Ausbildung fördern

24. August 2010 | 874 mal gelesen

85% der Deutschen befürworten staatliche Fördergelder für die Ausbildung der Kinder, so das zentrale Ergebnis einer von der DVAG Deutsche Vermögensberatung in Auftrag gegebenen Umfrage des Marktforschungsinstituts USUMA.

Wer selbst Kinder hat, weiß, wieviel Geld Lebensunterhalt und Ausbildung kosten. Natürlich hilft das Kindergeld, und es gibt auch weitere Vergünstigungen für diejenigen, die Kinder haben, zum Beispiel in Form einer höheren Zulage in der Riester-Rente.

Das Problem ist meist nur: Gezieltes Sparen für die Ausbildung der Kinder, vor allem für ein späteres Studium, wird durch alle diese Maßnahmen im Grunde nicht gezielt gefördert. Und dabei muss schon heute für ein Studium mit rund 900 Euro monatlich gerechnet werden. Studiengebühren, die an privaten Hochschulen nicht selten weitere 500 Euro im Monat übersteigen können, kommen hinzu.

So wird der eine oder andere auf ein Studium verzichten (müssen). Dem ließe sich begegnen, wenn der Staat Eltern schon sehr früh zum Sparen motivieren würde, zum Beispiel durch eine an enge Vorgaben und Höchstgrenzen geknüpfte steuerliche Befreiung von Sparaufwendungen für die Ausbildung der Kinder. Dies würde sicherlich viele Eltern, aber auch Großeltern dazu bringen, vielleicht 50 Euro im Monat weg zu legen – eine gute Investition in jedem Falle. Und wie gesagt: 85% der Deutschen wären dafür.


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Kommentare für diesen Artikel (2)

  1. Harri Schultze, 24. August 2010 um 11:09 Uhr

    Geförderte Ausbildungsvorsorge, besser kann ein Staat (also wir alle) nicht in die Zukunft eines Landes investieren.

    Für ein Land wie Deutschland, dass eigentlich nur von der hohen Qualifikation seiner arbeitenden Bevölkerung lebt, gilt das insbesondere.

    Und auch bei diesem Thema gilt: Eigenverantwortung vor staatlicher Bevormundung. Aber der, der eigenverantwortlich für die Ausbildung seiner Kinder “Früher an Später” denkt, sollte dabei auch massiv unterstützt werden.

    Wenn eine solche Förderung ähnlich aufgebaut würde, wie z.B. die Riester-Förderung – also bei Familien mit geringem Haushaltseinkommen ein kleiner Eigenbeitrag und dafür eine entsprechende AusbildungsvorsorgeZulage und bei Familien mit höheren Haushaultseinkommen eben die steuerliche Freistellung der Ausbildungsvorsorge als “Günstigerrechnung” – dann wäre das ein Modell mit Vorteilen für alle Bevölkerungsschichten.

    Einen Eigenbeitrag halte ich dabei in jedem Fall für wichtig, damit das Thema in den Haushalten auch einen StellenWERT bekommt und nicht – wie so oft bei öffentlichen Leistungen – einfach nur eine Mitnahmementalität forciert wird.

    Und hier noch ein Zitat von Henry Ford:

    “Die Zukunft eines Landes liegt nicht in der Fabrik sondern im Klassenzimmer.”

    Anstatt Klassenzimmer könnte man auch “Kinderzimmer” sagen!

    Gruss vom Harri Schultze aus Willich
    http://www.harri-schultze.de

  2. Marcel H. Costin, 24. August 2010 um 15:28 Uhr

    Hallo liebe Eltern, Studenten und interessierte Leser,

    ich halte dies für absolut notwendig, gerade mit Hinblick auf das starke Abfallen an ausgebildetem Nachwuchs in vielen Zweigen der Industrie, z.B. dem Ingenieurwesen. Als Naturwissenschafts-Student an einer FH bleiben einem neben den ca. 50-60h/Woche Einsatz, Vor- und Nachbereitung von praktischen Übungen im Labor, Nachbereitung der Vorlesungen, Klausurvorbereitungen, An- und Abfahrt, etc. nicht sonderlich viel Freiraum für Nebenjobs.

    Nach den Klausuren ist vor den Klausuren!

    Meist bleiben einem nur die Semesterferien welche mit Aufbereiten des Semesters und Lernen schon recht voll sind, Teile des Wochenendes (nachdem man dann frisch gestärkt und ausgeruht in die neue Woche startet) oder durch Vorlesungsausfälle einzelner Tage unter der Woche, die dann irgendwo aufgearbeitet oder hinten dran gehangen werden müssen.

    In der Vorlesung trifft man dann den ausgeruhten, wohlgenährten Studenten, welcher schon zum zweiten Mal im Strandurlaub war, sponsored by Dad, welcher sich beschwert, dass er so wenig Freizeit hat, jedoch gar nicht arbeiten muss. 😉

    Ein Bisschen arbeiten ist nicht verkehrt und strafft die Disziplin (Hallo Bernd 😉 ). Es müsste daher nicht mal die volle Summe angespart werden, ein Teil würde schon sehr helfen um die Arbeitsbelastung während des Studiums zu reduzieren. 650-900€ braucht ein Student, wenn er seine eigene Bude inne hat, je nach Region und Studiengang. Studiengebühren tun ihr übriges. Dafür etwas beiseite zu legen, damit kann man gar nicht früh genug beginnen, der Zinseszinseffekt rechtfertigt dies.

    Vielleicht wäre auch ein gefördertes Sparmodell nach dem Bausparprinzip praktisch? Dazu an Geschwister übertragbar. Auch ist die Frage offen wie dies mit Ausbildungsförderungen wie dem BAföG verrechnet wird. Was für Gesetzesentwürfe sind da denn bereits in der Ausarbeitung, wer weiß das?

    Habe mir eine Reihe Bücher zum Thema “Geld im Studium” zugelegt und kenne mich in den Grundlagen ganz gut aus. Wer also Fragen dazu hat findet mich im StudentenVerzeichnis, bei Facebook, XING oder ruft mich einfach an. 😉
    Das gilt besonders für das anspruchsvollste Thema:
    Neugründung und Selbständigkeit neben dem Studium!
    (Wird für Studis staatlich besonders gut subventioniert)

    Die DVAG bietet übrigens einen Dualstudiengang an, welcher genau dieses Thema kombiniert, fördert und fordert. Hier eine kurze Pressemitteilung:
    http://www.dvag.com/FILES/Karriere_Duale_Ausbildung_2-2010.doc

    Mit akademischen Grüßen,
    Ihr/Euer Marcel H. Costin