Honorarberater gründen Verband

21. November 2010 | 1.484 mal gelesen

Berufsverband deutscher Honorarberater e.V. (BDVH), so heißt der neue Verband, den die Honorarberater in Deutschland am 5. November diesen Jahres gegründet haben.

Ein löbliches Unterfangen. Denn das Berufsbild des Honorarberaters ist nicht geregelt und es gibt in diesem Bereich viele Missstände, zum Beispiel die gleichzeitige Vereinnahmung von Provision und Honorar.

Insoweit ist zu hoffen, dass es erstes Anliegen des Verbandes ist, Spielregeln für die Berufsausübung zu entwickeln, denen sich alle dem Verein angeschlossenen Honorarberater unterwerfen müssen.

Ein Ziel hat sich der Verband auch gesetzt (s. Versicherungsjournal vom 05.11.2010): Nämlich die Abschaffung der provisionsbasierten Beratung im Finanzdienstleistungs-Markt. Man stelle sich vor, der Bundesverband Deutscher Vermögensberater BDV hätte es sich zum Ziel gemacht, die Honorarberatung abzuschaffen …


Kommentare für diesen Artikel (26)

  1. Andreas Röhr, 21. November 2010 um 16:32 Uhr

    Guten Tag,

    ein Kunde hat schon jetzt die Möglichkeit sich frei zu entscheiden zwischen der Honorarberatung und der provisionsbezahlten Beratung. Die Möglichkeit soll ihm dann genommen werden nur weil sich der Kunde momentan nicht mehrheitlich für die Honorarberatung entschließen möchte ?
    Mann stelle sich vor das diese Vorgehensweise in allen anderen Bereichen unseres Lebens Einzug hält !!!
    Dann wird uns vorgeschrieben welches Auto wir fahren, welchen Arzt wir kontaktieren, welchen Haustyp wir bauen …. u.s.w. … !!!
    Wo bleibt dann meine Selbstbestimmung ? Das ist dann der Zwang in das Honorarsysthem !
    Nein Danke !!!

    Viele Grüße Andreas Röhr

  2. Marcel H. Costin, 21. November 2010 um 17:20 Uhr

    Hallo zusammen,

    ganz schön unsportlich! Klingt sehr nach “wenn wir den Wettbewerb nicht durch überragende Honorrarberatung in die Knie zwingen können, lassen wir ihn politisch verbieten”. Sollte der Verband sich nicht vor allem auf eine bessere Qualität und Leistungsfähigkeit in der Honorarberatung kümmern und damit alle anderen auf diesem Wege übertrumpfen?

    Wenn ich im Sport gewinnen will, kann ich auch nicht einfach den Wettbewerb aus dem Weg räumen um es mir leichter zu machen. Da muss ich an mir arbeiten und hart trainieren und allen zeigen, dass ich mehr drauf habe. Das ist ehrlich!

    Zum Glück konzentriert sich die DVAG auf nur wenige, bewährte, Unternehmen der jeweiligen Branche, dass ein Verkauf nur nach dem provisionsträchtigsten Produkt der jeweiligen Sparte erst gar nicht aufkommt. Aus welcher Branche und welcher Sparte Produkte angeboten werden, wird über eine umfassende Vermögens- und Subventionsanalyse gewährleistet, zu dessen Verwendung der Vermögensberater streng verpflichtet ist (Alle Vermögensberater die ich persönlich gut kenne halten sich daran).

    Letztenendes entscheidet der Kunde ob er langfristig oder kurzfristig sparen will (ob für ein Haus, Freizeit oder Rücklagen) und ob er gesundheitlich oder materiell optimal oder bloß minimal abgesichert sein will. Steuern sparen und Fördermittel nutzen tut jeder gerne. So wahnsinnig viele Auswahlmöglichkeiten gibt es da auch nicht, je nach Wunsch und Ziel, das dazu geeignetste Produkt auszuwählen und in ein flexibles Konzept auf die Kundensituation angepasst anzubieten. Die “Werkzeugkiste” mit der der Vermögensberater arbeitet ist überschaubar. Für jede Situation 1, 2, 3 alternative Werkzeuge. Wer übermäßig mit dem Schraubenschlüßel Nägel ins Holz kloppt, der fällt der Gesellschaft irgendwann auf.

    Es liegt an der Gesellschaft die Produktkonzeption so zu gestalten, dass die Vermittler möglichst motiviert sind sich am Kunden zu orientieren.Dann gibt es auch keinen Stress und alle sind zufrieden.

