Falsche Richtung

23. Dezember 2010 | 1.069 mal gelesen

Eines ist sicher:

Die Medien – nicht alle, aber viele – tragen des Öfteren durch tendenziöse, leider manchmal auch fachlich falsche zumindest aber aufreisserische Berichterstattung zur Verunsicherung der Bürger bei, gerade bei Fragen rund um die Finanzen.

Ein Beispiel dafür ist die permanent negative Berichterstattung zur privaten Lebens- und Rentenversicherung. Diese erreicht gerade wieder einen Höhepunkt, nachdem das Bundesfinanzministerium die Absicht artikuliert hat, den Garantiezins für Neuverträge von derzeit 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent abzusenken.

In diesem Kontext wird den Bürgern vielfach suggeriert, dass die Rendite eines Vertrages diesem Garantiezins entspricht. Vergessen wird dabei (ganz beiläufig?), dass die Gesamtdurchschnittsverzinsung aus Garantiezins, Überschussbeteiligung und Schlussgewinnanteil im Jahr 2011 marktweit bei voraussichtlich 4,1 Prozent (!) und damit weit über dem Garantiezins liegen wird.

Und wo bitte findet sich am Markt derzeit eine Anlage, die bei einem Höchstmaß an Sicherheit eine solche Rendite bietet? Und das gilt auch dann, wenn – wie zu erwarten – eine Überschussbeteiligung von über 4 Prozent mittelfristig nicht zu halten ist.

Eigentlich müßten deshalb die Medien permanent ein Loblied auf die private Lebens- und Rentenversicherung “singen”. Zumindest auf Anbieter, die – wie unser Premiumpartner AachenMünchener Lebensversicherung – eine hohe Sicherheit und zumindest marktkonforme Überschussbeteiligungen vorweisen können.

Sie tun das Gegenteil und schicken damit den Bürger in die falsche Richtung: Indem diese bestehende Verträge kündigen oder keine neuen mehr abschließen und stattdessen Altersversorgung mit dem Sparbuch betreiben – mit realer Negativrendite! Und dazu wäre selbst ein Versicherer, der nur noch 1,75 Prozent Garantiezins leisten kann, die bessere Alternative.


Kommentare für diesen Artikel (15)

  1. wolfgang, 23. Dezember 2010 um 12:01 Uhr

    Die Suggestion geht noch viel weiter. Nebenher, dass die Medien die Bürger verunsichern, wissen doch die Versicherungsnehmer immer noch nicht, wie hoch der eigentliche Sparbetrag ist. Somit ist es auch ein Irrglaube der Sparer, dass sich der Abbuchungsbetrag mit dem erwirtschafteten Zins der Versicherungsgesellschaft verzinst.

  2. Frank Schmidt, 23. Dezember 2010 um 18:35 Uhr

    Guten Abend

    Nun, es gibt Situationen, da kann ich verstehen, wenn Personen das gute alte Sparbuch nutzen.

    Wie klingt das? Garantieverzinsung 2,25% und eine Überschußbeteiligung von 4,6%! Gut, da würde ich doch glatt einen Vertag zeichnen!
    Oder sollte ich es doch nicht tun?

    Und wie sieht die Realität zu diesen Zahlen aus? (KLV über 12 Jahre alt, Todesfallschutz 22.000€, keine Zusatzrisiken versichert)

    Kontostand 2009 +10.733€,
    Kontostand 2010 +11.928€,
    Prämie mtl. 101,46€.

    Da lobe ich mir doch das Sparbuch. Ich glaube, sogar das Kopfkissen, wäre hier besser gewesen.

    Allen Bloggern wünsche ich ein angenehmes Weihnachtsfest. Ganz besonderer Dank, gilt den Moderatoren dieses Blogs.
    (Ich neheme an, es ist nicht nur Dr. Lach.)

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Schmidt

  3. Wolfgang, 24. Dezember 2010 um 09:26 Uhr

    @ Frank Schmidt
    das ist Realität. Ich schreibe mal auf Grund Ihrer Daten die Verzinsung an.
    Bei 2,25% Zins Garantiert ( Versicherung ) Auszahlung 16754,88 €
    Wobei der Vertrag ja im Jahr 1998 abgeschlossen wurde. Dann wäre die Auszahlung mit 4% Garantiezins !!! 18712,82 €
    Bei 4,6 % Zins ( incl Überschüsse ) 19450,97 €

    oder

    Bei Ihrer Darstellung mit 11928 € Auszahlung: Zins – 3,52 %

    Sie haben recht. Das gute alte Sparbuch, es erlebt eine Renaissance.
    Bevor nun die Blogger wieder los legen mit Gegenargumenten. Nachrechnen und wundern.
    In diesem Fall hilft aber weder der Weihnachtsmann – Väterchen Frost oder das Christkind
    Frohe Festtage

  4. Hermann, 24. Dezember 2010 um 09:45 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Das Sparbuch wird sicher auch im Todesfall die vereinbarte 22.000€ Todesfallsumme übernehmen?
    Wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht kommt dabei nichts raus!

