“Rösler-Rente”

17. August 2010 | 882 mal gelesen

Walter Riester hat sie zu großem Ruhm verholfen, die unter seiner Ministerzeit geschaffene Riester-Rente.

Nunmehr bringt die aktuelle Ausgabe des map-fax die Idee einer “Rösler-Rente” ins Spiel.

Was steckt dahinter?

Auf der Grundlage der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung und der Kopfschadenstatistik der gesetzlichen Krankenversicherung GKV kommt das map-fax zu folgenden Berechnungen: Bis 2060 werden die Gesundheitskosten um 7,74% steigen, wird die Anzahl der GKV-Versicherten um 21% kleiner sein und werden sich die Beitragseinnahmen in der GKV um 33,86% verringern. Im Ergebnis ist der Kollaps der GKV daher programmiert, wenn nicht der schon heute in Milliardenhöhe gezahlte staatliche Zuschuss aus Steuermitteln immer weiter erhöht wird.

Es sei denn – so das map-fax: Die Politik geht auch in der GKV dazu über, kapitalgedeckte (Eigen-)Gesundheitsvorsorge durch staatliche Zulagen zu fördern. Das wäre dann die Rösler-Rente.

Warum so kompliziert, fragen wir als DVAG Deutsche Vermögensberatung? Denn es gibt in der Kankenversicherung bereits kapitalgedeckte Eigenvorsorge. Sie trägt den Namen “Private Krankenversicherung”. Diese staatlich zu fördern, wäre deshalb die naheliegendere Idee!   🙂


Kommentare für diesen Artikel (5)

  1. Wolfgang Reinhardt, 17. August 2010 um 11:10 Uhr

    Seit meinem Berufsstart in der Vermögensberatung, Anfang der 90er Jahre, verging kaum ein Jahr ohne eine “Jahrhundertreform” in der Krankenversicherung. Die Halbwertzeit jeder einzelnen Reform war also stets relativ überschaubar.

    Unsere Politiker müssen endlich den ideologischen Klassenkampf zwischen der Gesetzlichen und der Privaten Krankenversicherung überwinden, und beide Systeme gleichberechtigt bzw. ergänzend nebeneinander stellen. In der Gesetzlichen Rentenversicherung ist das durch die Einführung der “Riester-Rente” bereits gelungen, und heute streitet niemand mehr über die Notwendigkeit privater Vorsorge.

    Gesetzliche und Private Versicherungen arbeiten heute bereits gemeinsam an Lösungsmodellen für die Zukunft. Die alten Grabenkämpfe sind längst überwunden. Wir brauchen vor allem von der politischen Elite einen nüchternen Pragmatismus, der die Probleme löst, und nicht verschärft! Ansonsten droht der Kollaps, denn die demographisch wirklich unangenehmen Zeiten kommen erst noch.

  2. Dorn, Manfred, 18. August 2010 um 10:40 Uhr

    Dass das Gesundheitswesen in der Kriese steckt ist doch seit mehr als 15 Jahren bekannt. Reformen, Reformen und nochmals Reformen bringen lediglich Verschlechtungen für die GKV – Versicherten, denn neben Beitragserhöhungen erfolgen ständig Einschränkungen im Leistungsbereich. Wenn immer weniger
    Beitragszahler die aktiv tätig sind immer mehr Leistungsbezieher finanzieren müssen, ist es doch nur eine Frage der Zeit, wann das System kollabiert. Die Lösung ist m. E. einfach aber auch eventuell unpopulär. Jeder Mensch darf sich dort krankenversichern wo er möchte. Wenn er keinen Nachweis erbringt, dann ist er automtisch in einer Grundversorgung Mitglied. Das die Arbeitnehmer, die über der Bemessungsgrenze liegen ab 1.1.2011 wieder sofort in die PKV wechseln können finde ich mehr als sinnvoll.

  3. Peter Neu, 18. August 2010 um 15:12 Uhr

    Das die Gesundheitskosten um nur 7,74% bis 2060 steigen werden ,wäre ein großes Glück für die GKV bzw. PKV!! Oder meinen Sie pro annum um 7,74% ?? Dann hätten beide (!) Systeme ein großes Problem. Übrigens, auch in der PKV werden die Menschen nicht jünger und auch die PKV kann sich der Demografie nicht entziehen. Mein Vorschlag (schönes Wort) wäre, Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze (siehe die demokratische Schweiz), Sozialversicherungsbeiträge auf alle Einnahmen (Miete, Zinsen usw.), gratis Mitversicherung des Ehepartners abschaffen u.v.m. Ideen gibts genug!! Und natürlich auf der Ausgabenseite muß gewaltig gespart werden, Vorbilder gibt es genüge.

  4. Wolfgang Stadler, 18. August 2010 um 16:49 Uhr

    Tja, liebe Blogger – das Problem ist klar… es gibt genügend einfache Möglichkeiten, das Gesundheitssystem zu revolutionieren / sanieren. Aber da sind doch immer alle paar Jahre diese blöden Bundestagswahlen! Und wer unpopuläre Entscheidungen trifft, wird abgewählt – oder anders gesagt, wer populäre Versprechungen macht, heißt Dinge versprechen, die gar nicht einzuhalten sind (demografische Entwicklung), der wird beim nächsten Mal den Kanzler / die Kanzlerin stellen.

    Ein Dilemma!

  5. Tobias Bartelt, 23. August 2010 um 15:55 Uhr

    Hallo Zusammen.

    Schade, das es keinen Weg gibt die Ideen zu diesem Thema direkt an die Verantwortlichen bei unserer Bundesregierung weiter zu leiten. Manchmal denke ich nämlich das dies eine große Bereicherung wäre.

    MfG Tobias Bartelt