    Trotz allem wünsche ich den Honorarberatern weiterhin viel Erfolg und dass sich auch da die Beraterqualität bessert. Je eher das angeschlagene Image der Finanzdienstleistungsbranche generalüberholt wird, desto besser!

    Allen die auf hohe Beratungsqualität Wert legen, einen schönen Sonntag! 🙂

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  3. Ralf Gottfried, 21. November 2010 um 19:15 Uhr

    Sehr geehrter Herr Röhr,

    der Kunde kann doch dann auch immernoch entscheiden,welche dieser Beratung er in Anspruch nimmt. Es soll doch nur geregelt werden das ein Honorarberater nicht zu seinem Honorar, dass er vom Kunden für seine Beratung bekommt, auch noch die Provision von den vermittelten Gesellschaften bekommt. Somit soll verhindert werden das der Kunden doppelt bezahlt oder anderst der Berater doppelt kassiert.

  4. Wolfgang Reinhardt, 21. November 2010 um 22:00 Uhr

    Sie irren, Herr Gottfried!

    “Der Vorsitzende des neuen Verbandes, Karl Matthäus Schmidt, betonte, es sei an der Zeit, durch Provisionen verursachte Fehlanreize im Finanzdienstleistungs-Markt abzuschaffen und für die Verbraucher mehr unabhängige Beratungsleistungen anzubieten.”

    Das ist ein deutlich formuliertes Ziel, und genau in der Weise unsportlich, wie es Herr Costin treffend beschrieben hat.

    Bevor Herr Schmidt hier den Gutmenschen spielt sollte er lieber seinen eigenen Laden in Ordnung bringen.

  5. Frank Schmidt, 22. November 2010 um 08:50 Uhr

    Guten Morgen

    Eine Honorarberatung besteht aus mind. einer Beratung und ggf. einem anschließenden Verkauf.

    Teilbereich Beratung: Es ist doch das Kundenfreundlichste was es gibt, wenn der Kunde vorher weiß, da ist ein Berater, der begutachtet neutral und ohne Verkaufsabsicht die bestehenden Verträge. Da ist es doch völlig klar, dass diese Leistung auch bezahlt werden muß. Bitte nennt mir sinnvolle Argumente, warum der Kunde nicht für so eine Beratung bezahlen soll.

    Teilbereich Verkauf: Wo liegt das Problem, wenn der Kunde genau weiß, die Unfallversicherung kostet 120€ zzgl. 24€ Beratungshonorar.
    Oder wenn er weiß, die Vermittlung dieser Altersvorsorge, woraus sie auch immer besteht, kostet sofort und einmalig ein Honorar in Höhe von zum Bsp. 2.400€. Ferner bekommt der Berater noch x % p.a. des Vorsorgevermögens als jährliche Pauschale. Bitte nennt mir doch auch hier sinnvolle Argumente, warum der Kunde das nicht wissen soll.

    Nun, der Berater könnte ja beides tun. Gegen Honorar beraten und gegen Provision verkaufen. Zugegeben, eine vielleicht zwielichtige Sache, aber bei der Klarheit der Kosten, sollte man dem Kunden schon zutrauen, dass er nicht faktisch 2 Mal die volle Abschlussprovision bezahlt.

    Der BDVH hat sich zum Ziel gesetzt:“ Die durch Provisionen verursachten Fehlanreize im Finanzdienstleistungsmarkt müssen endlich abgeschafft werden . . . .“ Und die gibt es ja zweifellos. Genau so zweifellos wurde bisher nichts dagegen unternommen.

    Ferner soll das Berufsbild des Honorarberaters herausgearbeitet werden. Was spricht dagegen. Es gibt ja auch das Berufsbild des Vermögensberaters.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Schmidt

  6. Tobias Bartelt, 22. November 2010 um 12:07 Uhr

    @ Frank Schmidt.

    “Nun, der Berater könnte ja beides tun. Gegen Honorar beraten und gegen Provision verkaufen.”

    Wenn das wirklich so praktiziert werden würde, wer verhindert dann, das der Berater Honorar kassiert und trotzdem dann Verträge verkauft, bei dehnen er eine möglichst hohe Provision erhält?

