Schiffe-Fonds

25. November 2010 | 932 mal gelesen

Aus gutem Grund verzichtet die DVAG Deutsche Vermögensberatung auf die Vermittlung von Produkten des so genannten grauen Kapitalmarktes.

Wie Kunden mit solchen Produkten in die Klemme kommen können, darüber berichtet die Tageszeitung DIE WELT in ihrer Ausgabe vom 19. November 2010.

“Schiffe-Fonds bereiten Sparern wenig Freude”, so die Schlagzeile. Was steckt dahinter?

Obwohl fast alle hinter den Fonds stehenden Containerschiffe “gebucht” sind, dürfen die Anleger (Kommanditisten) auf Jahre hinaus nicht mit Ausschüttungen rechnen. Dies liegt zum einen daran, dass wegen der stetig ansteigenden Zahl von Schiffen die Charterraten unauskömmlich sind. Außerdem haben bei vielen der Fonds die Banken wegen fehlender Margen über Jahre hinaus auf Zins und Tilgung verzichtet. Früher oder später werden sie aber ihre Außenstände einfordern, entweder über Kapitalerhöhungen, sofern sich solche bei den Kommanditisten plazieren lassen. Oder über Verwertung der Schiffe, und dies mit hoher Wahrscheinlichkeit in Verbindung mit spürbarem Wertverlust der Beteiligungen.

Am Ende haben die Anleger so nicht nur jahrelang auf Ausschüttungen verzichtet, sie sehen sich darüber hinaus dem Risiko ausgesetzt, erhebliche Teile des eingesetzten Kapitals zu verlieren. Darüber tröstet nicht hinweg, dass man als Kommanditist stolzer Miteigentümer eines Containerschiffes ist.


Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Jörg Renner, 25. November 2010 um 20:52 Uhr

    Warum kauft ein Anleger solche Anteile ?

    Der informierte Anleger, vielleicht aus steuerlichen Gründen ( Steuersparmodell ) !?

    Der Nichtwissende, wahrscheinlich auf Empfehlung eines Beraters, damit
    hohe Gewinne erwirtschaften zu können !?
    Dies zeugt dann wieder von der Gier im Menschen!

    Letzteren Personen empfehle ich den Film : ” Wallstreet, Geld schläft nicht ” !

  2. Ralf Cormaux, 29. November 2010 um 22:40 Uhr

    Leider kaufen meist die falschen Menschen diese Fonds und das oftmals als Folge einer provisionsorientierten Beratung.

    Zu viele Menschen habe ich bereits kennengelernt, die Schiffe-Fonds, Film-Fonds oder sonstige geschlossene Fonds hatten. Gerade bei geschlossenen Immobilienfonds (nicht die offenen) haben schon viele Menschen nicht nur keinen Ertrag gehabt und auch ihr Geld nicht zurückerhalten, sondern mussten am Ende sogar noch Geld nachschießen. Mir ist ein Fall bekannt, wo einem meiner Kunden über seinen Steuerberater verbotenerweise zur Investition in eine solche Beteiligung geraten wurde. Er hat rund 30.000 Euro nachgezahlt.

    Geldanlage ist Vertrauenssache und Hausmannskost ist gerade im Finanzwesen oftmals ein Garant für Sicherheit. Renditemaximierung ist etwas für Spekulanten. Steuersparmöglichkeiten gibt es auch mit “Hausmannskost”. Fragen sie einfach ihren Vermögensberater.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux
    http://www.cormaux.de