Finanz-ABC

11. November 2010 | 1.130 mal gelesen

“Jugendliche scheitern am Finanz-ABC”,

so der Aufmacher in der Tageszeitung DIE WELT vom 10. November 2010.

Zugrunde liegen die Ergebnisse einer bundesweiten Forsa-Umfrage bei 500 Schülern der 10. Klasse, also im Altersbereich um die 16 Jahre.

Dabei wurde bestätigt, was im Grunde längst bekannt ist: Die Kenntnisse junger Menschen im Bereich Finanzen sind dürftig.

Einige Beispiele: Jeder fünfte der Befragten glaubt, auf dem Girokonto gäbe es besonders attraktive Zinsen. Ein Drittel weiß nicht, dass Kreditzinsen höher sind als Sparzinsen. Mehr als die Hälfte weiß nicht, was eine Inflationsrate ist. Ebenso kennt mehr als die Hälfte den Unterschied zwischen Haftpflicht- und Unfallversicherung nicht.

Verbraucherministerium und Verbraucherschützer leiten aus diesen Wissensdefiziten die Notwendigkeit ab, Finanzthemen auch in den Schulunterricht einzubinden.

Das wäre sicherlich hilfreich. Denn so würde schon bei jungen Menschen ein besseres Bewußtsein dafür geschaffen, wie man mit Geld umgeht. Dies würde sicherlich auch den einen oder anderen davor bewahren, schon in jungen Jahren vor einem großen Schuldenberg zu stehen, der über Jahre hinaus jeden finanziellen Freiraum nehmen kann.


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Kommentare für diesen Artikel (7)

  1. Michael Miedl, 11. November 2010 um 10:39 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    erst kürzlich habe ich dazu vom BVI das vorhandene Schulmaterial angefordert. Es beinhaltet sehr ausführlich Themen zur finanziellen
    Allgemeinbildung genau für diese Zielgruppe, inkl. Foliensatz und
    Arbeitsblätter für den Unterricht.

    Allerdings habe ich noch nirgends von der Anwendung derselben erfahren!

    Warum sollten wir uns als DVAG nicht auch dieser Thematik annehmen
    und gebetsmühlenartig immer wieder bei dieser Zielgruppe vorsprechen?
    Ich für mich kann dazu nur sagen: “Meiner Ausdauer hält keiner stand.” 🙂

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  2. Wolfgang Reinhardt, 11. November 2010 um 14:36 Uhr

    Eigentlich eine gute und vor allem dringend notwendige Idee! Nur – wer soll das machen? Öffentlich rechtlich bestellte Lehrkörper, die in der ersten Stunde Religion, in der zweiten Stunde Deutsch, und in der dritten Stunde eben das Finanz-ABC unterrichten? Da hätte ich so meine Zweifel.

    Hier geht es eben nicht nur darum, trockenen theoretischen Stoff zu vermitteln, sondern möglichst praxisnah die Kinder an das Thema Geld heranzuführen. Ein reichhaltiger persönlicher Erfahrungsschatz des Lehrkörpers ist da sicher von Vorteil!

    Ich kenne Vermögensberater, die könnten aus ihren persönlichen Erlebnissen heraus Bücher schreiben 😉

  3. Harri Schultze, 11. November 2010 um 15:42 Uhr

    ….was mir dazu einfällt…..

    “es gibt viel zu tun, packen wir es an”

    @Michael Miedl:
    Danke für den Tipp – ich werde mir das Material beim BVI einmal bestellen.

    @Wolfgang Reinhardt:
    Genau – das Fach “Finanz-ABC” gespickt mit Dönekes aus dem Erfahrungsschatz eines Vermögensberaters aus der Praxis. Da kann man das Thema sicher interessant anpacken.

    Die Kunst ist nur –
    ….wie weckt man das Interesse an Schulen oder anderen Institutionen, das Fach Finanz-ABC z.B. in Form von AGs anzubieten?
    …..wie weckt man das Interesse der Schüler dieses Angebot auch anzunehmen

    Zum Inhalt und Verlauf eines solchen Angebotes weiß ich jetzt schon, das wird eine spannende, kurzweilige und lehrreiche Sache.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze

  4. Jürgen Z., 11. November 2010 um 19:16 Uhr

    Hallo zusammen,

    dieses Thema in die Schulen “zu bekommen” erscheint mir eher utopisch.

    Da meiner Meinung nach die Eltern (ja ja das soll´s noch geben) 😉 Vorbild sind, sollten wir uns daran machen unser Wissen “in die Familien” zu tragen um damit auch bei den “Kids” frühzeitig Interesse für Finanzthemen und deren Handhabung zu wecken .

    Motivierte Grüße,

    Jürgen Z.

  5. Harri Schultze, 11. November 2010 um 22:25 Uhr

    @Jürgen Z

    da stimme ich ja grundsätzlich zu und genau das machen wir ja jeden Tag.

    Manchmal lernen allerdings die Eltern von ihren Kindern und wie schon der alte Henry wusst:

    “Die Zukunft eines Landes liegt nicht in der Fabrik sondern im Klassenzimmer.”

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze

  6. Tobias Bartelt, 12. November 2010 um 12:06 Uhr

    @ Harri Schultze.

    Ich möchte ihnen jetzt in keinster weise auf die Füße tretten, vielleicht irre ich mich sogar, aber ich glaube das zitat heisst korrekt:

    “Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt nicht in der Fabrikhalle oder im Forschungslabor. Sie beginnt im Klassenzimmer.”

    Was ja sinngemäß das gleiche ist.

    Ein schönes Wochenende allen.

    MfG

    Tobias Bartelt

  7. Volker Knapp, 14. November 2010 um 22:50 Uhr

    Nicht nur darüber sprechen – einfach machen – und mithelfen.

    Die Wirtschaftsjunioren (IHK) haben sich diesem Thema verschrieben und sind hiermit schon aktiv an den Schulen und suchen händeringend nach ehrenamtlichen Helfern, da von den Schulen mehr Anfragen sind als Angebote. Durch Kürzungen von Haushaltsmitteln sind diese deshalb umso mehr auf Angebote z.B. von den Wirtschaftsjunioren angewiesen, da diese kostelos sind.

    Ausserdem kann man sich hier als kompetenden Ansprechpartner rund um diese Themen präsentieren. Man muß sich nur in diese Gremien einbringen und natürlich dafür auch Zeit aufbringen.

    Hierzu ein Beispiel aus meiner Region:

    WJ NSW – Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald

    http://www.wj-nsw.de/ressorts/bildung-wirtschaft/bosse/

    Die Finanzstunde

    Mit der Unterrichtsstunde „Mit dem Dispo in die Disco? Kohle weg – Probleme da“ möchten die Wirtschaftjunioren Kinder und Jugendliche für den bewussten Umgang mit Geld und ihrem resultierende Konsumverhalten sensibilisieren. Dazu gestalten die Wirtschaftsjunioren gemeinsam mit Schülern eine Finanzstunde. Dieses Angebot richtet sich an alle Abschlussklassen.