    Grüße

    Tobias Bartelt

  7. Thomas S., 22. November 2010 um 12:41 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Ich darf Sie zitieren: “Teilbereich Verkauf: Wo liegt das Problem, wenn der Kunde genau weiß, die Unfallversicherung kostet 120 € zzgl. 24 € Beratungshonorar. Oder wenn er weiß, die Vermittlung dieser Altersvorsorge, woraus sie auch immer besteht, kostet sofort und einmalig ein Honorar in Höhe von zum Bsp. 2.400 €. Ferner bekommt der Berater noch x % p.a. des Vorsorgevermögens als jährliche Pauschale. Bitte nennt mir doch auch hier sinnvolle Argumente, warum der Kunde das nicht wissen soll. …”

    Ohne Frage handelt es sich bei der Honorarberatung um eine transparente und offene Beratungsweise. Ich bezweifle jedoch, dass die Kunden bereit sind bei einer vernünftigen Altersvorsorgeberatung Honorare jenseits der 1.000 Euro zu bezahlen. D. h. in den meisten Fällen sind die Kunden einfach nicht bereit so viel Geld vorab zu investieren, in vielen Fällen (z. B. Geringverdiener) sind sie dazu auch gar nicht in der Lage. Wie sollte sich beispielsweise eine alleinerziehende Mutter mit einem 400 Euro-Job ein Beratungshonorar in Höhe von 2.400 Euro leisten?

    Die Abschaffung der provisionsbasierten Beratung im Finanzdienstleistungs-Markt wird meines Erachtens nach dazu führen, dass sich breite Bevölkerungsschichten, die dringender als zuvor auf eine hochwertige Beratung angewiesen sind, sich diese nicht mehr leisten können.

    Und dies kann doch nicht allen Ernstes im Sinne des Berufsverbandes deutscher Honorarberater e. V. sein.

  8. Marcel H. Costin, 22. November 2010 um 15:27 Uhr

    Hallo diskussionsfreudige Bloger,

    sind wir wieder bei unserem Lieblingsthema? 😉 Dafür läuft es hier ja ganz geordnet ab, wenn ich das mal anmerken darf.

    @ Kollege Frank Schmidt

    GEGEN Honorarberatung und den Beruf des Honorarberaters hat hier sicher niemand etwas. Ich persönlich beziehe mich dabei im speziellen auf den eindeutigen Text im Versicherungsjournal. Missinterpretation des Journalisten mal außen vor gelassen, denn das deklarierte Ziel wurde nicht “ZITIERT”.

    Zu den Provisionen schrieb ich bereits:
    “Es liegt an der Gesellschaft die Produktkonzeption so zu gestalten, dass die Vermittler möglichst motiviert sind sich am Kunden zu orientieren.Dann gibt es auch keinen Stress und alle sind zufrieden. ”

    In vielen Fällen ist die Provision auch als Betreuungspauschale zu verstehen, z.B. im Sachbereich. “Die durch Provisionen verursachten Fehlanreize”, machen nur einen Teil der Problematik aus. Was ist denn durch Vertriebsvorgaben und Verkaufsdruck verursachte Fehlanreize?

    Provisionen haben dagegen einen Sogeffekt. Den Druck finde ich viel gefährlicher.

    Und überhaupt, wer sagt denn, dass bei Honorarberatungen richtig abgerechnet wird? Einer kann dem ahnungslosen Kunden doch genau so gut irgendetwas erzählen und behaupten das sei für ihn nun wichtig zu erfahren und dafür Geld verlangen. Vielleicht braucht er nur die Minimal-Honorarberatung, man verkauft ihm aber die Mittlere-Honorarberatung?
    Und Gebührenkatalog lasse ich nicht gelten, siehe Ärzte und Anwälte, da gibt es große Schwankungen.

    Das bloße Verkaufen, ohne zu beraten sollte abgeschafft werden, oder mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass der Kunde für unberaten gekauftes selbst haftet (siehe Internet, wer klickt, der haftet). Der Bänker dürfte demnach nur noch beim Ausfüllen der Formulare helfen, aber bloß nichts dazu inhaltlich sagen. Den Teller voll machen, muss sich der Kunde selbst am Finanz-Buffet.

    Dazu, beim Provisionsmodell (nun bezogen auf Vermögensberatung), kann die Beratung auch unendlich umfangreich werden, ohne dass der Kunde dafür überhaupt irgendetwas zahlt. Sicher ist dies in vielen Fällen sogar günstiger als die Honorarberatung, da der Kunde sich mal über seine gesamte Situation aufklären lässt und darauf hin beschließt nur einen sehr geringen Teil umzusetzen. Zumindest die Möglichkeit besteht.

