Gesundheitsreform verabschiedet

15. November 2010 | 684 mal gelesen

Nun ist sie verabschiedet, die von Bundesgesundheitsminister Rösler initiierte Gesundheitsreform.

Der GKV-Beitragssatz wird von 14,9 auf 15,5 Prozent angehoben, und die Kassen haben nunmehr die Möglichkeit, einkommensunabhängige Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe zu erheben. Letztere gehen vollständig zu Lasten der Kassenmitglieder.

Eine notwendige Reform, um die Finanzierung der GKV zu gewährleisten. Deren Kernprobleme löst jedoch auch diese Reform nicht: Es gibt in der GKV – ganz anders als in der PKV mit Selbstbehalten und der Möglichkeit der Beitragsrückerstattung – keine spürbaren Anreize für die Versicherten, auf den einen oder anderen, vielleicht nicht unbedingt notwendigen Arztbesuch zu verzichten. Auch die Probleme durch ständig wachsende Kosten wegen steigender Lebenserwartung und medizinischem Fortschritt können naturgemäß durch die neuerliche Gesundheitsreform nicht gelöst werden.

So ist davon auszugehen, dass die Kassen alsbald den Zusatzbeitrag dazu nutzen müssen, die ständig steigenden Kosten zu finanzieren.

Bleibt abzuwarten, ob die in unserem Blogbeitrag vom 10. September 2010 aufgeworfenen Szenarien so einreten werden: 22,90 Euro monatlicher Zusatzbeitrag im Jahr 2015 und im Jahr 2020 bereits 73,80 Euro im Monat.

Die wichtigsten Änderungen aus PKV-Sicht (allen voran die Abschaffung der Dreijahresfrist beim Wechsel von der GKV in die PKV) hat der PKV-Verband auf seiner Webseite zusammengefasst.


Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Tobias Bartelt, 15. November 2010 um 11:07 Uhr

    Hallo Zusammen.

    Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, jährlich Geld von der GKV zu bekommen, teilweise auch dafür, das man nicht unnötig zum Arzt geht. Das können im Idealfall schonmal mehrere hundert Euro sein.

    Nähere Informationen hierzu kann jeder der möchte bei seinem perönlichen Vermögensberater erhalten.

    MfG

    Tobias Bartelt

  2. Stefan Deppisch, 16. November 2010 um 13:50 Uhr

    Und wieder heißt es: Rette sich wer kann! Wer in eine private Vollversicherung wann und wie wechseln kann erfahrt Ihr bei Eurem persönlichen Berater – oder falls Ihr noch keinen habt – gerne auch bei meinem Team und mir.

    Schöne Grüße aus Unterfranken!

    Stefan Deppisch