Geld verschenkt

2. Oktober 2010 | 1.179 mal gelesen

Ausführlich widmet sich die aktuelle Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Capital (Heft 10 / 2010, S. 155 ff.) dem Thema Riesterrente.

Unter anderem werden hohe Kosten, Intransparenz und der irrsinnig hohe bürokratische Aufwand im Zusammenhang mit dem Zulagenverfahren thematisiert.

Besonders interessant: “Bundesweit versäumt es jeder Dritte, rechtzeitig den Antrag auf Förderung zu stellen. Bislang haben Riester-Sparer so 500 Mio. Euro verschenkt”, so Capital.

Der Finanzminister wird sich angesichts dieser Einsparungen freuen. Aus Sicht der Riester-Sparer ist der Verzicht auf die Zulagen hingegen wirtschaftlich gesehen gleichzusetzen mit dem Verzicht auf den entscheidenden “Renten-Hebel”. Denn bei den meisten Riesterverträgen macht die Zulage einen ansehnlichen Teil der Gesamteinzahlung in den Vertrag aus. Fehlt deshalb die Zulage, wird die bei Ablauf anfallende Rente deutlich niedriger ausfallen. 

Branchenweit verzichtet jeder Dritte auf die Zulagen, bei der DVAG Deutsche Vermögensberatung sind es weit weniger: Rund 90 Prozent unserer Riester-Kunden haben im Jahr 2009 ihre Zulage erhalten – meist Dank der Arbeit ihres Vermögensberaters der DVAG. Denn der Hauptgrund dafür, dass die Zulage nicht in Anspruch genommen wird, ist die Komplexität des Zulagenantrages, für dessen Bearbeitung “Otto-Normal-Verbraucher” im Regelfall die Unterstützung durch einen Fachmann benötigt.

Über eine Million Riester-Verträge hat die DVAG abgeschlossen und ist damit Marktführer. Und so können wir auch hier Jahr für Jahr unter Beweis stellen, dass die Beratung durch unsere Vermögensberater für den Kunden bares Geld wert ist (auch wenn die Zulagen nicht in bar ausgezahlt werden… :-)).


Kommentare für diesen Artikel (3)

  1. Harri Schultze, 2. Oktober 2010 um 11:22 Uhr

    wie wahr und wie schade – denn wer kann bzw. will es sich schon leisten auf die Förderungen zu verzichten. Die Riesterförderung eine tolle Sache, die Umsetzung machmal kompliziert, aber es lohnt sich.

    Aus der täglichen Praxis kann ich berichte, dass die Zulagenbeantragung nicht immer unproblematisch verläuft. Daher kontrolliert mein Büro jährlich, ob die Zulagen so in die von uns vermittelten Verträge geflossen sind, wie dies sein sollte.

    Dabei gehen über 90% auch glatt durch – aber wehe, es ist der Wurm drin bei der Zulagenstelle.

    Am eigenen Beispiel:

    In den Vertrag meiner Frau fließen Zulagen für meine Frau und unsere 4 Kinder. Ich bin zwar Sebständig – damit nur mittelbar förderberechtigt – da unsere jüngste Tochter jedoch erst 3 Jahre geworden ist, ist meine Frau als Kindererziehende bis zu diesem Jahr unmittelbar förderberechtigt.

    Hier geht es um Zulagen in Höhe von 1.048 Euro pro Jahr für die Familie.

    Jetzt schreibt die Zulagenstelle uns an, dass Zeiten im Rentenkonto meiner Frau fehlen und Zulagen zurückzuzahlen seien. Das schreiben in schönstem Amtsdeutsch – man muss es wirklich dreimal lesen.

    Meine Antwortmail mit Fotos meiner Kinder war nicht von Erfolg gekrönt. Anstatt dessen haben wir das Formular V800 zur Klärung der Zeiten ab 2005.

    Gott sei Dank bin ich vom Fach und betreue mich in dieser Sache als Vermögensberater selbst. Genauso wie etliche meiner Kunden, bei denen die Zulagen eben nicht glatt durchlaufen.

    Dies macht schön deutlich, warum es sinnvoll ist in Sachen Vorsorge, Finanzen, Sicherheit und Riesterförderderung dauerhaft und partnerschaftlich betreut zu werden.

    Für meine Klienten kann ich sagen:

    In Sachen Riester und Co. ist alles im Griff. Und wenn es irgendwo mal bei der Zulagenstelle hakt – dann kümmert sich mein Büro drum und der Kunde kann sich drauf verlassen.

    Gruß aus Willich
    vom Vermögensberater
    Harri Schultze
    http://www.harri-schultze.de

  2. D. Koplin, 3. Oktober 2010 um 11:27 Uhr

    Auch von mir mal einen Brocken Fachwissen, was korrekten Fluss der Zulagen betrifft, der vielleicht auch noch nicht jedem Berater geläufig ist:

    Hat ein Kunde Zulagen beantragt, bspw. Grundzulage und eine Kinderzulage, so meldet das die ZfA an das Finanzamt. Dieses berücksichtigt diese Meldung dann bei der Guenstigerpruefung, ob darueberhinausgehende Steuererstattungen zu gewaehren sind.

    So weit so gut.

    Laut Aussage ZfA sind dem Finanzamt jedoch die jährlich sich wiederholenden (gesetzlich vorgeschriebenen) Meldungen teilweise laestig, sodass oftmals nur die ERSTE Meldung fuer alle Guenstigerpruefungen herangezogen wird.

    Konsequenz: senkt sich der Zulagenanspruch, geht das Finanzamt u.U. Von zu hohen bereits erhaltenen Zulagen aus – ergo weniger Steuererstattungen!

    Da hilft dann nur noch Einspruch und die jeweilige Bescheinigung des Anbieters fuer den Kunden, denn da stehen ja die erhaltenen Zulagen drauf, weil wie gesagt der einfachere Weg – ZfA-Meldung beachten – wohl systematisch nicht beschritten wird.

    Ein kopfschuettelnder Vermoegensberater

    MfG D. Koplin

  3. Norbert Strauß, 3. Oktober 2010 um 18:37 Uhr

    Besser als als Artikel haben mir die Kommentare der Kollegen gefallen, denn die Auseinandersetzung mit der ZfA ist immer einfach. Hier ist aber der Kunde komplett überfordert. Ich würde es gut finden, wenn wir das Thema generell in Mittelpunkt rücken und auch dazu Erfahrungen austauschen mit dem Ziel Wege zu finden, dass auch “Problemfälle ” ihre Zulage erhalten.
    MfG
    Norbert Strauß