dass der Makler 2 das noch bessere BSPc anbieten darf?!?!?

    Klingt jetzt ein bischen Kompliziert, aber genau ist es doch auch, wenn man beim Makler “kauft”.

    Eines ist sicher: “Bei der DVAG erhalten Sie zu 100% AachenMünchener Qualität”

  13. Wolfgang Stadler, 20. Januar 2011 um 10:07 Uhr

    Lieber Frank Schmidt,

    eine generelle Feststellung: es macht sehr viel Spass, mit Ihnen hier zu diskutieren, da Sie stets fair sind, durchdacht argumentieren und keine generelle Verurteilung der DVAG durchführen. Das ist auf Augenhöhe – danke dafür und Ihnen auch 2011 viel Erfolg!

    herzliche Grüße aus dem Altmühltal!

    Wolfgang Stadler

  14. Frank Schmidt, 20. Januar 2011 um 13:23 Uhr

    Hallo AS-Club’er,

    das ist einfach erklärt. Die Versicherung heißt immer xy. Nur hat der Makler auch Deckungserweiterungen als Zusatzangebot. Das ist etwa so wie bei Ihnen auch. Wenn Sie eine Sachversicherung abschließen, haben Sie doch auch die AVB und dann noch die „Besonderen Bedingungen“.

    @ Wolfgang Stadler

    Danke, ebenso, aber bin nur ehrlich. (So gut es geht 🙂 )

    MfG
    Frank Schmidt