    Alles Vor- und Nachteile. Ich bin für beide Systeme nebeneinander, da kann dann jeder selber entscheiden.

    Ich stelle mir gerade die “Deutsche Honorarberatung AG” vor, bei welcher die Kunden monatlich, über Jahre, einen Teil des Beratungshonorars + Betreuungspauschale abbezahlen, welches wiederum monatlich an den Honorarberater abgeführt wird. Einmalzahlungen sind natürlich auch möglich! 😉 Den riesen Unterschied sehe ich nun jedoch nicht. Dienstleistung gegen Geld.

    Bei wem ruft eigentlich der Kunde an, wenn er zur vermittelten Anlage Fragen oder Änderungswünsche hat? Wie kann ein Honorarberater über alle diese Produkte und Tarife informiert sein? Sicher ist seine Flexibilität hier im Nachteil. Keine Frage dass er fachlich über grundsätzliches bescheid weiß, wo jedoch ist der Einfluß auf die Produktlieferanten? Die beiden Systeme gehen fließend ineinander über.

    Nee, nee Freunde. Wie wäre es also mit mehr Zivilcourage und Anstand? Mehr Werte in der Gesellschaft und kein Druck von Oben. Ist doch alles eh Einstellungssache… .

    Und dass es in der Masse funktioniert, ohne Verkaufsvorgaben und einem Belohnungssystem mit Sanktionen bei Missachtung der Spielregeln, wird seit 35 Jahren bewiesen und immer weiter austariert. Schwarz bepelzte Einzelfälle die einen Weg suchen das System auszutricksen gibt es immer und wird es immer geben. Binde das Schicksal des Kunden ein wenig an den des Beraters und er wird sich genau überlegen ob er sich ins eigene Fleisch schneidet.

    Die Provision ist nicht der entscheidende Faktor, aber der nächst greifbare.

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  9. Frank Schmidt, 22. November 2010 um 16:47 Uhr

    Hallo

    Argument: “Nun, der Berater könnte ja beides tun. Gegen Honorar beraten und gegen Provision verkaufen.”

    Auch wenn das provokativ klingt, das will ich mal hoffen. Er leistet 2 Tätigkeiten, also gibt es auch für jede dieser Tätigkeiten eine Bezahlung. Er wird ein Beratungshonorar vorab vereinbaren und dieses für seine Beratung auch bekommen.
    Und wenn er dann anschließend vom Kunden den Auftrag zur Vermittlung erhält, erhält er auch eine Vermittlungsprovision. Aber keinesfalls wird er die Vermittlungsprovision 2* bekommen!

    Argument: „Wie sollte sich beispielsweise eine alleinerziehende Mutter mit einem 400 Euro-Job ein Beratungshonorar in Höhe von 2.400 Euro leisten?“

    Wer einen 400€ Job hat, benötigt auch keine Beratung, die 2.400€ kostet. Das ist doch ganz logisch. Eher ist es heute so, dass diese Frau noch höhere Kosten versteckt aufgebrummt bekommt. Also ist dies eher ein Argument für eine Honorarberatung.

    MfG
    Frank Schmidt

  10. Tobias Bartelt, 22. November 2010 um 17:07 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Ihre Argumentation klingt einleuchtend, allerdings kann ich eine Antwort auf meine Frage leider nicht herauslesen.

    Ich wollte ja eher wissen, wie man sichergehen will, das der Honorarberater nicht aus, ich sage jetzt mal Gier, heraus die Verträge vermittelt, bei denen er die höchste Provision bekommt.

    Nur mal als Beispiel: Wenn ich gegen Honorar berate und dann noch gegen Provision verkaufe, dann könnte ich doch theoretisch hingehen und meine Honorarberatung dahingehend lenken, das ich dem Kunden den Vertrag mit der höchsten Abschlussprovision empfehle.

    Wie gesagt alles reine Theorie, aber der Laie (was ja viele Interessenten/Kunden sind) kann ja nicht nachvollziehen, ob ich mit meiner auf Honorar basierten Beratung auch saubere Arbeit geleistet habe.

