Riester für “Arme”?

10. Oktober 2010 | 1.045 mal gelesen

Gerade für Menschen mit niedrigem Einkommen ist es meist sehr schwierig, aus dem Einkommen für das Alter vorzusorgen. Und dabei wären gerade diese Menschen dringend auf private Vorsorge angewiesen.

Insoweit gilt es – und dies tun Vermögensberater der DVAG tausendfach – gerade und ganz besonders Menschen mit niedrigem Einkommen die Möglichkeiten zur Vorsorge über staatliche Fördermittel aufzuzeigen. So kann – oft mit minimalem Eigenaufwand – zumindest ein stabiles Fundament aufgebaut werden.

Diese Gedankengänge bestätigt das Wirtschaftsmagazin Capital in seiner Ausgabe 10 / 2010, S. 155 ff. Dort wird aufgezeigt, dass mit 31 Prozent die Geringverdiener mit einem Jahreseinkommen von unter 10.000 Euro den weitaus größten Anteil an den bisherigen Riesterabschlüssen (13,9 Millionen Verträge) auf sich vereinen. 20,2 Prozent entfallen auf die Einkommenskategorie 10.000 bis 20.000 Euro.

8,1 Prozent der Riesterverträge wurden von Bürgern mit einem Einkommen von mehr als 50.000 Euro abgeschlossen. Tendenziell scheint es also so zu sein, dass mit steigendem Einkommen das Interesse an Riester abnimmt.

Eigentlich nicht nachvollziehbar: Denn für eine vierköpfige Familie kann im besten Fall eine Riesterzulage von über 900 Euro im Jahr in Anspruch genommen werden. Wird der förderfähige Höchstbeitrag von 2.100 Euro in den Vertrag einbezahlt, wird dies auch für Besserverdiener zu einer durchaus ansehnlichen Altersrente führen.

Riestern also nur für “Arme”? Ganz sicher nicht, meinen wir als DVAG Deutsche Vermögensberatung.


Kommentare für diesen Artikel (9)

  1. Steffen H., 10. Oktober 2010 um 12:40 Uhr

    Was aber, wenn mit niedrigem Einkommen die gesetzliche Rente und private Altersvorsorge nicht ausreicht?

    Dann muss man Grundsicherung beantragen und die bspw. “Riester-Rente” wird angerechnet.

    So gesehen wird man doch (gerade als Geringverdiener) noch bestraft, wenn man privat vorsorgt.

  2. Jörg Renner, 10. Oktober 2010 um 18:38 Uhr

    Als ” Bestrafung” würde ich dies perönlich nicht bezeichen!
    Eher als, Eigenverantwortung einem selbst gegenüber.
    Was ist denn, wenn die Grundsicherung in der Summe noch geringer wird?

    Rechenbeispiele hin oder her, will man sich denn von “Vater Staat” abhängig machen oder besser auf das eigene Können und Leistungsvermögen vertrauen!?

    Eine Abhängigkeit von irgendwas ( Grundsicherung ) oder von irgendwem ( Staat ) , ist aus meiner eigenen Sicht, nie gut.
    Wir haben doch in unserem, seit 20 Jahren, zum Glück vereinigtem Land, alle
    Möglichkeiten, wenn Sie auch nicht jeder nutzen kann oder, was das traurige ist, nicht nutzen will!
    Zu viele verlassen sich doch in unserer Gesellschaft auf die Hilfe anderer.
    Was ist denn Hartz 4 oder die Grundsicherung?
    Eine Leistung, die die Allgemeinheit für Menschen erbringt, die für sich selbst
    nicht sorgen können!
    Viele, nicht alle, nutzen dies schamlos aus und das verärgert zu recht die Menschen in unserem Land, die etwas leisten.

  3. Steffen H., 10. Oktober 2010 um 20:51 Uhr

    Vor allem seit der Agenda 2010 hat doch die Zahl der Aufstocker massiv zugenommen. Die Zahl der Mini- und Midijobs steigt. Die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse und die Leiharbeit.

    Durch die verschärften Zumutbarkeitsregeln, wird es den Arbeitgebern doch leichter denn je gemacht, den Leuten selbst mit Vollzeitjobs so wenig zu zahlen, dass die Menschen noch zum Amt müssen.

