Der Zinsträgereffekt

2. Dezember 2010 | 902 mal gelesen

Jeder, der sich mit wirtschaftlichen Themen einigermaßen auskennt, kennt den Zinseszins-Effekt, nach dem sich Kapital durch die Verzinsung des Kapitals und die Verzinsung angesammelter Zinsen im Zeitablauf exponentiell aufbaut.

Doch die Zinsen und Zinseszinsen alleine sind es nicht. So müssen beispielsweise bei Banksparplänen die Zinsen jährlich versteuert werden, was den Zinsträger in Höhe der zu zahlenden Steuer verringert und so auch den Zinseszins-Effekt konterkariert.

Hier ist die private Rentenversicherung klar im Vorteil: Denn bei dieser erfolgt die Besteuerung der erwirtschafteten Erträge nicht jährlich, sondern mit dem Ertragsanteil erst bei Fälligkeit der Leistung am Vertragsende. So erhöht die “gestundete Steuer” während der gesamten Laufzeit den Zinsträger, also das Kapital einschließlich Erträge, das zur Zinsbildung zur Verfügung steht. Der Zinseszins-Effekt kann so in vollem Umfang wirken.

Und dazu kommt: Läuft der Vertrag länger als 12 Jahre und beginnt die Rentenzahlung nach dem 60. Lebensjahr, wird der Ertragsanteil nur mit dem hälftigen Steuersatz besteuert.


Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Wolfgang, 2. Dezember 2010 um 14:42 Uhr

    Dass Banksparpläne nicht mit Rentenversicherungen verglichen werden sollten, müßte doch schon benkannt sein. Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, ein Rentenversicherter / in verstirbt kurz vor der Verrentungsphase, welches Kapital steht dem/der Hinterbliebenen zur Verfügugn ? Doch nur das eingesetze Kapital und nicht der Kontostand. Dem gegenüber ist der Banksparplan wesentlich im Vorteil. Vergleichen Sie doch mal den Kontostand nach z.B. 5 Jahren Laufzeit.

  2. , 2. Dezember 2010 um 16:48 Uhr

    @ Wolfgang

    Dass Banksparpläne und Rentenversicherungen völlig unterschiedlich funktionieren, weiß jeder Fachmann wie Sie.

    Die Breite der Bevölkerung hingegen weiß es nicht, denn wie sonst erklärt sich, dass ein Großteil der Menschen nachweislich Altersversorgung über das Sparbuch betreibt (welch Irrweg).

    Umso wichtiger ist es, grundlegende Unterschiede in der Konstruktion von Finanzprodukten aufzuzeigen, damit jeder weiss: Ein Apfel ist keine Birne.