Bankberater an die Leine

17. November 2010 | 1.007 mal gelesen

Unter dem provokanten Aufmacher “Bankberater an die Leine” beschäftigt sich die FAZ vom 13.11.2010 (Seite 21) mit den Bestrebungen der Politik, zukünftig auch für die Vertriebsmitarbeiter und Berater der Sparkassen und Banken Mindestanforderungen zu deren Qualifikation gesetzlich zu regeln.

Zudem sollen die Banken Kundenbeschwerden an die BaFin melden, und bei sich häufenden Beschwerden kann die BaFin für einzelne Vertriebsmitarbeiter der Banken ein bis zu zweijähriges Berufsverbot aussprechen.

Gesetzliche Regelungen, nach denen sich Berater in den Sparkassen und Banken genauso qualifizieren müssen, wie Vermögensberater der DVAG oder wie Versicherungsvermittler, sind überfällig.

Zweifelhaft ist hingegen, ob die Falschberatung in Banken und Sparkassen tatsächlich dem einzelnen Berater zuzurechnen ist. Denn meist handelt dieser nach Maßgabe der Produktvorgaben seines Unternehmens. Falschberatung hat dann ihre Ursache in der produkt- bzw. ertragsortientierten Vertriebssteuerung der Sparkasse / Bank. Offensichtlich zumindest in diesem Punkt eine wenig praxisbezogene Gesetzesinitiative.


Kommentare für diesen Artikel (12)

  1. Claudia Müller, 17. November 2010 um 12:04 Uhr

    Wenn sich alle auf ihre Kernkompetenz beschränken würden, wäre auch viel gewonnen. Sparkassen und Banken auf das Bankgeschäft, Vermögensberater auf Allfinanz… ;-). Eine gewisse Überheblichkeit, seitens der Sparkassen und Banken, spielt auch eine Rolle. Nur aufgrund einer Bank (Sparkassen)ausbildung, versteht jemand noch lange nicht genug von z.B. geförderten Produkten, wie Riester- und Basisrente, um adäquat beraten zu können. Das Ergebnis dieser “Beratungen” kann erschreckend sein – erforderlicher, regelmässiger Service fehlt meist komplett. Die Kunden zahlen die Zeche! Wer mit Vermittlung von Versicherungen, Geld verdienen will, muss die entsprechende Qualifikation nachweisen. Für Bank- und Sparkassenberater darf es keine Ausnahmen geben. Es handelt sich dabei um erwachsene Menschen, die bis jetzt niemand gezwungen hat, diese Tätigkeit auszuüben. Falls die Vorgaben des Arbeitgebers zwangsweise zu Falschberatungen führen, hätte jeder Beteiligte für sich entscheiden können, ob das der richtige Beruf für ihn ist. Genereller Welpenschutz für die Berater ist nicht erforderlich.

