BaFin wird aktiv

15. Dezember 2010 | 810 mal gelesen

Nicht zuletzt durch den in Konkurs gegangenen Finanzvertrieb MEG sind die Provisionen in der privaten Krankenversicherung Diskussionsthema. Denn die MEG erhielt angeblich von einzelnen Versicherern mehr als 15 Monatsbeiträge Vermittlungsprovision, ungefähr doppelt soviel wie im Schnitt der Branche üblich.

Nun nimmt sich die BaFin der Sache an, und hat in einem Rundschreiben die Versicherer aufgefordert, Maß zu halten. So fordert die Behörde, die Höhe der Abschlussprovisionen zu begrenzen, auf die Beratungsqualität und die jeweilige Vertriebsorganisation zu achten und ggf. mit den Vermittlern ausreichende Haftungszeiten für die Provisionen zu vereinbaren. Darüber hinaus behält sich die BaFin ein Sonderprüfungsrecht vor.

Dies alles nachzulesen in der Sonderausgabe des Versicherungsjournals vom 9. Dezember 2010.

Unsere Meinung als DVAG: Schade, dass wieder einmal einige wenige schwarze Schafe die gesamte Branche in Misskredit bringen und die Aufsicht auf den Plan rufen.


Kommentare für diesen Artikel (9)

  1. AS-Club'er, 16. Dezember 2010 um 13:06 Uhr

    Das zeigt mal wieder, wie stark manche Gesellschaften darauf angewiesen sind, Neugeschäft um bzw. für jeden Preis zu machen.

    Da Lob ich mir die Central, die sich an solchen Auswüchsen nicht beteiligen muss und trotzdem stark wächst. Anteil daran haben auch viele Makler, die immerhin rund ein Drittel am Neugeschäft der Central bringen und damit nach der DVAG zweithöchster Produktlieferant bei der Central sind,

    Die Central ist eben ein Premiumversicherer (trotz der in manchen Tarifen stattgefundenen Prämienanpassungen) der seit vielen Jahren bei vielen Ratings auf den vorderen Plätzen Landet. Gut für unsere Kunden und gut für uns als Vermögensberater.

  2. Joachim Trapp, 16. Dezember 2010 um 15:08 Uhr

    Gier frisst Hirn und Geld !

    Warum…..hier die Erläuterung dazu:

    Zum einen werden durch überhöhte Provisionen Verkäufer auf den Plan gerufen, die nur um dieser Willen etwas an den/die Mann/Frau bringen wollen.

    Zum anderen gibt es leider auch einige “Berater” (ich nenne sie mal zähneknirschend so) die nach dem Sie einem Kunden bzw. einer Kundin
    eine private Krankenversicherung verkauft haben, sobald diese dann die Prämien erhöht hat, sofort eine andere verkaufen mit dem Hinweis da die bestehende ja ihre Beiträge erhöht habe.

    Ohne dem Kunden zu sagen, das sein Eintrittsalter wieder höher ist und seine Altersrückstellung flöten geht.
    Und das machen die dann ohne Rücksicht auf (Kunden)Verluste dann sogar 3-4 mal hintereinander.

    Faire Beratung schaut ganz anders aus !

    Viele Grüße
    Joachim Trapp
    0172-3639007
    joachim.trapp@dvag.de
    Facebook und Xing

  3. , 16. Dezember 2010 um 15:36 Uhr

    @ Joachim Trapp

    Da haben Sie Recht, und dieser “Versuchung des schnellen Geldes” können Vermögensberater des DVAG gar nicht ausgesetzt sein, da wir uns auch in der Krankenversicherung auf das Angebot eines starken Partners beschränken. Mehrmalige Umdeckungen wie bei dem einen oder anderen Makler sind so gar nicht möglich. Wenn man so will, in diesem Fall “gelebter Verbraucherschutz”.

  4. AS-Club'er, 16. Dezember 2010 um 16:31 Uhr

    @ Joachim Trapp

    Nur der Vollständigkeithalber: Bei ab 2008 abgeschlossene verträge können Altersrückstellungen bei einem Wechsel des Krankenversicherers mitgenommen werden, allerdings nicht in voller Höhe sondern nur in der Höhe die beim Basistarif gebildet worden wären.

