Kunden bewerten Berater

26. Oktober 2010 | 1.377 mal gelesen

Vieles geschieht derzeit mit der zum Teil vermeintlichen Absicht, den Verbraucherschutz in der Finanzbranche zu verbessern.

Dies ist auch ein Motiv des Internetportals “whofinance”, in dem Kunden ihren Finanzberater bewerten können. Je mehr bewertete Berater dort gelistet sind, desto leichter wird es zukünftig für Nutzer des Portals sein, einen gut bewerteten Berater in der Nähe zum eigenen Wohnort zu finden. Klickt dann ein Interessent auf einen Berater und kommt ein Kontakt zustande, zahlt der Berater an das Portal eine “Vermittlungsgebühr” zwischen 30 und 90 Euro.

Grundsätzlich eine gute Idee, mit der das Portal natürlich auch Geld verdienen will – das ist legitim.

Entscheidend für den Erfolg wird sein: Kann der Berater mit den gelieferten “Leads” etwas anfangen – sprich: Bekommt er die Gelegenheit zur Beratung und zum Abschluss. Und: Sind die Bewertungen, die von den Kunden eingegeben werden, real. Ist letzteres nicht gegeben, wird das Portal zur “Mogelpackung” und wird scheitern. Der Betreiber sichert deshalb zu, jede Bewertung genau zu prüfen.

Summa summarum eine Idee, die Erfolg haben könnte. Dies sicherlich auch der Grund dafür, dass auch einige Vermögensberater der DVAG das Portal testen. Nicht nur, um so Interessenten zu bekommen, sondern auch, um gute Kundenbewertungen als Imagefaktor im eigenen Marketing einzusetzen.

Wir werden sehen, ob es funktioniert 🙂


Kommentare für diesen Artikel (8)

  1. Harri Schultze, 26. Oktober 2010 um 09:49 Uhr

    Die Idee kann gut sein, ist nicht neu und meine Erfahrung zeigt, dass sowohl die Aussagekraft der Bewertungen wie auch die Qualität der Leads nicht überbewertet werden darf.

    Plattformen wie Ormigo, XING, Wer kenn Wen…und alle weiteren…arbeiten ja schon lange nach dem Prinzip. Auf vielen dieser Plattformen bin bzw. war ich in der Vergangenheit aktiv.

    Positiver Effekt dabei ist die Verbesserung der Auffindbarkeit für Suchmaschinen.

    Positiver Effekt durch ernsthafte Anfragen “Leads” gehört dagegen eher nicht zu meinen Erfahrungen, denn die Anfragen sind in der Regel nicht von Menschen mit echtem Beratungsbedarf sondern von “Produktsuchern und -vergleichern”. Insbesondere häufen sich daher dann reine Konditionsanfragen beispielsweise zu aktuellen Konditionen bei der Baufinanzierung. Nur die wenigsten Anfragenden haben dann Verständnis für die Notwendigkeit eines persönlichen Termins und einer Finanzanalyse.

    Da unser Geschäftsmodell jedoch die Allfinanz ist, kommt es hierbei nur selten zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Kunde und Berater.

    Dass jemand sich allerdings über diese Plattformen einen eigenen persönlichen Vermögens- oder Finanzberater sucht, mit dem er zukünftig alle Themen rund um Vorsorge, Absicherung und Finanzen besprechen kann, habe ich noch nicht erlebt.

    Die Vermittlungsgebühr zwischen 30 und 90 Euro halte ich daher für zu Hoch, es sei denn diese wird nur bei tatsächlicher neuer Kundenbeziehung fällig. Dann ist das sicherlich vertretbar.

    Bei der Anzahl Beurteilungen hängt es immer am Vermögen des Beraters andere Menschen dazu zu bewegen ein gutes Voting abzugeben. Wer hier also im “Selbstmarketing” gut ist und Zeit und Energie darin investiert, der hat auch viele gute Bewertungen – ob das gleichzusetzen ist mit guter Beratung sei einmal dahingestellt.

    Aus meiner Sicht ist das nur “in der großen Zahl” aussagekräftig. So wie es etwa bei “Ebay-Top-Sellern” mit tausenden Käufern läuft.

    Da ein Vermögensberater in der Regel jedoch einen eher “kleinen aber feinen” Kundenstamm pflegt (im normalfall im dreistelligen Bereich), frage ich mich, ob dies für den Beratersuchenden wirklich ein Aussagekräftiges Instrument sein kann.

    Mein Fazit aus vielem Ausprobieren mit unterschiedlichsten Plattformen ist: Das eine tun ohne anderes zu lassen.
    Allerdings bitte KEINE Hoffnung auf einen “Königsweg” der Kundengewinnung hierin sehen.

    Der Königsweg der Kundengewinnung ist und bleibt die PERSÖNLICHE Empfehlung eines zufriedenen Kunden an sein direktes Umfeld auf direktem Wege.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich
    Harri Schultze

  2. Marcel H. Costin, 26. Oktober 2010 um 13:58 Uhr

    Hallo zusammen,

    ich stimme der Aussage vom Harri Schultze voll zu. Besonders:

    “Dass jemand sich allerdings über diese Plattformen einen eigenen persönlichen Vermögens- oder Finanzberater sucht, mit dem er zukünftig alle Themen rund um Vorsorge, Absicherung und Finanzen besprechen kann, habe ich noch nicht erlebt.”

    Wenn jeder wüßte wie wir arbeiten und was wir zu bieten haben, wäre der Andrang sehr viel größer gezielt nach uns zu suchen. Auch würden wir dann sicher nicht jedem potentiellen Neukundenkontakt ersteinmal unsere Dienstleistung präsentieren müssen. Es braucht viele Jahrzehnte um ein neues Berufsbild bundesweit zu etablieren. Besonders gut für die, die schon heute mit uns zusammen arbeiten. Und wer echte, originale Allfinanz kennt, der hat auch einen Berater.

