Konsum statt Vorsorge?

21. August 2010 | 929 mal gelesen

Langfristig bedenkliche Ergebnisse liefert eine aktuelle Studie des Verbandes der privaten Bausparkassen, in der über 2.000 Bundesbürger zu ihrem Spar- und Ausgabeverhalten befragt wurden.

Danach hat die Bereitschaft zur privaten Altersversorgung deutlich abgenommen (minus 6 Prozentpunkte), genauso wie das Ziel, für den Immobilienerwerb zu sparen (minus 8,7 Punkte) oder Geld anzulegen (minus 5,6 Punkte). Im Gegenzug legte das Sparmotiv Konsum, z.B. für Urlaub oder für die Anschaffung eines neuen Fernsehgerätes, zu.

Andere Untersuchungen haben belegt, dass in der Breite der Bevölkerung durchaus bekannt ist, dass private Vorsorge vor allem für das Alter dringend notwendig ist. Wenn dann gleichzeitig die Bereitschaft zur Vorsorge abnimmt, bringt dies unter anderem die aktuelle Verunsicherung vieler Menschen zum Ausdruck.

Umso mehr sind gerade jetzt kompetente Vermögensberater der DVAG Deutsche Vermögensberatung gefragt und gefordert, um den Menschen die langfristigen Konsequenzen unzureichender Vorsorgeaufwendungen deutlich zu machen.

Denn fest steht: Ohne private Vorsorge drohen breiten Bevölkerungskreisen im Alter spürbare Einschränkungen im Lebensstandard und ggf. besteht sogar die Notwendigkeit, zwangsläufig weit länger als bis zum 65. oder 67. Lebensjahr arbeiten zu müssen.


Kommentare für diesen Artikel (5)

  1. Thomas, 21. August 2010 um 23:47 Uhr

    Wenn man den FAZ Artikel (hier online zu lesen : http://tinyurl.com/36wmzh4) liest, wird es auch verständlich, wieso die Altersvorsorge nicht unbedingt mit großem Elan betrieben wird. Denn die realistische (eine fondsgebundenen Kapitalversicherungen macht durchschnittlich 5% jährlich bei 30 Jahren Laufzeit) Nachsteuerrendite ist mit 2,86 % nicht gerade hoch !

    Im FAZ Artikel steht :

    “…..Das ist nach Kosten und Steuern eine Verzinsung von 2,86 Prozent im Jahr.
    Das Ergebnis wird keinen Menschen vom Hocker reißen. Vor dem Hintergrund, dass die Inflation in Zukunft bei 2 bis 3 Prozent liegen wird, sollte auch Optimisten klar werden, was die Stunde geschlagen hat: Ordentlicher Lohn, hohe Abgaben, kein eigenes Heim, mittlere Sparraten, stramme Gebühren, keine Sicherheit, schleichende Geldentwertung. Es ist daher kein Wunder, dass sich viele Anleger vor der Altersvorsorge drücken….”

    Gebühren und Steuern machen aus einem durchschnittlichen Anlageprodukt (welche mit 5 bis 6% jährlich rentiert) ein Minusgeschäft (wenn man die Inflation (2 bis 3 % im 30 Jahre Zeitraum) ebenfalls betrachtet )

  2. Harri Schultze, 22. August 2010 um 00:16 Uhr

    Meine ganz subjektive Wahrnehmung aus vielen Beratungen ist, dass die Menschen:

    während die Zeitungen / Medien nur von Krise berichteten eine hohe Bereitschaft zum Konsumverzicht hatten, um für später Vorzusorgen. Die Zukunftsangst vor Job- und/oder Einkommensverlust war hier dann oft ein Hinderungsgrund.

    während die Zeitungen / Medien von Aufschwung XXL berichten zwar um die Notwendigkeit der Vorsorge wissen, aber das Bedürfnis größer ist zu konsumieren oder vielleicht auch den in den letzten Jahren nicht getätigten Konsum nachzuholen.

    So oder so – wer nicht früh an später denkt, der muss ich im Klaren darüber sein, dass das auch kein Dritter (z.B. der Staat) in ausreichendem Umfang mehr macht.

    Meine Empfehlung für jeden ist, sich ausführlich über die Fördermöglichkeiten aus dem Alterseinkünftegesetz aufklären zu lassen und einmal mit einem Vermögensberater gemeinsam zu rechnen, was selbst aus kleinen Sparbeträgen werden kann (…wenn man es richtig mach).

