Raue Sitten

7. Dezember 2010 | 1.044 mal gelesen

Alvecon – so heißt ein Finanz- und Versicherungsmakler, der nach Art eines Franchisesystems maklerähnlich tätige Vermittler (“Systemmakler””) als gebundene Vermittler unter Vertrag hat. Außerdem wirbt das Unternehmen in seinem Internetauftritt mit unabhängiger Beratung, obwohl das Unternehmen dem Deutschen Ring gehört. Wie das alles zusammen passt, ist schwer verständlich.

Vielleicht auch deshalb produziert das Unternehmen hohe Verluste, und der “Ring” will es deshalb schließen. Mit erheblichen Auswirkungen für die Vermittler, denn deren Verträge, Garantien und Vorschüsse wurden Ende September mit Wirkung zum 30. November gekündigt, verbunden mit dem Angebot, in die der Signal-Iduna gehörende “Servicepartner der Versicherungsmakler AG” wechseln zu können. Ein Wechsel ist aber nur dann möglich, wenn der Vermittler vom Status des gebundenen in den des ungebundenen wechselt. Dies ist auch Voraussetzung dafür, dass der Vermittler wieder Zugriff auf seine Bestände erhält.

Das alles nachzulesen in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Versicherungsvertrieb vom 1. Dezember 2010, Seite 23. Wir meinen: “Raue Sitten” im Umgang mit den eigenen Vermittlern.


Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Marcel H. Costin, 7. Dezember 2010 um 16:46 Uhr

    …hey, immerhin ist die Entscheidung ja freiwillig! 😉

    …muss ein komisches Gefühl in der Magengegend sein so eine Nachricht. Ich wünsche diesen Menschen alles Gute, z.B., dass sie einem sympatischen Vermögensberater über den Weg laufen und sich mal unsere Möglichkeiten aufzeigen lassen. Solche krassen Richtungswechsel hat es bei der DVAG in 35 Jahren bisher nicht gegeben, die Unternehmenshistorie ist nachvollziehbar.

    Ich arbeite heute nicht als Mikrotechnik-Ingenieur und habe es bis heute absolut nicht bereut, dass ich mich mal zu einem Gespräch habe hinreißen lassen. Auch wenn ich es meinem Kumpel damals ausreden wollte und mich deswegen drauf eingelassen habe. =o)

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  2. Nick Heilborn, 14. Januar 2011 um 10:08 Uhr

    Über solche Unsitten bei den Mitbewerbern kann man wirklich nur den Kopf schütteln. Ich glaube, dass noch viel mehr Makler zur DVAG wechseln würden, wenn sie wüssten, wie gut es uns hier geht.

  3. moma72, 14. Januar 2011 um 21:14 Uhr

    Das stellt ein ganz normalen Vorgang dar.
    Versicherungsvertreter = Kunde gehört dem Versicherer
    Versicherungsmakler = Kunde gehört dem Makler

    Ist also absolut kein Problem.

    Und mindestens genauso rauhe Sitten kenne ich von einem anderen Unternehmen. Dort wurden den langjährigen mitarbeitern gekündigt und gleichzeitig angeboten in einen Struktuvertrieb zu wechseln.

    Stellt sich mir die Frage, was rauer war ?!?! Nicht mit Steinen werfen, wenn man selber im Glashaus sitzt 😉