    MfG

    Tobias Bartelt

  11. Frank Schmidt, 22. November 2010 um 20:06 Uhr

    Hallo Tobias Bartelt,

    das kann ich nicht beantworten. Nur so viel, die ‰-Zahl war weder bei mir, noch bei meinen mitarbeitenden Kollegen, je ausschlaggebend für die Produktentscheidung.
    Ferner steht der Makler auf der Seite des Kunden und vertritt dessen Interessen. Da verbietet es sich, nach den besten eigenen Konditionen zu suchen. Maßgebend sind die Vorgaben des Kunden!

    Ich habe mal die Konditionen eines Schuldenberaters (“little Zwegert”) in die Hände bekommen. Der nimmt für die Aufnahme und Auswertung einer Analyse, ählich Ihrer VSA, ein Honorar von über 500€.
    Warum sollte ich als Makler im Rahmen einer Honorarvereinbarung darauf verzichten?
    Und wenn dann ein Auftrag zur Vermittlung einer bestimmten Versicherung/Anlage erfolgen sollte, bekomme ich natürlich auch dafür Provision. Warum auch nicht?

    Mit freundlichen Grüßen
    Frank Schmidt

  12. Janko Lach, 23. November 2010 um 08:22 Uhr

    Wo bitte liegt der Vorteil für den Kunden (und um den sollte es doch eigentlich gehen), wenn er für das Honorar und die Provision aufkommen muss? Die breite Masse wird keinen Sinn darin sehen, für die Beratung hinsichtlich ihrer Finanzstrategie mal eben weit über 1000€ auf den Tisch zu legen, die vielleicht auch noch finanziert werden müssten, weil gerade im Bereich der Liquidität in vielen Haushalten große Baustellen vorzufinden sind. Meiner Meinung nach ist die Honorarberatung eher etwas für Gutbetuchte und natürlich für den Honorarberater, dem ich eine gewisse Gier hier nicht absprechen kann.

  13. Andreas Röhr, 23. November 2010 um 08:43 Uhr

    @ all,

    wenn schon alles extra bezahlt werden soll (Beratung extra, Aufnahme der Analyse extra, Vermittlung extra …..) dann sollte man nicht vergessen sich das Ausfüllen der Anträge, den Postweg die Briefmarken, alle Telefonate … u.s.w.
    extra bezahlen zu lassen !
    Ist das nicht einfach nur wieder ein Weg dem Kunden noch tiefer in die Tasche zu fassen !? Ich glaube nicht das sich am Markt so etwas durchsetzt.

    Viele Grüße Andreas Röhr

  14. Tobias Bartelt, 23. November 2010 um 09:12 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Ich möchte mich jetzt nicht auf eine weitere Diskussion einlassen, ob Makler oder Vermögensberater besser ist, wer wirklich nur nach Kundenvorgaben arbeitet, etc. etc. Das hatten wir hier schon oft genug.

    Ferner finde ich es belustigend, das ein, wie sie ihn nennen, “little Zwegert”, von Menschen, die eh schon hoch verschuldet sind, auch noch Honorar verlangt. Klar, der Schuldenberater muss ja auch von etwas leben, aber ich kann mich nicht vorstellen, das jemand, der schon einige Tausend € Schulden hat, auch noch 500 € für den Schuldenberater zusammenkratzen kann.

    Aber das nur so am Rande.

    MfG

    Tobias Bartelt

  15. Harri Schultze, 23. November 2010 um 09:59 Uhr

    Ich habe neulich im Radio eine Sendung mit Interview von der Verbraucherzentrale NRW gehört.

    Die Empfehlung des Interviewpartners von der Verbraucherzentrale war es, sich von einem “unabhängigen Honorarberater” der Verbraucherzentrale für 35 Euro pro 0,5 Stunde beraten zu lassen. Allerdings dürfe der Berater weder einen Vertrag vermitteln noch eine konkrete Empfehlung für ein Produkt aussprechen???????

    70 Euro pro Stunde, wenn man seine Arbeit als Berater ordentlich macht – also erst einmal die individuelle Situation des Kunden erfasst, die Wünsche und Ziele aufnimmt und alle vorhandenen Verträge berücksichtigt, um dann umfassend zu beraten.
    Da kommen ja locker mal 3, 4 oder in komplexen Fällen auch 6 und mehr Stunden zusammen.
    Gehen wir von einem einfachen Fall mit 3 Stunde aus, dann sind das 210 Euro Beratungshonorar.

