Makler ausgebootet

27. November 2010 | 1.268 mal gelesen

Interessantes gibt es aus dem Maklermarkt zu berichten (Versicherungsjournal vom 18.11.2010).

Es geht um den Münsteraner Versicherer LVM, der seine Produkte ausschließlich über die eigene Ausschließlichkeit absetzt. Dennoch kann eine Beziehung zu einem Versicherungsmakler entstehen, wenn dieser von einem Kunden mit bestehendem LVM-Vertrag einen so genannten Maklerauftrag erhält.

Üblicherweise binden die Versicherer in einem solchen Fall den Makler (“Korrespondenzmakler”) zumindest in die gesamte Korrespondenz mit dem Kunden ein.

Anders der LVM: Dieser lehnt es derzeit ab, die Makler über Geschäftsvorfälle mit dem Kunden zu informieren. “Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir über Inhalte und Bestandteile des zwischen uns bestehenden Vertragsverhältnisses ausschließlich mit Ihnen als Versicherungsnehmer korrespondieren wollen”, so die Mitteilung an die Kunden.

Das Verhalten des LVM ist letztendlich konsequent. Denn der Versicherer bekennt sich zu seinem Ausschließlichkeitsvertrieb und bleibt sich treu darin, seine Produkte nicht über Makler abzusetzen. Da ist es nur logisch, dass auch im Bestand Makler nicht akzeptiert werden. Mit der Gefahr für den LVM, dass der Makler die Verträge kündigt und bei einem anderen Versicherer unterbringt.

Dennoch meinen wir: Ein mutiges und gerade deshalb glaubwürdiges Bekenntnis zum eigenen Vertrieb, so wie in der Beziehung zwischen der DVAG und den AachenMünchener Versicherungen.


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Kommentare für diesen Artikel (8)

  1. Andreas Röhr, 27. November 2010 um 13:09 Uhr

    Wenn der Makler dann den oder die LVM Verträge kündigt (entschuldigung, … es kündigt ja der Kunde) und das nur desswegen weil die Korrespondenz nicht über den Makler läuft, ist die Frage ob er dann im Interesse des Kunden und für den kunden handelt. Genau das ist seine Pflicht und genau das sagen ja immer die Makler !
    Aber Freunde, lasst mich raten ….. der Makler (entschuldigung, … der Kunde)
    kündigt natürlich weil es anderswo günstiger und besser geht.

    Würde in diesem Fall bedeuten das die Produkte des LVM generell schlecht sind. (wozu sonst die Kündigung ?)
    Liebe Makler welche die LVM Verträge, wenn sie passen, trotzdem bestehen lassen, … macht an der Stelle bitte weiter so. Dann erfüllt ihr auch den Auftrag des Kunden.
    Ich bin überzeugt davon das es auch solche Kollegen unter Euch gibt !
    Einen schönen ersten Advent wünscht

    Andreas Röhr

  2. Thomas S., 27. November 2010 um 17:17 Uhr

    Das Verhalten des LVM mag ja durchaus konsequent gegenüber seinem eigenen Außendienst sein. Dennoch ist es eine ganz klare Missachtung der Weisungen seiner Kunden. „Der Kunde ist König“ war wohl einmal.

    Wenn sich ein Kunde dazu entschließt, sich zukünftig von einem Versicherungsmakler beraten und betreuen zu lassen und dies auch noch in schriftlicher Form festgehalten wird (= Maklervertrag), dann hat der Versicherer dem Wunsch des Kunden zu entsprechen. Fertig aus.

    Nunja, ich bezweifle, dass sich der LVM damit einen Gefallen getan hat. Der Makler wird, wie Sie schon schreiben, die Verträge kündigen und bei einem anderen Versicherer unterbringen.

    Ein solcher „Denkzettel“ wäre dem LVM zu wünschen, getreu dem Motto: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten!“

  3. Peter Schattling, 28. November 2010 um 10:16 Uhr

    Maßstab ist der Kunde!
    Wenn der Kunde seinem Ausschließlichkeitsvertreter und dessen Versicherungsgesellschaft nicht vertraut und sich einem Makler zuwendet, wird er auch gerne mit den Konsequenzen leben.
    Außerdem wird der Makler ja schnell wieder die nächste bessere, für den Kunden
    passendere, billigere, … Versicherung finden…
    Wozu also die Aufrgung?

  4. Marcel H. Costin, 28. November 2010 um 10:39 Uhr

    Guten Morgen, liebe Sorgen,

    ich denke der LVM wird seine Gründe haben, warum er so vorgeht. Einfach spekulative Behauptungen aufzustellen, der Makler “wird” nun “zur Strafe” die Verträge des Kunden wechseln, finde ich so nicht in Ordnung.

    Genauso wenig mögen wir Vermögensberater es, wenn wir in eine pauschale Schublade gesteckt werden. Die Welt ist nicht schwarz/weiß und es gibt eine permanente Evolution. Die DVAG hat sich auch entwickelt und aus vielen Fehlern gelernt. Warum gestehen wir Anderen nicht auch ein aus Ihren Fehlern lernen zu können?

    Außerdem maße ich mir nicht an die Beweggründe Anderer besser zu verstehen als sie selbst. Ich kann nur von außen beobachten und meine Schlüße ziehen – und mich dennoch Irren. So wie viele das auch bei unserem Berufsstand und Unternehmensgruppe tun.

    Übrigens, herzlichen Glückwunsch zu 5.855 Fans der DVAG-Gruppe auf Facebook! Tendenz steigend. Vielleicht erinnert sich noch der Eine oder Andere daran wie noch vor wenigen Monaten, gleich nach Gründung darüber hergezogen wurde, wie wenig Fans (1.000+) die Gruppe angeblich hatte und was das für ein schlechtes Zeichen für geringes Interesse sei und bla blub… .