  5. Peter Schattling, 24. Dezember 2010 um 10:07 Uhr

    Frank Schmidt

    Mit Ihrer Beispielrechnung liegen Sie ganz auf der Linie der
    “Bürger-Verunsicherer”.
    Sicherlich haben Sie bei Ihrem Beispiel vergessen, dass die garantierte Todesfallabsicherung von 22.000 EUR nicht zum Sparbetrag gehört!
    Damit würde die Rechnung wahrscheinlich nicht mehr zugunsten des Sparbuches ausfallen.
    Außerdem wird mit der Vorsorge auf Basis Kapitalbildender Versicherungen
    der Bürger mit hohem Sicherheitsbewußtsein angesprochen. Dann muß den “Sicherheitsbewußten” aber auch deutlich gemacht werden, dass Sicherheit Rendite kostet!
    Die Alternative wäre die Fondspolice: Garantierte Todesfallsumme
    19.634 EUR (2 Leben), Monatsbeitrag 102,26 EUR, Beginn 10/2000; 2 mal Fondstausch durchgeführt, Guthaben 14.444,26 EUR.
    Das eigentliche Problem liegt bei Ihrem und meinem Beispiel aber darin, dass
    einigen Kunden die angemessene Risiko-Lebensversicherung schwer zu vermitteln ist, weil “man ja nichts wiederbekommt”.

  6. AS-Club'er, 24. Dezember 2010 um 14:42 Uhr

    Wieder diese vielen “tollen” BERECHNUNGEN, die sich auf dem Papier immer suuupertoll anhören, aber in der Praxis nicht viel taugen.

    Was nützt es dem Familienvater, wenn sein Frau stirbt, dass er die 100 Euro jeden Monat auf das Sparbuch gelegt hat? Was nützt es der ganzen Familie, dass das Geld auf dem Investmentfonds liegt, wenn der Hauptverdiener Berufsunfähig wird? Was nützt den Eltern ein Sparbrief, wenn Oma und Opa pflegebedürftig werden und deren Rente nicht ausreicht?
    Was macht ein Single, wenn er durch Unfall, Krankheit oder Altersbedingt nicht mehr in der Lage ist, sich alleien zu versorgen?

    Die Welt liebge “Rechner” ist nicht schwarz/weiss, sie ist auch nicht grau, sie ist grün, rot, blau gelb, lila, ja sie ist kunterbunt.

    Gesegnete Weihnachten 🙂

  7. Mechler, 24. Dezember 2010 um 14:55 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Mit der Todesfallsumme soll die Familie im äußersten Notfall abgesichert sein. Hierfür gibt es sehr günstige Risikolebensversicherungen. Dem mündigen Bürger ist bekannt, daß hier nur im Todesfall eine Zahlung erfolgt Warum stellen Sie in Ihrem Beitrag den in 12 Jahren eingezahlten Bertrag nicht dem Guthaben von 14.444,26 EUR gegenüber?
    Alternative Fondspolice
    Ich hatte eine Fondsgebundene Lebensversicherung . Der ausgezahlte Betrag war in vierstelliger Summe niedriger als die Einzahlung.
    Ich habe die Achen Münchener 2 x angeschrieben. Ihre Antwort: Wir bedauern die verhaltene Kursentwicklung der Fonds sowie alles was vom monatlichen Beitrag abgezogen wird. Die Summen in Euro Fehlanzeige. Ich habe dies auch dem Vermögensberater gemeldet, er kümmert sich darum. Ich habe keine Antwort erhalten.
    Die beiden Kapitallebensversicherungen meiner Frau Laufzeit 30 Jahre habe ich Gott sei Dank rechtzeitig gekündigt.
    Die garantierten Versicherungssummen waren weit niedriger als die einzuzahlenden Beiträge. Für die in der Mappe der DVAG genannten Zinsen und Überschußbeträge wurde keine Garantie übernommen.
    Im übrigen habe ich zwei Fonds die sich in der Zeit fast verdoppelt haben und selbst jetzt noch ihren Stand halten.

  8. Steffen H., 24. Dezember 2010 um 15:48 Uhr

    “Was nützt es dem Familienvater, wenn sein Frau stirbt, dass er die 100 Euro jeden Monat auf das Sparbuch gelegt hat?”

    Was nützen 22.000 EUR im Todesfall bei einer Kapitalbildenden Lebensversicherung?

    Wenn man es mal nüchtern sieht, ist die Kapitalbildende Lebensversicherung auf kurz oder lang tot. Sind die Unternehmen nicht mehr in der Lage die Garantizinsen zu erwirtschaften, dann wars das auch mit der Garantie. Eins bleibt bei solchen Verträgen die Konstante – die Kosten für den Versicherungsnehmer und die fressen oftmals die Renditen auf.

    Zur Absicherung im Todesfall eine vernünftige Riskoleben (so man sie bekommt – ich bin meinen Krankheiten bekäme keine, auch keine “Klassische” Lebensversicherung), dann einen guten “Riester-Fondssparplan” (ich hab es beim DWS direkt gemacht) und zum Sparen schlicht monatlich was auf ein Spar- oder Tagesgeldkonto einzahlen.