  2. Michael Zenk, 17. November 2010 um 17:38 Uhr

    ich hab heute einen termin bei der commerzbank zu einem informationsgespräch über altersvorsorge und absicherung der arbeitskraft gehabt. ich bin von einem callcenter angerufen worden. die telnr. hat die damalige dresdner bank von mir bekommen, als ich bei mc donalds bei einem glücksradspiel 50€ auf einem sparkonto gewonnen habe. der damalige filialleiter war vor ort und ich habe mich als vermögensberater der dvag zu erkennen gegeben. jetzt nach zwei jahren, ruft mich die coba im büro an. ignoriert die ansage büro f. dvag und macht mit mir einen termin. dort heute angekommen, fragt mich die finanzberaterin, was sie für mich machen könne. nachdem geklärt ist, dass die coba mich eingeladen hat, fängt sie an mir konzeptionslos über dies und das informationen zu geben. das sachversicherungen und rentenversicherungen wichtig wären, ich dafür aber bei der spezialistin von der allianz einen analysetermin machen müsste, die dann meine versicherungssituation überprüfen würde. natürlich kostenlos..woanders kostet es geld..ist doch was? dann bietet sie mir eine unfallversicherung mit beitragsrückgewähr mit mindestlaufzeit 12 jahre an, als eine gute geldanlage, da sie mit überschüße eine rendite von ca. 4% zur zeit abwirft. meine frage nach welchen absicherungsbedarf ich denn im bereich der invalidität hätte, beantwortet sie mir damit, das es darauf ankäme, wieviel ich monatlich den an sparbetrag aufwenden wolle. danach ne ausführliche erklärung, warum es heute so wichtig ist ein bauspardarlehen zu haben, obwohl ich mehrmals darauf hingewiesen habe, dass ich bausparen zur nutzung von staatlichen förderungen habe. und abschließen stellt sie fest, dass ich in der bank den vorteil nutzen könne, dass alle möglichen berater/ spezialisten für mich zur verfügung stünden. meine frage, ob sie mich auch außerhalb der öffnungszeiten zu hause beraten würde, beantwortet sie mir damit, dass es spezialberater gäbe, die bei größeren anlagesummen den kunden auch zu hause beraten würden. ich könne aber auch gern einen termin nach der öffnungszeit bei ihr in der filiale absprechen. zu keiner zeit hat die finanzberaterin mich nach einkommen, beruf, familienstand und schon gar nicht nach wünsche und ziele gefragt.
    es wird zeit, dass sich was tut bei den bankern. aber so lange das nicht passiert, ist jeder bankberater, der so arbeit, wie ich es heute erlebt habe ein soldat für unsere sache. denn mit unserem konzept, alles aus einem kopf, mit analyse und vermögensaufbaupyramide, mit der einheit von vermögensaufbau und vermögensabsicherung, sind wir einmalig und nicht umsonst führend am markt. solange wir uns daran halten, werde wir auch weiterhin gute arbeit leisten und wenig kundenbeschwerden haben. und damit jederzeit wieder zu unseren kunden in den termin gehen. nach dem motto: mach dir schöne stunden und fahr zum kunden…den erfolg hat der, der nutzen bring!

  3. Joachim Trapp, 17. November 2010 um 22:10 Uhr

    @ Michael Zenk
    Ich mußte doch schmunzeln bei der Schilderung.

    Wenn ich solche -leider wahren- Storys im Gespräch höre, sage ich immer zum Kunden:
    Schlecht für Sie, aber gut für uns 😉

    @Claudia Müller
    Sie haben vollkommen recht.

    Anmerkung: Bei manchen Beratern hat man das Gefühl das sie von der Qualität der Beratung her auch nach 10 oder 15 Jahren noch Welpenschutz brauchen und dieses beziehe ich jetzt nicht unbedingt nur auf Bankberater, sondern meine dies allgemein auf alle Branchen verteilt bezogen.
    Es hat aber sicherlich auch und hier möchte ich eine Lanze für die jenigen Berater brechen, welche mit stupiden und schon gar nicht kundenbezogenen Umsatzvorgaben in diese Ecke gedrängt werden damit zu tun.

    Viele Grüße
    Joachim Trapp
    0172-3639007
    joachim.trapp@dvag.de
    Facebook und Xing

  4. Jörg Renner, 18. November 2010 um 00:01 Uhr

    Wo ist denn das Problem ?

    Welcher falsch beratene Kunde wendet sich denn an ein Aufsichtsamt?
    Meist ist es doch auch so, dass der Kunde etwas von der ” Bank ” will und dann unter Zwang, damit seinem Wunsch entsprochen wird, noch zusätzlich ein Produkt erwerben muss, was er gar nicht braucht oder will !?

    So lange die Banken so weiter arbeiten dürfen und sie nicht an die ” Kette ” gelegt werden, bleibt alles so wie es ist !!!
    Wem dient denn eine Bank?
    Dem Aktionär ! Und was hat dieser für ein Interesse ? Maximalen Profit !

    Das ausführende Organ ist der ” kleine Berater ” in der Filiale !
    Dieser tut mir leid. Früher mal ein angesehener Beruf und heute…?
    Demnächst erhöhter Risikozuschlag in der Berufsunfähigkeitsversicherung, auf Grund steigender psychischer Belastung.

