Betrug mit Lebensversicherungen

13. Januar 2011 | 933 mal gelesen

Betrug mit Lebensversicherungen“,

so ein Aufmacher im Hamburger Abendblatt vom 10. Januar 2010.

Thematisiert wird der immer noch rege Handel mit Lebensversicherungspolicen. Dabei verkaufen Kunden, die die monatlichen Beiträge nicht mehr aufbringen können und Geld brauchen, die Rechte am Vertrag – in der Hoffnung, am Ende mehr Geld zu erhalten, als beim Rückkauf.

Ein riskantes Geschäft (siehe auch unser Blogbeitrag vom 9. August 2010). Denn unter den Aufkäufern tummeln sich offensichtlich einige schwarze Schafe. Und den ersten davon, namentlich der Garantie-Wert GmbH, der Pecunia-Concept AG sowie der Future-Capital GmbH soll die Aufsichtsbehörde BaFin den Policenaufkauf – nach Angaben des Hamburger Abendblattes – inzwischen verboten haben.

Aus gutem Grunde. Denn einige der Aufkäufer kündigen die Lebensversicherungen, erhalten den Rückkaufswert und legen das Geld am grauen Kapitalmarkt an. Der Kunde erhält im Gegenzug nicht – wie zu erwarten gewesen wäre – eine Einmalzahlung in Höhe des Rückkaufswertes + X, sondern lediglich monatliche Teilbeträge.

Ein hochriskantes Geschäft, das schnell zum Totalverlust führen kann.

Vermögensberater der DVAG Deutsche Vermögensberatung würden deshalb vom Policenverkauf auch immer abraten und stattdessen für den Kunden weitaus günstigere Lösungskonzepte erarbeiten: Von der vorübergehenden oder dauerhaften Beitragsfreistellung über die Teilauszahlung und die Beleihung des Vertrages bis hin zu einer Reduzierung der monatlichen Beiträge, um so möglichst viel der ursprünglich geplanten Altersversorgung oder Risikoabsicherung zu erhalten.


Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Wolfgang Stadler, 13. Januar 2011 um 16:13 Uhr

    Eine kleine Geschichte:

    vor einigen Jahren zeigte mir ein Mandant etwas verschämt einen Vertrag, den er abgeschlossen hatte. Eine Lebensversicherung mit mtl. 1000 Euro Beitrag.

    Der Vermittler hatte mit ihm eine Provisionsvereinbarung abgeschlossen – mein Mandant musste lediglich 1 Beitrag bezahlen, danach zahlte die Vermittlungsgesellschaft den monatlichen Beitrag für 36 Monate. Danach könne er den Vertrag ja kündigen und den Rückkaufswert herausholen.

    was glauben Sie, wie lange das so ging?

    Wenn ich als ehrlicher und seriöser Berater die Machenschaften mancher sogenanter Finanz-Dienstleister betrachte, läufts mir kalt den Rücken herunter. Schade, dass alle über einen Kamm geschert werden…

    übrigens flossen bei o.g. Beispiel nach 1 Jahr keine Beiträge mehr – ich denke, der Vermittler ist mittlerweile im Liegestuhl auf den Maledieven und trinkt Caipi 🙂

  2. Thomas80, 14. Januar 2011 um 00:28 Uhr

    Ich kann nur hoffen, … Anmerkung des Moderators: Der Kommentar hat keinerlei Bezug zum Blogbeitrag und wird deshalb nicht veröffentlicht.

  3. Thomas80, 14. Januar 2011 um 23:44 Uhr

    Anmerkung des Moderators: Bitte keine unziemlichen Kommentare. Beleidigungen gehen in den Spamfilter. Danke.