    Wer Näheres dazu wissen will, kann sich an seinen jeweiligen Vermögensberater wenden.

  5. Thomas S., 16. Dezember 2010 um 16:52 Uhr

    @ AS-Club’er

    Sie schreiben: „Da Lob ich mir die Central, die sich an solchen Auswüchsen nicht beteiligen muss und trotzdem stark wächst….“

    Also ehrlich, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. War es nicht unter anderem die Central, die der pleite gegangenen MEG AG das Geld förmlich in den Rachen geworfen und damit letzten Endes Kundengelder im Nirvana versenkt hat?

    So schreibt beispielsweise der Spiegel in seiner Ausgabe 47/2010 vom 22.11.2010, ich zitiere: „…Seine Geschäftspartner sind die großen der Branche: Allianz, die AXA, Consal, INTER, Central und die Hallesche. …“

    Munkelt man nicht sogar, dass ein Großteil der diesjährigen Beitragsanpassungen der Central durch die Pleite der MEG AG erforderlich wurde?

    Unabhängig davon ködert die Central seit Jahren Tausende von Kunden mit dem billigsten Beitrag. Baunebengewerbe, Selbständige Hotelreinigungskräfte, alles egal: Hauptsache Umsatz. EKE750, KEH750, central.vario eco 333S3. Tarife auf, Tarife zu. Seit 2009 kann die Central aber ihre zahlungsunwilligen Kunden nicht mehr kündigen bei Nichtzahlung der Beiträge und versenkt so Millionen von Krankenversicherungsbeiträgen. Die zeche zahlen gerade diejenigen, die ihre Beiträge immer ordentlich und pünktlich überweisen.

    Mit dem wirklich preisgünstigen KEH hat man alle gefangen die nicht schnell genug auf den Bäumen waren. Dann kam die Versicherungspflicht und man bekam die Nichtzahler nicht mehr los. Mit der Einführung der neuen Tarife wurden die alten kaum noch verkauft, so dass die alten explodieren mussten.

    Wenn ich mir zudem die Kennzahlen der PKV anschaue fällt auf, dass die Central eine sehr hohe Abschlusskostenquote hat. Auch in Sachen RfB-Quote und RfB-Zuführung gibt es deutlich bessere Unternehmen.

    Ich kann mich täuschen, aber wenn die Central sich hier nicht verbessert, lässt das auch in Zukunft auf Beitragssteigerungen oberhalb des Branchendurchschnitts schließen. Oder interpretiere ich die Zahlen nun falsch.

    Wenn man sich die Kennzahlen aus dem letzten Jahr mit dem Branchendurchschnitt vergleicht, erkennt man, dass die Central nur in der Schadenquote besser als der Schnitt ist. Also an gestiegenen Krankheitsfällen liegt die BAP wohl eher nicht. Dafür ist die Abschlusskostenquote die 3. höchste überhaupt und fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Auch die RfB-Quote und die RfB-Zuführungsquote liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

    Wenn ich diese Zahlen nun in Zusammenhang bringe, sieht das für mich so aus, dass bei der Central die Beitragsanpassungen auch zukünftig in der Tendenz über dem Durchschnitt liegen müssen, da viel Geld für den Vertrieb ausgegeben wird, hingegen weniger Rückstellungen für zukünftige Schadensfälle gebildet werden.

    Also Premiumversicherer ist für mich etwas anderes. Was kann ich froh sein, dass ich nicht mehr bei der Central versichert bin.

    In diesem Sinne noch einen schönen Abend.

  6. , 16. Dezember 2010 um 17:05 Uhr

    @ Thomas S.

    Sie haben Recht: Auch die Central hat mit der inzwischen liquidierten MEG zusammen gearbeitet. Zwischenzeitlich wurde – auch mit Blick auf diese Zusammenarbeit – die vertriebliche Ausrichtung des Unternehmens korrigiert, damit vergleichbare Situationen nicht mehr entstehen.

  7. Joachim Trapp, 16. Dezember 2010 um 20:02 Uhr

    @AS-Club´er
    Gilt erst für Neuverträge ab dem 01.01.2009.