    Online-Leads kaufen kann in Einzelfällen funktionieren, wenn man sich ein richtiges Konzept überlegt und sich konsequent darauf konzentriert. “Mal eben ausprobieren” wird sicher nicht der erfolgreiche Weg sein.

    Unser Beruf lebt von persönlicher Bindung zu Menschen und dieses hart erarbeitete Vertrauen wird an andere Menschen in Form eines Vertrauensvorschußes “weitervererbt”. Auf dieser Grundlage beruht das starke Wachstum des Unternehmens.

    Leads sind dagegen zunächst trockene, nackte Zahlen ohne irgendeinen Bezug zu einem Menschen, der diese erst in die richtige Konstellation bringt (Konzept) und langfristig betreut.

    Da sehe ich in Social Media das größere Potential “kostenfrei” und ohne Leadkauf sich einen guten Namen zu machen. Hier wird nichts am Allfinanzmodell geändert, sonden eher deutlich verbessert unterstützt.

    Dennoch sollte man alle Chancen nutzen und damit experimentieren. Vielleicht finden sich so neue Erkenntnisse mit denen man gar nicht gerechnet hat.

    Ich wünsche einen schönen Tag,

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  3. Frank Schmidt, 26. Oktober 2010 um 20:12 Uhr

    Ich denke, die beste Möglichkeit, Neukunden kennen zu lernen, ist ganz altmodisch, die Empfehlung zufriedener Kunden.
    Wer von bestehenden Kunden nicht weiterempfohlen wird, sollte sich fragen, woran das liegt und nicht nach neuen Möglichkeiten im Internet suchen.

    Kunden sollen Berater bewerten? Was soll dann da bewertet werden? Die Fachkompetenz? Dann müßte der Kunde ja wissender sein, als der Berater. Das wird wohl sehr seltnen der Fall.

    MfG
    Frank Schmidt

  4. Ralf Gottfried, 26. Oktober 2010 um 20:19 Uhr

    Ich finde das diese Plattform für Vermögensberater, die nach dem Allfinanz-Konzept arbeiten,nicht als sinnvoll an. Keiner wird nach einer Vermögensberatung in diesem Portal suchen.

    Wenn es über Netzwerke funktionieren soll,dann über die bekannten wie Facebook,Twitter,VZ,…. . Genau wie die Wirksamkeit bei einer Werbung, ist es aber auch immer eine gewisse Zeit die aufgebracht werden muss, damit man auch “Früchte ernten” kann. Aber die Variante ist kostenfrei, aber Zeit brauch es trotzdem.

    Man sollte die Möglichkeiten nutzen die das Internet bieten aber nicht auf jedes neue gleich eingehen,erst einmal Informieren und dann weiter machen.

    Zum Thema persönlich,möchte ich nur kurz was dazu sagen. Um ein persönlichen Gespräch mit dem zukünftigen Kunden zu haben muss erstmal der Kontakt hergestellt werden und dafür sind die Netzwerke da. Nicht für mehr aber auch nicht für weniger.

    Liebe Grüße aus Halle

  5. Norbert Strauß, 27. Oktober 2010 um 08:05 Uhr

    Volle Zustimmung zum Gesagten und eine kleine Ergänzung ! Ich habe mich mit einigen Vermögensberatern zu ” Wer kennt wenn ” unterhalten . Das Ergebnis war sehr ernüchternd : Im günstigen Fall kam die Gebühr wieder heraus.
    Gute Erfahrung habe ich persönlich zu dem Empfehlungsteam (Idee von Roland Arndt) gemacht. Das trägt die Früchte aber auch durch persönliches Kennen.
    Viele Grüße
    Norbert Strauß

  6. Sebastian Meysel, 29. Oktober 2010 um 12:16 Uhr

    Stimme den Vorrednern zu:

    Diese Plattformen können maximal als Ergänzung verwendet werden, aber niemals als Ersatz zur Empfehlungsnahme.

  7. Lars Büchler, 30. Oktober 2010 um 12:45 Uhr

    Hallo,

    ich persönlich habe Erfahrungen mit dem Portal Ormigo gesammelt.
    Hier habe ich speziell Leads für das Thema Riester angegeben.
    3 Leads kamen bei mir an, jweils bestand kein echtes Interesse.
    1 mal im Jahr 2009 und 1 mal im Jahr 2010 habe ich zwei Leads
    bekommen zum Thema Riester und jeweils sind diese Personen
    Kunden geworden.
    Im Jahr 2010 ist es ein hochrangiger Offizier der Bundeswehr,
    allerdings hat es bis zum Abschluss durch Überlegungen des Kunden
    gute 6 Monate gedauert.
    Hier wurde ich allerdings an einen weiteren Berufssoldaten
    empfohlen der überhaupt keine Altersvorsorge besaß.
    Dieser wurde ebenfalls Kunde und schätzt unsere Arbeitsweise,
    wird mich weiterempfehlen.
    Meiner Meinung ein guter Weg, wenn man die Leads locker
    angeht und im ersten Termin die Vorteile unserer Arbeitsweise
    aufzeigt.
    Die Leads kosten im Schnitt 60 €, wenn man was draus macht bekommt
    man ein Vielfaches zurück.
    Schönes Wochenende.

  8. Alexander Majonek, 26. April 2011 um 20:48 Uhr

    Anmerkung: Bitte keine Werbung posten. Danke für Ihr Verständnis.