  9. Wolfgang, 25. Dezember 2010 um 17:40 Uhr

    Anmerkung des Moderators: Lieber Wolfgang, lassen Sie uns doch im neuen Jahr auf kollegialem Niveau weiter diskutieren. Ihnen schöne Feiertage.

  10. Frank Schmidt, 27. Dezember 2010 um 10:17 Uhr

    Allen denen, die meinen, ich hätte die Todesfallabsicherung vergessen und dadurch Äpfel mit Birnen verglichen, ja, habe ich. Aber ich dachte, jeder rechnet mal selbst nach, wie hoch der Preis für die Absicherung war, bzw. ist.

    Und mir vor zu halten, ich sein auf der Seite der Bürgerverunsicherer, ist doch völlig daneben. Recht hätte man damit, wenn ich generell etwas gegen Altersvorsorge hätte. Dem ist nicht so, im Gegenteil. Ich war nur bemüht, die Fehler der Vergangenheit, in der Zukunft zu vermeiden. Das hat nun aber überhaupt nichts mit Verunsicherung zu tun. Ich war so zu sagen, nur der Überbringer der schlechten Nachricht, nicht der Verursacher.

    @ As-Club’er, das war auch keine dieser tollen Berechnungen, das waren reale Zahlen. Ich weiß nicht, wie Sie sich fühlen würden, wenn nach 12 Jahren, nicht mal die eingezahlten Beiträge als Guthaben da sind und zusätzlich weniger Geld auf dem Konto ankommt, als sie einzahlen. Und dazu kommt, dass jetzt, wo das Geld Zinsen abwerfen könnte, die Überschußbeteiligung sinkt.

    Also ich würde da schon anfangen mir Gedanken zu machen, ob meine damalige Entscheidung richtig war und ob es heute vernünftige und zukunftstaugliche Alternativen gibt. Im Blog wurden ja schon einige genannt.

    MfG
    Frank Schmidt

  11. AS-Club'er, 27. Dezember 2010 um 14:05 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Mit den tollen Berechnungen meinte ich Wolfgang und nicht SIe.

    Die Frage ist doch, wie sähe die Alternative aus?

    Statt 100 Euro aufs Sparbuch, wären wohl nur rund 87 Euro aufs Sparbuch geflossen und 5 Euro in eine RisikoLV und 8 Euro in ein Bu-Rente (mit mtl. 100 Euro VS) (35 Jahre alter Mann, LZ bis 65)
    Damit wäre dann die Absicherung zwischen KLV und Sparbuch gleich. Bei einem Zins von 0,25 Prozent auf dem Sparbuch wären aber trotzdem nach 12 Jahren nicht 100*12*12 =14.400 Euro auf dem Sparbuch, sondenr nur rund 12.600 Euro (87*12*12 + 0,25% Zinsen)

    Nur mal so am Rande:

    Den letzten Kapitalbildenden Tarif habe ich irgendwann im Jahre 2003/2004 verkauft. Als Berater der DVAG habe ich eben das Glück, dass bereits seit 1975 die DVAG Investmentpolicen anbietet. Auch da war Dr. Pohl seiner Zeit weit voraus.

  12. Wolfgang, 27. Dezember 2010 um 15:56 Uhr

    @ Herr Lach
    dass, Sei meinen Komentar am 25. Dezember abgewürgt haben ist Ihre persönliche Entscheidung. Lassen Se es aber bitte nicht zu offensichtlich wirken, dass Sie “Lieblinge” bevorzugen.

    Anmerkung des Moderators: Lieber Wolfgang, lassen Sie uns doch im neuen Jahr auf kollegialem Niveau weiter diskutieren. Ihnen schöne Feiertage.

    Mit: “uns” meinten Sie doch nur Sie und mich.
    Beginnt für Bevorzugte Blogger das Jahr schon am 27.Dezember ?

  13. Michael Miedl, 27. Dezember 2010 um 18:14 Uhr

    @Wolfgang

    Manches Niveau muss einfach abgewürgt werden…..
    Dennoch guten Rutsch und ein erfolgreiches 2011!

    Michael Miedl

  14. Wolfgang, 28. Dezember 2010 um 09:19 Uhr

    @ Michael Miedl
    Dass … Hinweis des Moderators: Dieser Blog dient nicht persönlichen Auseinandersetzungen der Kommentatoren untereinander.

  15. Wolfgang, 28. Dezember 2010 um 11:49 Uhr

    @ Moderator
    wünschenswert wäre es von Ihnen, im Vorfeld zu erkennen, welche Beiträge sinnlich dienen und welche nicht.

    Hinweis des Moderators: Schreiben Sie so, dass möglichst viele Besucher unseres Blogs Freude an ihren Kommentaren haben, diese interessant finden und darin eine inhaltliche Ergänzung zu den Blogbeiträgen entdecken. Wenn Sie dann noch die Nettiquette einhalten, werden sich alle über Ihre Kommentare freuen.