    Dafür ist der Ratsuchende nachher nicht schlauer, wenn es um die konkrete Produktempfehlung geht. D.h. er zahlt dann beim Vermittler auch die Provisionen.
    Und wenn sich seine Situation ändert und er auf Grund dessen wieder Rat benötigt, zahlt er wieder 70 Euro pro Stunde an den Berater der Verbraucherzentrale.

    Ich bleibe dabei – ob 70 Euro pro Stunde bei Verbraucherzentrale oder 170 Euro pro Stunde bei unabhängigen Honorarberater, ob 210€ für einfache Fälle oder 2.400€ für komplexe Beratungen:

    Die Folge von ausschließlich Honorarberatung wäre, dass Beratung vor allem da nicht mehr ankommt, wo sie am dringensten gebraucht wird und wo sie nach dem Motto “erst denken dann lenken” im Vorfeld eines Abschlusses strategisch wichtig ist (und das hat nichts mit der Höhe von Einkommen zu tun).

    Denn wichtiger als Konditionen und Produkte (die müssen sowieso gut sein) ist doch immer das übergreifende und individuell passende Gesamtkonzept.

    Mein Fazit:

    Egal wie es finanziert wird, viel wichtiger ist doch, dass Beratung überhaupt in Anspruch genommen wird. Und da sollten sich seriöse Honorarberater und Vermögensberater, Makler und gebundene Vermittler doch hoffentlich einig sein.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze

    http://www.harri-schultze.de

  16. Tobias Bartelt, 23. November 2010 um 16:15 Uhr

    @ Harri Schultze

    AMEN!

    Aber wenn ich gerade mal so ganz blöde fragen darf:

    “Allerdings dürfe der Berater weder einen Vertrag vermitteln noch eine konkrete Empfehlung für ein Produkt aussprechen???????”

    Wenn dem so ist, wofür zahle ich dann eigentlich? Oder mit welcher Absicht gehe ich dann zu einem Berater, wenn er weder vermitteln oder empfehlen darf?

    MfG

    Tobias Bartelt

  17. Frank Schmidt, 23. November 2010 um 19:12 Uhr

    Wofür bezahlt wird? Na ganz einfach. Dafür, dass der Ihnen sagt, was sie brauchen. Und natürlich auch, was sie nicht brauchen.

    Beispielsweise, sie sollten eine PHV,eine BU, einen BSV und eine Riesterrente machen. Er läßt es aber in der Entscheidung des Kunden, ob der sich nun an einen Honorarberater, einen Makler oder einen Vermögensberater wendet.

    Interessant wird es, wenn Kunden dort aufschlagen, die zum Beispiel für 1 Kind mehrere Vorsorgepolicen gemacht haben. Oder meinetwegen 3 Riesterrenten haben. Dann sollte der Berater herausfiltern, welche bestehen bleiben kann und welche nicht. Und weil er daran nichts verdient, es gibt ja keinen Neuabschluß, ist das Honorar in einen solchen Fall auch gerechtfertigt.

    Aber auch ich mußte schmunzeln, als ich den Beitrag von Harry Schultze laß. Eigentlich benötigt man dafür keine Verbraucherschutzzentrale. Aber die Verbraucherschutzzentrale ist eben eine unabhängige Institution. Oder sollte es wenigstens sein.
    Es gab ja auch mal einen selbsternannten Verbraucherschützer namens Meyer. Und der ist am Ende ganz wo anders gelandet.

    MfG
    Frank Schmidt

  18. M. S., 23. November 2010 um 19:39 Uhr

    Die Frage sollte sch ganz anderst lauten:

    Wenn Beratung nur noch durch ausgebildeter Honoararberater zugelassen wird, wie kann es dann verantwortet werden, dass ein Bürger ohne Entsprechende Ausbildung, sich selber seine Finanzprodukte raussucht?

    Viel schlimmer noch, wer haftet dann für ggf. Falsch abgeschlossene Produkte, wenn es keinen Berater gab?

    Was passiert mit den zehntausenden von Bankberatern? Bei einer echten Honorarberatung werden diese alle entlassen und die Filialen dicht gemacht.
    Oder: die Banken bieten Beratung zu Diskountpreisen an. Bausparberatung für 4,99 Euro.

    Was daran bessee sein soll, entzieht sich meiner Kenntnis.