    Ich steh’ auf Langzeitstudien! Die haben eher Befund. 😉

    Wir tauschen uns darüber rege aus, wer also noch nicht bei Facebook ist, kann ja den heutigen Sonntag dazu nutzen und sich anmelden um die Vermögensberater mal von einer etwas anderen Seite kennenzulernen. “Vermögensberater zum anfassen”, ganz normale Menschen.

    Mit nachdenklichen Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  5. Frank Schmidt, 28. November 2010 um 10:49 Uhr

    Werter Herr Röhr,

    so einfach kann es sich ein Makler nicht machen. Von wegen, LVM kooperiert nicht, also weg damit. Der Makler vertritt ja die Interessen des Kunden.
    Wenn die LVM Police in die Landschaft passt, dann bleibt sie.
    Klar ist aber auch, damit die Police nicht doch irgendwann einmal auf dem Abstellgleis landet, sollte der LVM besser kooperieren.

    Denn eigentlich hat man es doch garnicht nötig, gut laufende Verträge zu kündigen. Es gibt schließlich genug Unsinn am Markt, der beendet werden kann.

    Mir ist es auch passiert, dass ein Allianzer dem Kunden gesagt hatte, lass die AM Police laufen, die ist noch steuerfrei. Es müssen also nicht Makler sein, die die Interessen des Kunden wahren.

    MfG und schönes WE
    Frank Schmidt

  6. , 28. November 2010 um 11:06 Uhr

    @ Alle

    Ein schwieriges Thema:

    Wird ausschließlich die Kundensicht vertreten, stellt sich LVM im Grunde gegen den Willen des Kunden. Denn dieser hat sich für die Zusammenarbeit mit dem Makler entschieden, will gleichzeitig aber seinen Versicherungsschutz beim Versicherer behalten, da dies wirtschaftlich sinnvoll ist (u.a. bei LV, BU oder KV).

    Wird die Vertriebssicht einbezogen, spielt das Vertrauensverhältnis zwischen Versicherer und seiner eigenen Organisation eine große Rolle, und viel zu oft wird dieses Vertrauensverhältnis in der gesamten Branche verletzt (bes. eklatante Fälle: Vertrieb über Tchibo-Filialen, Eröffnung von Direktversicherern mit gleicher Marke, uneinheitliche Preis-, Annahme- und Regulierungspolitik bei AO und Maklern). Insoweit ist das Verhalten des LVM hier bei reiner Vertriebssicht durchaus sympathisch.

    Letztendlich geht der LVM am Ende einen Mittelweg, indem an den bestehenden Verträgen nicht gerüttelt wird (warum auch ..), gleichzeitig aber eine aktive Zusammenarbeit mit dem Makler verneint wird.

    Natürlich stellt sich ganz am Ende die Frage: Warum wechselt der Kunde vom LVM-Vertreter zum Makler?

  7. Andreas Röhr, 28. November 2010 um 12:05 Uhr

    Lieber Herr Schmidt,

    in letzter Zeit habe ich schon einige Beiträge von Ihnen gelesen und schätze diese doch sehr !
    Dabei möchte ich auf meinen letzten Absatz verweisen und glaube Ihnen sofort das Sie zu diesem Personenkreis gehören.
    Nur wissen wir auch alle das es auch einige gibt welche eben nicht so handeln. (leider allzu oft erlebt)
    Auch ich habe Kunden welche LVM Verträge haben. In diesen Fällen macht es wenig Sinn diese zu kündigen (KV u.s.w.) Diese Verträge werden von mir für den Kunden auch mit betreut. Also kann das ein Makler auch !!!
    Die Korrespondens läuft eben nur über den Kunden. …. Dann ruft der Kunde mich an (wenn zu diesen Verträgen Post kommt, auch Schadenfälle u.s.w.) und nicht umgekehrt.
    Aber ich denke das wissen und praktizieren Sie genauso.
    Schlussendlich muss ich Herr Dr. Lach Recht geben.
    Es gibt immer mehrere Ansichten welche, jede für sich betrachtet, durchaus einen Sinn ergeben.
    Zum Anderen denke ich in einigen Punkten genauso wie mein Kollege Marcel H. Costin. (Der LVM wird schon seine Gründe haben)
    Ob es der Grund ist zum eigenen Vertrieb zu halten oder ob es u.a. zu viele schlechte Erfahrungen mit Maklern sind (auch das könnte eine Variante sein)
    kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, das was der LVM da gerade macht ist (bezogen auf Makler) kein Einzelfall !
    Bleibt also abzuwarten wie sich der Markt entwickelt. Spannend wird es allemal.
    Ich wünsche allen einen schönen 1. Advent.

  8. Schlak, 28. Juli 2011 um 22:19 Uhr

    Einem Makler unterliegt die Beratung und Betreuungspflicht gegen über dem Mandaten. Ein Eintrag als Korrespondenz Anschrift ist somit unumgänglich, da sonst der Makler über den Vertrag nicht mehr wachen kann. Weil die meisten Makler im Sachgeschäft tätig sind und genauso wie ich über Tausend Verträge im bestand haben ist als Post Anschrift sich einzutragen unumgänglich. Die in solchen Fällen ausgesprochen Kündigung ist somit keine trotz Reaktion des Maklers sondern eine Notwendigkeit. Es sind jedoch immer die selben Gesellschaften die mit diese Taktig auffallen. Mann kann es schon als ein verzweifelter Versuch bezeichnen, sich von den Überragender Konkurrenz abzuschotten. Es ist auch fähr zu sagen das die Generali Gruppe nicht dazu gehört, auch wenn die Aachener und Münchener nicht mehr mit den Makler zusammen arbeitet