“Verdeckte Ermittler”

28. Dezember 2010 | 535 mal gelesen

Wieder eine neue Idee, wie kundenorientierte Beratung in der Finanzbranche erreicht werden soll: So will Vebraucherschutzministerin Ilse Aigner – in Analogie zur Stiftung Warentest – zukünftig im Auftrag der Aufsichtsbehörde BAFin Mitarbeiter externer Dienstleister als “verdeckte Ermittler” in die Banken schicken. Diese sollen dort als vermeintliche Kunden die Banker testen. Bei Verstößen gegen das WpHG sollen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro “verhängt” werden.

Was wird real geschehen?

Die Banken und Sparkassen werden insbesondere bei nicht bekannten Neukunden vorsichtiger werden, denn es könnte sich ja um einen “Testkäufer” handeln. 

Geholfen ist damit aber nicht den Bestandskunden – und auf diese dürften 99 Prozent aller Beratungen entfallen. Denn bei denen weiß der Bankberater ja, wen er vor sich hat. “Freie Bahn” also.


Kommentare für diesen Artikel (5)

  1. Marcel H. Costin, 28. Dezember 2010 um 18:21 Uhr

    Mission-Bank-Check?

    Wieso wird es nicht wie bei den Hotels gemacht? Regelmäßig Testen und Sterne vergeben die draußen vor der Türe hängen… . Oder ein offizielles, virtuelles Bewertungsportal, welches jeder Bank im Land zugeordnet wird, oder…

    …oder gleich einen Vermögensberater anfordern… . Immerhin stimmt das System bei der Deutschen Vermögensberatung! Es gilt nur noch die passende Nase zu finden… .

    “Sterne” hat die Unternehmensgruppe auch erhalten, 2x Exzellent! 1x Hervorragend! 1xTop (Arbeitgeber 2010)!

    Immer wenn ich mir Gedanken dazu mache wie man die Finanzwelt vom Vertriebs- & Beratungs-System her besser machen könnte, lande ich im Kern bei der DVAG. Leistung wird belohnt und Qualität setzt sich durch.

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  2. Peter Schattling, 28. Dezember 2010 um 19:47 Uhr

    Da werden ja mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:
    1. Der Bank- (Neu-) Kunde erhält die Empfehlung für Bundeswertpapiere (mit dem Hinweis auf den möglichen Online-Kauf), was ja für den Staat vorteilhaft und für die Bank billiger ist.
    2. Die Verbraucherschützer brauchen weniger Staatsgelder, weil es ja bald nichts mehr zu schützen gibt.

  3. Ralf Cormaux, 30. Dezember 2010 um 01:57 Uhr

    Meist waren es nicht die Neukunden, die bei den Banken schlecht beraten wurden, sondern so wie Sie, Herr Dr. Lach, es beschreiben: Die Bestandskunden werden leider teils regelrecht gemolken.

    Verdeckte Ermittler? Wenn die teilweise genauso unqualifiziert dort draußen arbeiten, wie so mancher Verbraucherschützer, dann wird auch das nicht helfen.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Banker die genauen Bedürfnisse seiner Kunden nicht in 15 – 30 Minuten pro Gespräch ermitteln kann. Also welche Musterfälle sollen dort von den verdeckten Ermittlern vorgelegt werden? Aus meiner Erfahrung und den Erzählungen meiner Kunden dauert ein erster Finanzchecktermin bei den Banken meist nicht länger als 30 Minuten. Danach wird dann umfassend und qualifiziert verkauft, äh ich meine beraten.

    Allen Kritikern der DVAG sage ich gerne, auch bei uns arbeiten leider nicht nur gute Berater, aber für die meisten von uns gilt, dass sie ihren Beruf als selbstständiger Vermögensberater (gilt natürlich auch für die Vermögensberaterinnen) langfristig ausüben möchten. Das geht jedoch nur mit dauerhaft zufriedenen Kunden, die ihren Vermögensberater auch dauerhaft immer wieder gerne weiterempfehlen.

    Viele Grüße und vorsorglich schon mal einen guten Rutsch ins neue Jahr vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux

  4. Marcel H. Costin, 31. Dezember 2010 um 02:41 Uhr

    Guten Abend,

    @ Ralf, ich möchte gerne zu Deinem untersten Abschnitt kurz etwas vertiefen.

    Die meisten Kritiken richten sich strenggenommen nicht gegen die Deutsche Vermögensberatung AG, sondern gegen einzelne Situationen und Menschen die einen Vermögensberater verkörpern wie er nicht von der Gesellschaft her gedacht ist. Leider wird dieser Einzelfall (und auf die Masse der Beratungen und Berater in über 35 Jahren sind es Einzelfälle!) dann als grundsätzlich methodischer Systemfehler hochstilisiert, multipliziert und mit anderen Meinungen und subjektiven, unfundierten Eindrücken dieser Art vermengt. Es ist unglaublich schwer in diesem Haufen noch die wenigen berechtigten, tatsächlichen Kritiken herauszufischen.