    Das es zweifelslos auch bei Hartz IV-Empfängern genügend gibt, die nicht wollen, streitet keiner ab. Es gibt aber auch viele und ich denke es ist die Masse, die wollen.

    Genauso tragen aber auch bestimmte Arbeitgeber dazu bei, dass die “Staatskasse” durch die steigende Zahl der Aufstocker geplündert wird. Sie wissen, dass die Leute jeden Job annehmen müssen und wenn es eben nicht langt, gleicht die Allgemeinheit das aus. Das kann es auch nicht sein.

    Man sollte KEINE private Vorsorge auf eine eventuelle Grundsicherung anrechnen, damit man die nicht bestraft, die gearbeitet haben, wenig verdienten und sich dennoch was abgespart haben.

  4. Andrea, 10. Oktober 2010 um 21:17 Uhr

    Hallo Herr Renner,

    Sie haben meiner Meinung nach den Nagel genau auf den Kopf getroffen !
    Einen schönen Abend wünscht

    Andrea

  5. Michael Miedl, 11. Oktober 2010 um 14:27 Uhr

    Hallo liebe Blogger,

    ein sehr sensibles Thema, wie ich bei meiner täglichen Arbeit immer wieder bemerke. Jedoch gehe ich davon aus, dass in naher Zukunft keine private Vorsorge auf Grundsicherungsleistungen angerechnet wird.
    So ganz gebe ich die Hoffnung auf faire Politik und sich (spätestens zur nächsten Wahl) volksnah gebende Politiker nicht auf.

    Viele Grüße aus Schönwald in Oberfranken.

    Michael Miedl

  6. Enrico, 11. Oktober 2010 um 14:49 Uhr

    Ich glaube, das Problem liegt in erster Linie an den Halbwahrheiten die über Medien aber auch bestimmte Parteien, die auf Wählerfang sind, verbreitet werden. Selbst wenn viele Geringverdiener sich die Beiträge zur Riesterrente leisten können, sind sie verunsichert. “Es wird ja auf die Grundsicherung angerechnet!” und lassen es bleiben. Dabei weiß keiner wie hoch die Grundsicherung dann sein wird.
    Aber was gerne vergessen wird, sind doch die Vorrausetzungen für die Grundsicherung!!! Sie haben wenig mit den Kriterien von Harz4 gemeinsam. Wer bekommt sie denn überhaupt? Was darf man denn noch besitzen?

    Und wenn darüber endlich mal die Wahrheit gesagt WÜRDE, wird schnell klar das es ohne zusätzliche Altersvorsorge nicht mehr geht, denn dann zählt jeder € !

  7. Ralf Gottfried, 11. Oktober 2010 um 17:33 Uhr

    Ob es angerechnet wird oder nicht, das ist bei vielen die Frage. Aber wer kann sagen was die Politik in 30 oder 40 Jahren bestimmt? Eins ist sicher, wenn ich jetzt anfange auch wenn es nur 5 € sind dann weiß ich das ich es selber in der Hand habe. Keiner kann sagen wie es sich in laufe der Zeit mit der Altersvorsorge oder mit der Absicherung verhält.

  8. Joachim Trapp, 11. Oktober 2010 um 18:53 Uhr

    Die Frage die sich stellt ist nicht, ob irgend etwas in 20, 30 oder 40 Jahren auf eine Grundsicherung angerechnet wird.

    Die Frage ist doch einzig und alleine, ob der Staat finanziell noch in der Lage sein wird eine Grundsicherung zu finanzieren.

    Viele Grüße
    Joachim Trapp
    joachim.trapp@dvag.de
    0172-3639007

  9. Norbert Strauß, 11. Oktober 2010 um 21:43 Uhr

    Wer heute z.B. als 30 jähriger meint: “Ich bekomme im Rentenalter sowieso nur die Grundsicherung ” d.h. wenn das genau sein Ziel ist – der sollte gar nichts machen (außer einer privaten Haftpflichtversicherung) den alle Sparverträge und alles Vermögen wird auf die Grundsicherung angerechnet ! Es gibt bloß ein Problem: er weiß nicht ob es die Grundsicherung dann noch gibt ! Anders ausgedrückt auf was verlässt er sich lieber auf die Politik oder das was er selbst für sich getan hat.
    Viele Grüße
    N.Strauß