  5. Tobias Bartelt, 18. November 2010 um 11:22 Uhr

    @ Jörg Renner

    Wenn sie mir eine kleine Ergänzung gestatten: Die Aktionäre sind meist Kunden bei den Banken, bei denen sie Aktien haben.

    Wenn wir also davon Ausgehen, das die Aktionäre, sprich die Kunden, maximalen Profit wollen und die Banken deshalb die Kunden, ich sage jetzt mal in Ermangelung eines besseren Begriffs, falsch beraten, dann schaden doch damit die Kunden, bzw. Aktionäre sich selbst.

    Oder sehe ich das falsch?

    MfG

    Tobias Bartelt

  6. Jörg Renner, 18. November 2010 um 20:10 Uhr

    @ Tobias,

    die Kunden, die von Ihrer Bank Aktien besitzen, kann ich bei mir an einer Hand abzählen.
    Ansonsten, stimme ich Ihrem Beispiel zu.

    ” Otto-Normalverbraucher ” haben meist keine Aktien, Sie vertrauen lieber dem guten alten ” Sparbuch ” .
    Weil dies aus Ihrer Sicht, sicher ist.
    Was war denn mit den Kunden, die von Ihrer Bank Lehman-Zertifikate als sichere Anlage verkauft bekommen haben ?
    Die meisten von denen wußten doch gar nicht, was sie da gekauft hatten.
    Und warum wurde es ihnen verkauft? Weil die Banken damit, mehr verdient haben, als mit dem, was der Kunde eigentlich gebraucht hätte.

    Ein aktuelles Beispiel:
    Wie hoch ist denn im Moment der Leitzins ?
    Und wie hoch sind die Zinsen bei Überziehung des Kontos bzw. Dispozinsen?

    Ok, eine Bank ist ein Unternehmen, was Gewinn erwirtschaften muß, aber doch nicht so schamlos oder ?

    Meiner Meinung nach, haben die Banken aus der Krise nur das gelernt, wenn es schief geht, hilft uns ja ” Vater Staat ” , also wer letzendlich, wir alle, die wir Steuern zahlen.
    Wir als Unternehmer müssen für das haften, was wir nicht korrekt machen, wo haben denn die Banken gehaftet?

    Und wo ist die Politik, die dies verhindern könnte, nicht da. Da wird nur ” du du ” gesagt und das war es dann auch schon. Warum führt man denn nicht die Transaktionssteuer ein?
    Das würde unserer deutschen Haushaltskonsolidierung helfen.
    Und die Atraktivität mancher Spekulationen wäre auch hin, somit, glaube ich, kann man erneute Blasenbildungen verringern!?

  7. Jürgen Z., 23. November 2010 um 06:20 Uhr

    Zum Thema Beratung durch Banken – Zitat:

    “Beratungsprotokolle dienen allein dem Schutz der Banken”

    Vollständiger Artikel:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,730491,00.html

    Jürgen Z.

  8. Joachim Trapp, 23. November 2010 um 09:35 Uhr

    Fair vom Berater ist wenn er zum Kunden sagt:
    Das Geschäft das Sie tätigen möchten ist zu risikoreich, ich rate Ihnen davon ab.
    oder besser noch
    Ich bin nicht bereit dieses Geschäft mit Ihnen zu tätigen, da dies und dabei berücksichtige ich Ihre Situation die wir ja gemeinsam analysiert haben äußerst risikoreich ist und ein Totalverlust hier nicht ausgeschlossen werden kann.

    Aber wer draussen sagt das schon !!!

    Falschberatung fängt oft da an, wo das menschliche Gehirn aussetzt und die Gier einsetzt, oder wenn schlichtweg der Druck zu groß wird und durch die Angst ersetzt wird durch schlechte Umsatzzahlen seinen Arbeitsplatz zu verlieren.

    Viele Grüße
    Joachim Trapp
    0172-3639007
    joachim.trapp@dvag.de
    Facebook und Xing

  9. Marc L, 26. Februar 2011 um 18:29 Uhr

    Hallo!!!