    Ich berate dazu gerne

    Gruß aus Willich
    Harri Schultze
    http://www.harri-schultze.de

  3. Wolfgang Stadler, 22. August 2010 um 13:36 Uhr

    ein sehr einseitiger Kommentar, lieber Thomas – ebenso wieder Artikel in der Zeitung. Sie erwähnen die Inflation – ich verweise darauf, das eben Sachwerte (Aktien, Immobilien) inflationsgebunden sind.

    Was wäre Ihr Vorschlag? Gar nicht sparen? Mit 60 die Kugel?

  4. Claudia Müller, 22. August 2010 um 14:04 Uhr

    Lieber Thomas,

    interpretiere ich Ihren Beitrag richtig, dass aufgrund der heutigen steuerlichen Gegebenheiten, verständlicherweise auf Altersvorsorge verzichtet wird? Die Schlussfolgerung wäre: Bevor ich womöglich Steuern zahlen muss, spare ich lieber nichts und werde im Alter höchstwahrscheinlich arm sein. Welche Logik liegt hier zugrunde?

    Ein Vermögensberater der DVAG bezieht in die Strategie für einen Kunden die steuerlichen Gegebenheiten, aktuellen Stand, mit ein. Vor allem, kennt ein Vermögensberater die unterschiedlichen Besteuerungen der Vorsorgeprodukte und so manche Feinheit, die ein Laie und ein reiner Produktverkäufer nicht kennen.

    Die Komplexität der Thematik erfordert Expertise. Altersvorsorge ist langfristig und bedarf regelmässiger Überprüfung. Derjenige, der sich die Expertise holt, nicht beratungsresistent ist, wird sich in einer weit besseren Situation finden am Tag X, als viele anderen.

    Die Teile der Gesellschaft, die Konsum der Altersvorsorge, wider besseren Wissens, vorziehen, sind nicht unbedingt die Stammleser der FAZ. Der Grund ist ein anderer, nicht die Besteuerung. Es ist ein gesellschaftliches Phänomen und eher darauf begründet, dass das Selbstwertgefühl vieler Menschen nicht von innen kommt, sondern vermeintlich erkauft wird. Ein Teufelskreis! Zudem ist eine Tatsache – die marode Alterssicherung – solange keine Tatsache für mich, solange ich sie ignoriere. Nach dieser Devise leben leider viele Menschen.

    Früher an später denken!

    Schönen Sonntag… 🙂

  5. Frank Schmidt, 23. August 2010 um 14:29 Uhr

    Einen schönen guten Tag den Bloggern.

    Altersvorsorge ist ein komplexeres Thema, als es scheint. Mit etwas Riester, um Zulagen zu bekommen, etwas Rürup, wegen der Steuervorteile, einer BAV und einer Fondspolice ist es sicher nicht getan.

    Die von Thomas benannte Familie tut vermutlich sehr gut daran, Bares auf die hohe Kante zu bringen, und weder Riester noch Rüruppläne zu zeichnen. Denn Bares ist Wahres! Aber garnichts zu machen, ist doch ein Bischen, wie sich aus Angst vor dem Tod selbst zu erschießen. Immerhin haben die 50.000€ Startkapital.

    Und wir wollen doch mal nicht den unterstellten Sinn der Geldanlage vergessen. RENTE!! Wie in diesem Artikel mit dem Steuerargument umgegangen wird, ist fast schon sträflich. Wer Teilbeträge entnimmt, muß natürlich nur die in diesen Teilbeträgen enthaltenen Gewinne versteuern. In diesem Fall sind das ca. 52% der Entnahmen. Würden sie dann 18.000€ jährlich entnehmen, und unterstelle ich unveränderte Steuersätze und 1.000€ p.P. aus der GRV, dann würden auf die 18.000€ Abhebung lediglich (gerundet) 2.470€ mehr Steuern kommen, als ohnehin zu zahlen wären. Bei vollem Kapitalerhalt!!

    Und wenn ich dann jemanden sage, Du legst heute 50.000€ an, sparst 300€ dazu und bekommst dafür später lebenslang 1.500€ Rente, ist das doch garnicht so schlecht.

    Oder: Er kann mit 60 in Rente gehen und sich selbst 2.000€ mtl. zahlen. Mit 67 hat er noch ca. 190.000€ auf der hohen Kante, wenn die GRV endlich beginnt seine 2.000€ Altersrente zu zahlen. Selbst wenn das Rentenalter noch auf 70 heraufgesetz wird, die Familie kann mit 60 in Rente!
    Sind das nicht genug Argumente, einen Sparplan TROTZ Steuern, Abschluß- und Verwaltunggebühren zu beginnen?

    Nein, das war mal wieder einmal ein Artikel mit dem Prädikat “Sommerloch”, sonst gab es nichts zu schreiben.

    MfG
    Frank Schmidt