    Es gab einen Zeitkorridor vom 01.01.2009-30.06.2009 in dem man die Rückstellung in Höhe des Basistarifes gemessen mitnehmen konnte.
    Aber auch hier Vorsicht, denn wenn der Tarif den man hatte eine niedrigere Rückstellung als der Basistarif vorsah, so konnte man nur diesen niedrigeren Betrag mitnehmen. Diese Niedrigerregelung gilt im übrigen auch für die ab dem 01.01.2009 neu abgeschlossenen Verträge.

    Weiterhin können sie nicht beim KV-Wechsel-Dich-Spiel alle Kumulierten Rückstellungen mitnehmen.
    Beispiel:
    01.01.2009 Beginn bei der Z Krankenversicherung
    01.01.2011 Wechsel zur X Krankenversicherung (Mitnahme der gebildeten Rückstellung von der Z zur X)
    01.01.2013 Wechsel zur Y Krankenversicherung ( Mitnahme NUR der gebildeten Rückstellung aus der Zeit vom 01.01.2011 bis zum 01.01.2013)
    Die Rückstellung aus der Z Zeit verbleibt bei der X.

    Ausnahme wäre nur wenn der Versicherte vor dem 01.01.2009 als sogenannter Altbestand schon privat versichert gewesen wäre, dann konnte er die Rückstellung mitnehmen, aber auch nur bei einem Wechsel in einen Basistarif (wovon schon alleine abzuraten war) und hätte bei einem Tarifwechsel nach frühestens 18 Monaten bei seinem Versicherer oder auch zu einem Dritten seine mitgebrachte Rückstellung noch einmal mitnehmen können, danach aber nicht mehr.

    Deshalb lohnt es sich auch heute nicht ständig zu wechseln.

    Bei Fragen hierzu stehe ich auch gerne zur Verfügung.

    Viele Grüße
    Joachim Trapp
    0172-3639007
    joachim.trapp@dvag.de
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  8. Joachim Trapp, 16. Dezember 2010 um 23:47 Uhr

    @Thomas S.

    Das was Sie ansprechen ist ein Branchenproblem, eingebrockt von der Politik.
    Alle Versicherer können den Versicherten nicht mehr kündigen !
    Aber merke………die Politik bzw. die Gesundheitsreform hat dies erst möglich gemacht zum Nachteil aller privaten Krankenversicherer und deren Kunden.
    Und dieser Punkt macht einen nicht unerheblichen Teil der Beitragserhöhungen aus von welcher wir alle betroffen sind.

    Bitte beachten Sie das alte Tarife nur dann erheblich viel teurer sein können und überdimensional steigen, wenn die Kalkulation alt und neu strikt voneinander getrennt wird.

    Weiterhin beachten Sie bitte das gerade die Central im großen Rahmen Ihre Kunden (AUCH KEH-Tarif KUNDEN) angeschrieben hat bzw. über die Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung Angebote unterbreitet hat ohne Gesundheitsprüfung in gleichwertige, teils auch etwas leistungsstärkere Tarife umzustellen.

    Weiterhin bitte ich alle Quoten, bzw. Zahlen zu beachten, nehmen wir hier nur einmal die der Altersrückstellungen.
    Man lebt nicht nur jetzt von der “Hand in den Mund”, man sollte auch “Vorräte” für das Alter anlegen.
    Wenn Ihnen soviel an der Beitragsrückerstattung liegt, warum haben Sie sich nicht für einen anderen Tarif damals entschieden ?

    Desweiteren beachten Sie bitte Preissteigerungen im medizinischen Bereich.

    Viele Grüße
    Joachim Trapp
    0172-3639007
    joachim.trapp@dvag.de
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    post scriptum: Die Bäume lassen wir doch besser in der Natur, da gehören sie hin.

  9. AS-Club'er, 17. Dezember 2010 um 14:20 Uhr

    @ Joachim Trapp

    Sie haben natürlich Recht mit dem 1.1.2009.

    Sehen Sie es mir bitte nach, beim posten übers iPhone nicht die richtige Ziffer getroffen zu haben