Wem geht die Luft aus?

11. Oktober 2010 | 787 mal gelesen

“Im Moment ist bei Riester die Luft raus”,

so die Zusammenfassung einer ganz aktuellen, von der Postbank beauftragten Studie zur Altersversorgung.

Wir können dies nicht nachvollziehen, denn schon jetzt steht fest, dass wir auch im Jahr 2010 wieder über 100.000 neue Riester-Renten vermitteln werden.

Also stellt sich die Frage, wem die Luft ausgeht: Der Riester-Rente oder der Postbank?

Ersteres deckt sich wie gesagt nicht mit unseren Ergebnissen und wäre darüber hinaus erstaunlich. Denn es gibt für die meisten Menschen in Deutschland keinen besseren Einstieg in die private Altersvorsorge, als den Abschluss einer Riester-Rente mit den damit verbundenen, meist ganz beträchtlichen staatlichen Zulagen. Und immerhin hat gerade erst einmal etwas mehr als die Hälfte aller zulagenberechtigten Bürger eine
Riester-Rente abgeschlossen.

Ganz nebenbei muss man sich schon ein wenig darüber wundern, dass die Postbank eine Studie beauftragt, mit deren Ergebnissen sie zu einer noch weitergehenden Verunsicherung der Bürger zum Thema private Altersversorgung beiträgt, z.B. durch Schlagzeilen wie “Massenflucht aus der Altersversorgung” (Handelsblatt vom 07.10.2010 / Seite 1) oder “Viele Deutsche zweifeln am Sinn privater Vorsorge” (Seite 36).

Sinnvoll wäre das Gegenteil: Nämlich den Bürgern die dringende Notwendigkeit privater Vorsorge vor Augen zu führen.


Kommentare für diesen Artikel (4)

  1. Marcel H. Costin, 11. Oktober 2010 um 16:48 Uhr

    Guten Tag zusammen,

    wir kommen nun wohlmöglich in einen Bereich in dem das plakative Bewerben und Verkaufen in der Bevölkerung an Reiz und Wirkung verliert. Irgendwann ist der Kunde totgeworben. Deswegen werden wir doch fortwährend mit neuen, immer verrückteren Werbespots beglückt. Seit Jahrzenten wäscht Waschmittel immer weißer und es sind immer wieder mal 20% mehr Inhalt drin, ohne dass man schon einen LKW braucht um seine Waschmittelpackung nachhause zu bekommen…. . Deswegen sprudeln die Spots nur so vor übertriebener Begeisterung und Energie. Da ist richtig Luft drin! Ein harter Kampf… .

    Hier sticht der systematische bedarfsorientierte Verkauf hervor. Bedarf zu decken ergibt dauerhaft Sinn. Aus Mode zu kaufen ist nicht ewig inn.

    Wieso muss ein Finanzvertrieb eigentlich eine Studie in Auftrag geben wo sie doch jeden Tag im Tagesgeschäft sozusagen eine Studie durchführt? Wenn schon eine (nicht ganz legale) interne Studie in Auftrag gegeben wird, über welche Kunden-Bankkonten man welches Geschäft vermitteln kann, dürfte das doch keine Herausforderung darstellen, doch?

    Oder ging es in der Studie darum WARUM die Luft raus geht? Könnte ja auch (an einem selber) am Unternehmen oder der Vertriebsform und somit den hochmotivierten Bankmitarbeitern liegen… .

    Ich bin motiviert, wenn ich in etwas einen Sinn sehe und freiwillig auf dieses Ziel hinarbeiten darf. Deswegen habe ich mich nach langer Schnupperphase für diese berufliche Perspektive entschieden. Und hier ist noch richtig Luft! Also, hier bei uns im Team! 😉

    …wer mich dazu ausfragen mag, darf sich gerne melden, unverbindlich…
    …man kann nichts erzwingen. Jeder merkt selber für sich was ihm liegt.

    Mit besten Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin
    – Vermögensberater –

    Metropolregion
    Düsseldorf / Köln
    0177/7616059

  2. Norbert Balzer, 12. Oktober 2010 um 00:03 Uhr

    Da geht gerade nicht die Post ab 😉

  3. Franz, 12. Oktober 2010 um 09:09 Uhr

    Wundert sich denn tatsächlich jemand darüber, dass viele Kunden verunsichert sind?

    Die Spk und Banken haben ja alles dafür getan, in den letzten 3 Jahren. Die Zeitungen lassen keine Gelegenheit aus, die private Rentenversicherung “schlecht zu schreiben”, obwohl es zu diesem Produkt bei der Altersversorgung keine bessere Alternative gibt.

    Jetzt haben wir das Ergebnis: Kaum einer traut sich noch, neue Verträge für die Alterversorgung abzuschließen und viele stellen die vorhandenen Verträge in Frage.

    Viel zu tun für Vermögensberater, kann ich da nur sagen. Also ab an die Arbeit.

  4. Wolfi, 12. Oktober 2010 um 19:46 Uhr

    Gestern hat die Sparkasse einem jungen Mandanten einen Riester-Banksparplan angeboten – 2,95% für 41 Jahre. Begründung war, dass der keine Kosten hat. Die haben´s echt drauf.

    Ach ja, bevor mich jemand fragt, Wohnriester ist in diesem Fall nicht gewünscht…