  19. Harri Schultze, 23. November 2010 um 22:04 Uhr

    @Tobias Bartel

    ……ich habe mich das auch erst gefragt

    Ich gehe davon aus, dass diese Beratungen aus Unsicherheit und auf Grund des nicht zuletzt durch die Verbraucherzentralen selbst geschürten Generalverdachtes gegenüber der kompletten Branche in Anspruch genommen werden.

    Nach dem Motto: wir machen den Verbraucher richtig bange, beraten ihn dann unabhängig gegen Honorar, wollen aber Null Verantwortung übernehmen und sprechen daher keinerlei konkrete Empfehlung aus.

    Schönes Geschäftsmodell eigentlich, nur nicht für den Ratsuchenden. Der ist genauso ( wenig) schlau wie vorher.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze

  20. Tobias Bartelt, 24. November 2010 um 08:59 Uhr

    @ Frank Schmidt

    Der einzige Punkt in dem wir zwei uns quasi einig sind, zumindest dieses Thema betreffend, ist der Fall, das ich bei zu vielen Verträgen zu einem Honorarberater gehen kann, der mir dann sagt, welcher der Verträge beibehalten werden soll und welcher nicht.

    @ Harri Schultze

    Genau den Fall, den sie schildern, der ist mir auch durch den Kopf gegangen.

    Und nur so nebenbei, ich trage noch ein “t” am Namensende. ^^

    MfG

    Tobias Bartelt

  21. Wolfgang Stadler, 24. November 2010 um 10:44 Uhr

    Liebe Kolleg(in)en – die Suppe wird nie so heiss gegessen, wie sie gekocht wird. Und dass dieser Verband jetzt auf den Putz haut und die Abschaffung der provisionsbasierten Beratung einfordert ist doch völlig logisch. Das heisst aber noch lange nicht, dass man sich mit dieser horizonbeschränkten Forderung beschäftigen muss.

    Sollen die einen doch Honorarberatung machen und den anderen auch Ihre Daseinsberechtigung eingestehen. Der Markt / Kunde entscheidet!

  22. Michael Miedl, 24. November 2010 um 15:23 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    schade, dass sich K.-M. Schmidt (BDVH-Vorsitzender) bei der Rettung der väterlichen “Schmidt-Bank ” nicht so in´s Zeug gelegt hat.
    Wäre gut für unsere Region gewesen. 🙂

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  23. Marcel H. Costin, 24. November 2010 um 18:32 Uhr

    Hallo Beratergemeinde,

    ich werde mich mit einer erfolgreichen Honorarberaterin dazu auf einen Kaffe treffen und mich aus erster Hand informieren wie mit dem Modell gearbeitet wird. Alles Andere ist Spekulation. Dann kann ich auch mitreden. 😉

    Immerhin kann ich dann auch mal einen Kunden, der zwingend gegen Honorar beraten werden will, statt von mir, einen Tip geben.

    Ich wünsche allen, die den ganzen Tag bei dem nass-kalten Wetter unterwegs waren, heute Abend warme Füße! 😉

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  24. Ralf Cormaux, 29. November 2010 um 23:16 Uhr

    @Frank Schmidt

    Hallo Herr Schmidt,

    ich möchte Sie zunächst zitieren.

    Zitatanfang: “Wer einen 400€ Job hat, benötigt auch keine Beratung, die 2.400€ kostet. Das ist doch ganz logisch. Eher ist es heute so, dass diese Frau noch höhere Kosten versteckt aufgebrummt bekommt. Also ist dies eher ein Argument für eine Honorarberatung.” Zitatende

    Das sehe ich komplett anders. Gerade die wenig Verdienenden sind diejenigen, die in der Regel nicht das Geld für eine Honorarberatung ausgeben werden, da sie keinen Nutzen für sich sehen.

    Wenn ich für eine Analyseerstellung, Auswertung, Beratung und Nachberatung (weil ich in der Regel nicht bei der Erstberatung den Kunden unterschreiben lasse) incl. aller Fahrtzeiten ca. 10 bis 15 Stunden verbrauche, komme ich auf einen Rechnungsbetrag, der das Monatseinkommen dieser Kundin übersteigen würde. Natürlich wäre sie nicht bereit 2.400 Euro auszugeben, aber genausowenig 500 bis 1000 euro, oder?