    Und es gibt kein Gesetz der Welt, welches verhindert, dass Menschen Dinge tun, die anderen Menschen schaden. Es wird jedoch von der DVAG erwartet, dass sie Verantwortlich dafür ist, was eigenständig denkende, mündige Erwachsene tun. Menschen, die sich als Freiwillige für eine Ausbildung zum Vermögensberater gemeldet haben und anderen Menschen Hilfe anbieten und von der DVAG dazu lediglich aufgezeigt bekommen wie dies realisiert werden kann. Jeder darf hier mitmachen, es gibt keinen Zwang, Druck, Vorgabe oder Verpflichtung außer die, anständig und sauber zu bleiben.

    Es ist ein interessantes Phänomen, dass Menschen, welche 2-3 Mal auf einen schlecht gelaunten Mitarbeiter in einer Hotline treffen, gleich das ganze Unternehmen auf die Abschußliste setzen. Sie sind nicht in der Lage zu erkennen und zu unterscheiden, was menschengemachte Fehler und was systemische, methodische Fehler sind. Oder, vielleicht wollen Sie es nicht, weil es bequem ist und weil Rache süß schmeckt… “Na warte, gehe ich halt zur Konkurrenz!”.

    Wir brauchen keine verdeckten Ermittler, wir brauchen mehr aufgeklärte Menschen mit gesundem Menschenverstand und Systeme die fair sind und rund laufen. Lügensysteme die auf hohle Blasen und Übertreibung aufgebaut sind müssen einfach eines Tages in sich zusammenbrechen. Sie müssen! Systeme die sich an der Natur orientieren, die logisch, ehrlich und gesund sind, die funktionieren langfristig!

    Wir brauchen nicht mehr Verbraucherschutz und verdeckte Ermittler, wir brauchen mehr Vermögensberater, welche den Beruf so ausüben, wie er ursprünglich gedacht und gemeint ist. Fast alle Vermögensberater entwickeln sich im Laufe der Zeit, es gibt sie nicht fertig ausgebildet am Markt. Nach welchen Kriterien sollte man nun entscheiden, wer eine Chance erhält und wer nicht? Mir fällt nur eines ein, es ausprobieren. Investition: Zeit und Geduld.

    Nur ein sehr geringer Prozentsatz der Vermögensberater hat vorher überhaupt in der Finanzwelt gearbeitet. Das ist so gewollt! Heterogene Arbeitsumgebung!
    Und es sind nicht Menschen die langzeit arbeitssuchend beim Arbeitsamt sich dann halt mal hier hin verirrt haben, weil ja sonst nix da war. Es sind ehemalige Unternehmer, Firmenchefs, Abteilungsleiter, Akademiker, Ärzte, Handwerker, Beamte, Sozialarbeiter, Juristen, Ingenieure, BWLer… . Menschen die mitten im Leben stehen, erfolgreich sind oder es waren, bis der Lebenswandel mal wieder zuschlug. Menschen, die sich über Jahrzente vom einfachen Matrosen bis auf die Brücke hinaufgearbeitet haben, das Privileg erwarben mit dem Kapitän zusammen speisen zu dürfen, um dann festzustellen, dass sie auf der Titanic angeheuert haben… . Menschen die mit ihrer beruflichen Entwicklung insgeheim unzufrieden waren und schon lange die Fühler nach Alternativen ausgestreckt hatten… . Einmal ordentlich ausgebildet, merkt man einem Vermögensberater seinen Werdegang gar nicht mehr an. Und überhaupt, die wenigsten arbeiten in der Branche in der sie ausgebildet wurden.

    Während Andere verdeckte Vermittler und Verbraucherschutz an den Hacken haben, werden bei der Deutschen Vermögensberatung in den kommenden Jahrzenten, weitere zehntausende Arbeitsplätze geschaffen. Dieser große Bedarf wurde von diversen Insitutionen voneinander getrennt ermittelt und ist keinesfalls Übertreibung. Und in einer Zeit in der verdeckt ermittelt und die Finanzwelt im Umbruch ist, brauchen wir doch über “Bedarf” nicht zu sprechen, oder? 😉

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  5. Claudia Müller, 31. Dezember 2010 um 12:32 Uhr

    @ Marcel H. Costin
    Applaus – dem ist nichts, aber auch gar nichts hinzuzufügen! Ein erfolgreiches neues Jahr… :-)!