Unzufriedene Bankkunden

3. September 2010 | 942 mal gelesen

Nie zuvor waren die Kunden von Banken unzufriedener. Die Hauptursachen: Hohe Verluste bei den von den Banken empfohlenen Geldanlagen und schlechte Beratung. Dies sind die wesentlichen Erkenntnisse der Auswertung der bei den Ombudsleuten der deutschen Banken eingegangenen Kundenbeschwerden.

Von 4.800 auf 6.500 ist die Anzahl der Beschwerden angestiegen, der mit Abstand höchste Wert seit dem Start des Kundenbeschwerdeverfahrens im Jahr 1992, so SPIEGEL ONLINE am 27.8.2010. Auch die Tageszeitung DIE WELT berichtete in ihrer Ausgabe vom 28.8.2010 über dieses Thema.

Wegen des drastischen Anstiegs der Beschwerden musste die Beschwerdestelle personell mit einem sechsten Ombudsmann aufgestockt werden.

“Die Geldinstitute geloben Besserung, verweisen aber auch darauf, dass viele Kunden zu unrecht meckern”, so SPIEGEL ONLINE. Nach ernsthafter Beschäftigung mit dem Thema klingt dies nicht.

Dazu auch die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Marktforschers Toluna: 61 Prozent der Bundesbürger stellen keine Verbesserung in der Qualität in der Beratung fest.


Kommentare für diesen Artikel (1)

  1. Dorn, Manfred, 3. September 2010 um 09:41 Uhr

    Als gelernter Bankkaufmann, heute bin ich Gott sei dank Vermögensberater, sehe ich die Sache sehr besorgt. Die Bankkaufleute sind m. E. nur noch bedingt Bankkaufleute mit dem Schwerpunkt “Verkauf”. Was bedeutet, dass nicht das Kundeninteresse im Vordergrund steht sonder die Verkaufszahlen der Vorgesetzten und Vorstände sowie der Aktionäre oder Inhaber. Bei einem Bausparvertrag, durch einen Bankberater vermittel, hätte der heute 40. jährige Kunde noch einmal 125 Jahre älter werden müssen, um die Zuteilung des Vertrages zu erleben. Wo standen in diesem Fall die Interessen des Kunden.
    Produkte im Anlagebereich werden ahnungslosen Kunden von ebenfalls ahnungslosen Beratern vermittel. Drei von mir selbst befragten so genannten Finanzberaten bei zwei großen Sparkassen und Volksbanken geben zu, dass dem Kunden empfohlene Produkt nicht wirklich erklären zu können. Vom Sparbuch in Zertifikate zu wächseln fällt sicherlich keinem Kunden selbst ein. Wo bleibt die Berücksichtigung des Kundenpofils?
    Die Kreditinstitute sollten bei dem bleiben was sie wirklich können, dann dürfte der Kunde wieder auf vernünftige Beratung hoffen. Dies wird m. E. jedoch nicht passieren, da Erträge vor Kundenbedürfnisse stehen. Das Vertrauen gegenüber den Banken und Sparkasse ist zu Recht gebrochen.
    Was hilft, ist die Einbeziehung eines Vermögesnberaters, denn für dessen
    Empfehlung sind die Ziele und Wünsche des Kunden maßgeblich und die Feststellung des Anlagetyp ist die Grundvorausssetzung für eine seriöse Anlagestrategie.