    Ich habe mir eure Kommentare einmal durchgelesen. Und muss als gelernter Bankkaufmann sagen, dass ich geförderte Produkte in der Schule hatte. Was ich aber leider feststellen muss, dass viele Berater der vermögensberatung Ihren Job nicht von der Picke auf gelernt haben. Daher solltet alle Berater von Finanzdienstleister an die kette genommen werden.

    Auch das Wertpapierberatungsprotokoll. ich habe das Thema wertpapiere gelernt in der Schule, es war in der IHk Prüfung Thema und ich muss so ein ding ausfüllen. Viele Vermögensberater haben vom Thema Wertpapiere keinen dunst, weil sie es nie gelernt haben und müssen kein Protokollausfüllen. Ach Ihr habt lehmann Brothers anleihen verkauft, warum werdet ihr nicht bestraft????

    Also haltet euch bitte zurück!!!

  10. , 27. Februar 2011 um 11:43 Uhr

    @ Marc L

    Sie solltem dringend die Gelegenheit nutzen, in einem unserer Berufsbildungszentren im Rahmen eines Berufsinformationsseminars mehr über uns zu erfahren, damit Sie Ihre unbegründeten Vorteile abbauen können.

    Die DVAG führt in ihrem Produktsortiment keine Zertifkate, keine geschlossenen Fonds, keine Unternehmensbeteiligungen oder sonstige Produkte des grauen Kapitalmarktes. Darin unterscheiden wir uns fundamental von anderen Finanzvertrieben (z.B. AWD) oder Anlageberatern. Unsere Vermögensberater durchlaufen alle eine anspruchsvolle Fachausbildung mit dem Abschluss zertifizierter Vermögensberater. Die Anforderungen gehen deutlich über vergleichbare Ausbildungsprogramme, z.B. Versicherungsfachmann BWV, hinaus. Die Vermögensplanung, die jeder unserer Kunden aufbauend auf einer ausführlichen Analyse erhält, geht ebenso weit über das hinaus, was beispielsweise in der Beratungsprotokollen der Banken erfaßt und ausgewiesen wird.

    Sie sehen: Die Realität stellt sich doch ganz anders dar als von Ihnen vermutet und behauptet. Besuchen Sie uns !

  11. Wolfgang Stadler, 27. Februar 2011 um 12:58 Uhr

    Vor einiger Zeit hatte ich einmal einen “gerlernten Bankkaufmann” in Ausbildung. Jemand, der eigentlich alle Voraussetzungen mitbringen sollte, hatte er doch bereits einen Beruf im Finanzwesen erlernt.

    Leider war´s das – mehr wie Voraussetzungen brachte er dabei nicht mit und es kam nichts dabei heraus. Das setze ich mit den Aussagen von “Marc. L” gleich, er sollte doch eigentlich schon ein bisschen mehr wissen. Was er da von sich gibt, ist aber auch nicht viel, eigentlich gar nichts.

    Wie so oft! Wir werden von Menschen beurteilt, die uns nicht kennen und die auch nichts von uns wissen. Leute – schaut Euch das Unternehmen doch mal auf einem Informationsabend an und beruteilt erst dann.

    verschneite Grüße aus dem Naturpark Altmühltal
    Wolfgang Stadler

  12. Michael Miedl, 27. Februar 2011 um 16:45 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    auch ich mache so meine Erfahrungen mit Bankkaufleuten. Einer meiner ersten Kunden in der Anfangszeit war einer von der Sparkasse.
    Erstaunt hat mich damals seine Frage: “Sind das die Unterlagen fuer den Kunden?” Klar – diese sind fuer Sie, sagte ich und er erwiderte: “Solch professionelle Unterlagen hatte ich nichtmal in der Ausbildung!”
    Das ganze ist jetzt 17 Jahre her. Ich denke, auch bei dieser Bank hat man
    dazugelernt – haben sie doch aktuell unsere “Vermoegenspyramide” entdeckt. 🙂

    Viele Gruesse aus Schoenwald in Oberfranken.

    Michael Miedl