Gefährliches Ehrenamt

16. August 2010 | 1.091 mal gelesen

Ein interessanter Fachbeitrag fand sich in der Tageszeitung Die Welt vom 2. August 2010 (Seite 16).

Danach ist jeder fünfte Deutsche irgendwo ehrenamtlich tätig. Sehr präzise geht der Redakteur dann auf mögliche Risiken ein, die aus einer solchen Tätigkeit resultieren und meist privaten Versicherungsschutz erfordern.

Besonders weitgehend ist hierbei die Haftung für denjenigen, der eine “verantwortliche Tätigkeit” übernimmt, also z.B. Vorstand im ortsansässigen Fußballverein ist. Solche Ehrenamtliche mit Verantwortung sind voll in der Haftung, und es besteht keinerlei Versicherungsschutz im Rahmen der privaten Haftpflichtversicherung.

Bestimmt gibt es hundertausende solcher Ehrenamtliche mit Verantwortung, und nur wenige werden wissen, wie weit die Haftung gehen kann.

Vermögensberater der DVAG Deutsche Vermögensberatung helfen den Vereinen und sonstigen Vereinigungen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern gerne dabei, passende Versicherungskonzepte für ihre Mitarbeiter zu entwickeln. Und jeder Betroffene sollte seine Vereinigung fragen, ob ausreichende Absicherung besteht. Denn schließlich sollte das Ehrenamt gefördert und nicht bestraft werden.


Kommentare für diesen Artikel (10)

  1. Sebastian Meysel, 16. August 2010 um 10:19 Uhr

    Als ehrenamtlicher Helfer im THW lese ich so was natürlich gern. Da muss ich doch gleich mal die örtiche Führung darauf ansprechen 🙂

  2. Tobias Kugler, 16. August 2010 um 21:14 Uhr

    Ehrenamt ist wirklich wichtig…. deshalb bin ich der Meinung es sollte den Leuten die ehrenamtlich arbeiten so leicht wie möglich gemacht werden!

    Also vorher informieren dann kann man unbeschwert loslegen!

    Viele Grüße vom Vermögensberater aus Bad Waldsee
    Tobias Kugler

  3. Hans Meiser, 17. August 2010 um 10:41 Uhr

    Statt hier die Leute zu verunsichern, sollten Sie bei der Wahrheit bleiben: Zumindest im Sportbereich sind alle Vereinsmitglieder über die DSB-Versicherung abgesichert.

    Also nix als Panikmache – wahrscheinlich wollen Sie nur die Vereinsmitglieder abklappern.

  4. , 17. August 2010 um 13:24 Uhr

    @ Hans Meiser

    Abgesehen von Ihrer leicht umgangssprachlichen Wortwahl – wir leiten Ihre “netten Grüße” weiter an die Tageszeitung Die Welt, die wir in unserem Blogbeitrag zitiert haben.

  5. Lutz Eska, 17. August 2010 um 14:31 Uhr

    @Hans Meiser

    Im Bereich der Haftpflichtversicherung sind ehrenamtliche abgesichert durch eine Vereins- bzw. Betriebshaftpflicht, soweit eine vorhanden.
    Anders sieht das im Bereich Unfallversicherung aus. Im folgenden eine Auflistung von ehrenamtlich tätigen, die in diesem Bereich nicht abgesichert sind:
    -ehrenamtlich Tätige in Rettungsunternehmen,
    -ehrenamtlich Tätige in öffentlichen Einrichtungen, deren Verbänden und Arbeitsgemeinschaften sowie in öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften und im Bildungswesen,
    -Ehrenamtliche in der Wohlfahrtspflege,
    -Ehrenamtliche in landwirtschaftsfördernden Einrichtungen,
    -Ehrenamtliche, die wie Beschäftigte tätig sind (z. B. ein Vereinsmitglied, das beim Neubau eines Vereinshauses freiwillig tätig ist),
    -Personen, die in Vereinen oder Verbänden im Auftrag oder mit Zustimmung von Kommunen freiwillig tätig werden. Im Auftrag werden die Engagierten tätig, wenn es sich um ein eigenes Projekt der Gemeinde handelt, z. B. Schulvereine übernehmen die Renovierung von Klassenzimmern oder Anwohner/-innen bauen einen Kinderspielplatz.
    -Gewählte Ehrenamtsträger in gemeinnützigen Organisationen: Gemeinnützige Vereine können für ihre gewählten Vorstände, Kassenwarte o. Ä. auf freiwilliger Basis eine Unfallversicherung abschließen.
    Freiwillig Engagierte, die sich in Gremien von Arbeitgeber/-innen und Arbeitnehmer/-innen ehrenamtlich engagieren.
    Panikmache oder nicht? Entscheiden Sie selber, Herr Meiser.

