Neues zu Maklerpools

19. Oktober 2010 | 838 mal gelesen

Neue Statistiken und Argumente zur Entwicklung der Maklerpools liefert die Ausgabe des Versicherungsjournals vom 16. September 2010.

Danach haben sich inzwischen über 80 Prozent der Makler einem oder mehreren Pools angeschlossen. So lehnen beispielsweise immer mehr Versicherer die Zusammenarbeit vor allem mit kleineren Maklern ab, da diese zu wenig Geschäft bringen und damit den Kostenapparat übermäßig belasten. Der Makler wird so vom Markt abgeschnitten und kann sein Leistungsversprechen nur noch durch Anschluss an einen Pool erbringen. Zunehmend spielt aber wohl auch die Courtagemaximierung eine gewichtige Rolle für den Anschluss an einen Pool, so das Versicherungsjournal.

Bedenklich stimmt auch, dass die Anzahl der Pools abnimmt und bei einem Großteil der verbleibenden Pools Versicherungsunternehmen als Eigentümer oder Miteigentümer dahinter stehen. Wie das mit der Unabhängigkeit des Maklers vereinbar ist, war uns als DVAG Deutsche Vermögensberatung schon immer ein Rätsel und bleibt es auch für die Zukunft.


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Kommentare für diesen Artikel (7)

  1. Andreas Röhr, 19. Oktober 2010 um 15:02 Uhr

    Guten Tag,

    an dieser Stelle hätte ich dann mal eine Frage …..
    Muss ein Makler seine Kunden dann nicht darüber aufklären welche Gesellschaft mit ihm nicht zusammen arbeitet (also welche er nicht vermitteln kann weil die Gesellschaft ihm das Geschäft verwehrt) ?
    Weil, …. ein Kunde geht ja in der Regel davon aus das der Makler ihm ALLE Gesellschaften anbieten kann. (so zumindest die landläufige Meinung über Makler)
    Viele Grüße Andreas Röhr

  2. Ingo Lauthals, 29. Oktober 2010 um 11:52 Uhr

    Hallo,

    interessante Frage. Mir stellt sich die Frage nicht, denn man kann doch ein Angebot eines Maklers sehr leicht selbstständig kontrollieren, so erfahren ob der angebotene Tarif wirklich besser, günstiger etc. ist.

    Ich würde die Frage aber dennoch klar verneinen, denn laut Gesetz muss der Makler (§93 HGB z. B.) eh seine Auswertungen offen darstellen (Vergleichsliste etc.)

  3. , 29. Oktober 2010 um 12:30 Uhr

    Ingo Lauthals

    Wenn es auch noch Aufgabe des Kunden ist, das Angebot des Maklers auf “Herz und Nieren” prüfen zu müssen, wofür braucht denn dieser Kunde überhaupt einen Makler??

  4. Jörg Renner, 29. Oktober 2010 um 21:36 Uhr

    Oh MANN Herr ” Lauthals”!

    Ohne Sie beleidigen zu wollen! Da gibts nen Spruch den ich kenne: ” Erst Gehirn einschalten…..

  5. Frank Schmidt, 30. Oktober 2010 um 09:10 Uhr

    Guten Morgen.

    Na nun haut mal auf den User Lauthals nicht so drauf. Ganz so falsch liegt er doch gar nicht. Der Kunde sollte schon lesen, was er unterschreibt. Damit er das kann, hat ja der Gestgeber gefordert, ihm alle Unterlagen rechtzeitig aus zu händigen. Und da spielt es keine Rolle, ob er ein Angebot/Vertrag von einem Vermögensberater der DVAG oder einem Makler bekommt.

    Der Makler muß ausweisen, welche Versicherungsgesellschaften bei seiner Auswahl zu Grunde lagen. Nicht umgekehrt, welche nicht. Abweichend kann der Kunde (Beratungsprotokoll) drauf verzichten, die Auswahl genannt zu bekommen. Der Makler muß dem Kunden ferner eine “ausreichende Anzahl” von Vorschlägen machen. Er kann also nicht mit einer Police in der Tür stehen und sagen, das ist es, die Vorteile loben, fertig.

    Ihr als VB könnt Euch voll auf die Beratung konzentrieren, was ja nun wirklich nicht von Nachteil ist. Ein Makler muß aufpassen, dass, wenn der administrative Kram erledigt ist, der Kunde nicht schon eingeschlafen ist.

    MfG
    Frank Schmidt

  6. Wolfgang Stadler, 30. Oktober 2010 um 18:28 Uhr

    in der Theorie ganz gut, dass der Kunde alles zum Lesen bekommen muss. Wie siehts aber der Praxis aus? Wer liest das Protokoll?

    Bei einem seriösen Berater kein Problem, was aber, wenn der Berater mit dem Protokoll dem Kunden alle Klagewege dicht macht…?

    Lieber Herr Schmidt, wir wissen beide, dass 99% der Leute sich den Kram nicht anschauen – ich lese mir bevor ich ein Auto kaufe auch nicht die Gebrauchsanleitung durch. Wenn ich das machen würde, könnte ich kein Auto mehr kaufen. Weil wenn ich an den Baum fahre, was dann….

  7. Frank Schmidt, 30. Oktober 2010 um 20:22 Uhr

    Der Kunde muß es auch nicht unbedingt lesen. Ich bin aber Fan des Kleingedruckten. Das ist machmal spannender als ein Krimi. Und als Sachverwalter des Kunden, reicht es ja eigentlich, wenn ich es gelesen habe.

    Und nun kommen wir zur These, dass sich der Makler per Beratungsprotokoll vor Klagen schützt. Zuerst einmal schützen sich durch die jetzige Praxis unsere Versicherungen vor Klagen. Und natürlich sehe auch ich als Makler zu, nicht in die Schußlinie zu geraten. Also berate und dokumentiere ich, was gefordert wird, und noch etwas drüber hinaus. Und ich denke, andere Makler machen das auch so. Jedenfalls die, die ich näher kenne.

    Und es stimmt, 99% der Kunden haben sich den Kram nicht angesehen. Und auch ich würde es mir nicht ansehen, denn dafür habe ich ja meinen Berater.

    Mit dem Kleingedruckten ist es ein Bischen wie nach einem Notartermin. Nachdem der Notar alles schön vorgelesen hat und die Leute dort keine Fragen mehr hatten, alles klar war und sie alles schön gegengezeichet haben, fällt den draußen sofort die erste Frage ein.

    Schönes WE
    Frank Schmidt