Vom “Kühe melken”

30. Dezember 2010 | 961 mal gelesen

Ausführlich widmet sich die Tageszeitung DIE WELT in ihrer Ausgabe vom 29. Dezember 2010 den Kostensteigerungen in der privaten Krankenversicherung.

Schwerpunkt der Betrachtung ist die These, dass sich die Ärzte über Maßen bedienen: Indem vielfach Leistungen abgerechnet werden, die gar nicht erbracht wurden. Indem der Spielraum der Gebührenordnungen extrem ausgereizt wird. Indem ärztliche Leistungen erbracht und abgerechnet werden, die aufgrund des Krankheitsbildes eines Patienten nicht erforderlich gewesen wären. Oder indem sich “Kollegen” Aufträge zuschieben und dabei doppelt abrechnen.

Schwerer “Tobak” gerichtet gegen die Ärzte, dessen Wahrheitsgehalt allenfalls in Einzelfällen überprüfbar sein wird.

Interessanter ist die Frage nach den Ursachen für solches Verhalten. Und dabei spielt eines ganz sicher die mitentscheidende Rolle: Die seit Jahren anhaltende Beschneidung der Einkommensmöglichkeiten der Ärzte aus der Behandlung gesetzlich krankenversicherter Patienten. Denn die sind es, die offensichtlich viele Ärzte dazu veranlassen, nach alternativen Einkommensquellen zu suchen, um empfindliche Einkommenseinbußen bis hin zur Schließung der Praxis zu vermeiden.

Und so bleibt am Schluss: Einen beträchtlicher Teil des “Problems GKV” geht zu Lasten der privat Krankenversicherten. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los: Da stimmt was nicht.


Kommentare für diesen Artikel (1)

  1. Marcel H. Costin, 31. Dezember 2010 um 01:04 Uhr

    Guten Abend liebe Ärzte und Vermögensberater,

    klingt doch ähnlich wie bei den Banken und sonstigen Systemen in denen ein gewißer überproportionaler Zwang und Druck (im Bezug auf Überlebenskampf) entstehen und genügend Spielräume existieren um von Moral und Tugend ein wenig abzuweichen. Völlig klar, dass Möglichkeiten ausgereizt werden! Irgendwo menschlich, wenn auch nicht immer korrekt… .

    Der Arztberuf genießt in unserer Gesellschaft ein über viele Zweifel erhabenes Ansehen und Vertrauen. Er ist tatsächlich für den Patienten ähnlich intransparent nachzuvollziehen ob richtig gearbeitet wird wie bei der Masse an Finanzberatern. Ärzte rechnen nach erbrachter Leistung ab (Ob der Lohn, der erbrachten Leistung entspricht, mal nicht weiter beachtet). Allerdings stellt deren Handlungsspielraum die Politik. Beim Vermögensberater dem “Chefarzt für Finanzen” [Zitat: Finanzmathematiker Bernd W. Klöckner], wird der Spielraum inform einer 8-spurigen Autobahn durch ein familiengeführtes Unternehmen aufgestellt und letztlich vom Kunden überwacht und bewertet.

    In der Finanzbranche herrscht generell ein riesen Kampf um die Gunst des Vertrauens zwischen den einzelnen Beratersystemen und Gesellschaften so wie Beratern als Person. Die Medien sind voll von Vertrauensbrüchen zur Finanzwelt. Dass Finanzberatungsprojekte grundsätzlich unangemessen honoriert werden, hört man seltener.

    Im Gesundheitssystem dagegen mangelt es an Geld (Die Bevölkerung kann es selbst nur indirekt beeinflußen durch Zukauf privater Leistungen) und somit generell an medizinischen Leistungen. Hier hört man seltener von Vertrauensbrüchen zum Arzt selbst. Wenn, geht es viel mehr um Sympathie und Nasenfaktor, auch beim Vermögensberater natürlich entscheidend.

    Irgendwie sind Vermögensberater-Beruf und Arztberuf (vorallem mit eigener Praxis) in vielen Punkten (gesellschaftlicher Verantwortung, Arbeitsweise) verblüffend identisch und werden doch so unterschiedlich wahrgenommen. Auf den Punkt gebracht: Viele Ärzte, mit eigenem Praxisbetrieb kämpfen um die Wirtschaftlichkeit, genießen jedoch hohes Ansehen und Vertrauen in der breiten Bevölkerung. Vermögensberater mit eigenem Praxisbetrieb kämpfen um hohes Ansehen und Vertrauen in der breiten Bevölkerung (mit stark wachsendem Erfolg) und genießen eine angemessen hohes Potential zur Wirtschaftlichkeit (ich will nicht für alle sprechen, da es an jedem einzelnen liegt wie er seinen “Laden” führt). Dafür dass, das System des Vermögensberaters wirtschaftlich bleibt, sorgt die Unternehmensgruppe. Dem Arzt bleiben da die wirtschaftlich denkenden und arbeitenden, privaten Krankenkassen. Immer mehr hängt es wohl auch von vielen Polit-Köchen in Berlin ab, die derzeit dazu tendieren, Problematiken in der gesetzlichen Krankenkasse in das private System zu transferieren. Schade, dass diese Prozesse so viele Generationen brauchen bis sie richtig laufen… .

    Der Arztberuf und Vermögensberaterberuf haben also nicht nur viele Parallelen, sondern auch eine ganze Reihe Verknüpfungen. Ganz streng genommen trägt der Vermögensberater entscheidend dazu bei, dass sich sein Kunde/Patient in Zukunft angemessene medizinische Leistung überhaupt leisten kann und ganz automatisch sorgt er indirekt dafür, dass der Arzt angemessen arbeiten, honoriert werden und “Aufträge” erhalten kann. Hallo liebe Ärzte, wir Vermögensberater sind ein Teil Eurer Zukunftsvorsorge!

    Wir können nun unserer Bundes-Kreativabteilung in Berlin zuschauen, oder selber anfangen etwas zu tun. Es sollte bis die Politik das System im Griff hat, mehr zwischen Ärzten und Vermögensberatern zusammengearbeitet werden. Themen über die dringend aufgeklärt werden muss und sich beide gegenseitig flankierend zur Seite stehen gibt es genügend… . Zumindest da stimmt’s! 😉

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
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