    Erst heute habe ich ein Ehepaar, beide 71 Jahre, beraten, die vorher der Meinung war, dass sie meine Dienstleistung nicht benötigen und ich vermutlich Zeit verschwende. Nach dem heutigen Beratungsgespräch sparten Sie rund 167 Euro monatlich also 2.0004 Euro pro Jahr ein und werden ihren bestehenden Ratenkredit schon 2012 statt 2017 ablösen können. Das bringt den Kunden weiteren 12.000 Euro ein. Mein PROVISIONSverdienst betrug 132 Euro (Sachversicherungen geändert) für ca. 8 Stunden Arbeit, ca. 2 Stunden Fahrt sowie 120 km. Also habe ich förmlich nur Geld gewechselt.

    Hätte ich diesen Kunden gesagt, dass Sie vor meiner Beratung ein Honorar von rund 500 bis 600 Euro hätten zahlen müssen, hätten diese mir, mit allem Respekt gesagt, einen Vogel gezeigt und meine Dienstleistung nicht genutzt. Sicher kann ich nicht immer so arbeiten, aber der Durchschnitt macht es aus und zufriedene Kunden empfehlen gerne weiter.

    Meine Meinung bleibt: Honorarberatung wird sich bei den Otto-Normal-Verbrauchern nicht durchsetzen (können). Auch wenn der BDVH, welch zufällige Namensgebung, sich ein anderes Ziel gesetzt hat und uns provisonsgierige Berater vom Markt drängen möchte.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux
    http://www.cormaux.de
    Ihr Vermögensberater aus Leidenschaft

  25. Frank Schmidt, 30. November 2010 um 18:03 Uhr

    Hallo Herr Cormaux,

    alles was Sie schreiben ist ja nicht falsch. Ich meine aber, sie sehen es nur von Ihrem Standpunkt aus, was an sich ja nun auch nicht unlogisch ist. Ich habe ihren Text gelesen und zu jedem Absatz spontan gedacht „stimmt“ bzw. „stimmt leider“.

    Die Geringverdiener können für eine Beratung nicht bezahlen. Und meist wollen sie es auch nicht, weil sie sich einfach nicht vorstellen können, dass man für eine Sache bezahlt, die man auch kostenfrei bekommen kann. Leider stimmt das nicht und ist gleichzeitig auch noch falsch. Kostenfrei gibt es hier gar nichts.

    Eine Rentenversicherung, zum Beispiel bei einer ganz großen Gesellschaft aus München, kostet im heutigen Provisionssystem die üblichen 4% Abschlusskosten und ca. 20€ an jährlich laufenden Kosten. Dazu kommen dann noch die Fondskosten, wie 5% Ausgabeaufschlag und aus dem Deptowert heraus 1,35% Verwaltungsvergütung p.a. und 0,5% p.a. Bankgebühr. Diese Kosten addieren sich bei einer Monatsrate von 30€ und einer Laufzeit von 35 Jahren, auf über unglaubliche 7.500€ an Gesamtkosten.

    Dieser Kleinverdiener wäre aber sehr gut beraten, wenn er 500€ – 1.000€ in eine vernünftige Beratung stecken würde. Leider wird es wohl genau dieser Kleinverdiener sein, der meint, „brauch‘ ich nicht!“, und dann zum Esel wird, der das System am laufen hält.

    Zu dem 71-jährigen Ehepaar. Zufall?? Ich kann Ähnliches berichten. Meine Kunden waren genau 1 Jahr jünger und haben 700€ für eine Beratung bezahlt.
    Ich denke, es kommt darauf an, wie man es den Kunden rüber bringt. Wenn Sie dem Kunden vorrechnen, das heutige Produkt kostet 1.000€. Ich kann es Ihnen für 600€ besorgen, dafür zahlen sie mir 200€ Provision, wo soll da das Problem liegen?

    Mir als Berater ist es absolut egal, wer mich bezahlt. Honorar oder Provision, egal. Aber eines ist klar, das Honorar macht mich von Versicherungen und Banken unabhängig und für den Kunden wahrscheinlich extrem wertvoll.

    MfG
    Frank Schmidt

  26. Ralf Cormaux, 3. Dezember 2010 um 11:12 Uhr

    Hallo Herr Schmidt,

    schön, dass Sie mir zustimmen.

    Eine weitere Übereinstimmung scheint gefunden, Sie sind für Ihre Kunden vermutlich genauso wertvoll, wie ich für meine. Ist doch schön, dass der Markt das so zulässt. Gute sowie ehrliche Beratung macht den Unterschied und nicht die Art der Bezahlung.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux

    http://www.cormaux.de