  6. Harri Schultze, 17. August 2010 um 16:38 Uhr

    @Hans Meiser:

    Sie spielen wahrscheinlich auf den sehr sehr eng gefassten Unfallversicherungsschutz an, der seit 2004 für die Ehrenamtler gesetzlich besser geregelt ist.

    Ohne hier eine Individualberatung machen zu wollen oder “Panikmache” zu betreiben:

    Was ist mit “Wegeunfällen” des Ehrenamtlers, wie sieht die Deckung der Vereinshaftplicht aus, gibt es eine Veranstaltungshaftpflicht für nicht Satzungsgemäße Veranstaltungen und reicht die Deckungshöhe im Schadenfall und und….

    Diese Themen sind keinesfalls einheitlich oder gesetzlich detailliert geregelt. Hier sollte immer eine individuelle Prüfung für die Ehrenamtler und insbesondere die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder erfolgen (die ihren Kopf im Schadenfall ja wie ein Geschäftsführer oder Vorstand eines Unternehmens hinhalten müssen).

    Zu unterstellen, dass das schon alles automatisch geregelt ist, weil in Deutschland ja alles geregelt ist, kann eine sehr teure Gutgläubigkeit werden.

    Wer vor lauter Misstrauen gegenüber der Versicherungsbranche von einer ausführliche Prüfung der Risiken durch einen Fachmann abrät, dem empfehle ich zumindest eine gute Vermögensschadenhaftplichtversicherung für sich selbst 😉

  7. Ralf Cormaux, 18. August 2010 um 08:54 Uhr

    @Hans Meiser

    Hallo Herr Meiser,

    zunächst Gratulation zu dem, wie ich vermute, sehr einfallsreichen Pseudonym, um sich anonym unqualifiziert äußern zu können. Es gehört schon ein gewissener Mut dazu sich offen zu äußern mit seinem echten Namen. Falls ich Ihnen bezüglich des Pseudonyms Unrecht tue, entschuldige ich mich vorsorglich schon einmal dafür. Mit meinem Namen kann ich mich nicht so leicht verstecken bzw. anonym bewegen. 😉

    Wie Herr Dr. Lach schon schrieb, handelt es sich um ein Zitat. Zur Erklärung habe ich Ihnen einfach den ersten Satz aus Wikipedia herausgesucht: Ein Zitat (das; -[e]s, -e; zu lateinischem citatum, 2. Part. von citare, herbeirufen) ist eine wörtlich übernommene Stelle aus einem Text oder ein Hinweis auf eine bestimmte Textstelle.

    Weiter möchte ich mich nicht auf Ihr beleidigendes und auch noch anonymes Niveau herunter begeben. Sie sorgen leider dafür, dass Mitmenschen sich nicht ausreichend absichern und auch gar nicht erst informieren. Sofern Sie Auto fahren, lassen Sie dieses sicher auch regelmäßig inspizieren. Außerdem sind ältere Autos auch meist nicht mehr auf dem Stand der aktuellen Sicherheitstechnik.

    Auch in der Vergangenheit zeichnete sich dieser log dadurch aus, auch falsche Informationen, z.B. aus den Zeitungen, zu kritisieren und vermeintliche Experten zu enttarnen.

    Darüberhinaus habe ich mir die Mühe gemacht, das Wort DSB-Versicherungen zu googlen. Hierbei stieß ich u.A. auf die Seite http://www.saengerkreis-unterwesterwald.de/versicherung.htm. Auf diesem Versicherungsmerkblatt können Sie die Versicherungssummen der Versicherungen der Chorverbände und Vereine im Sängerbund Rheinland-Pfalz e.V.hervorragend nachlesen.

    Rund 1 Million Euro für Personen- und Sachschäden sowie sage und schreibe 2.600 Euro für Vermögensschäden in der Haftpflichtversicherung sind sicher nicht zeitgemäß und sie gelten auch nur für satzungsgemäße Veranstaltungen (siehe Beitrag von Harri Schultze). Stellen Siee sich vor, ein Verantwortlicher muss für die Verkehrssicherungspflichtverletzung einer von ihm organisierten Veranstaltung haften, die tragisch endet. Selbst wenn diese nicht das Ausmaß einer Loveparade hat, so kann dies finanziell, dramatische Folgen für den Verantwortlichen nach sich ziehen. Außerdem eine Rechtsschutzversicherungssumme von 25.565,00 Euro je Rechtsschutzfall. Das reicht sicher in den meisten Fällen nicht einmal für die ersten Gerichtskosten. Die Unfallabsicherungssummen sind jedoch wirklich erstaunlich: 7.680,00 Euro für den lnvaliditäfsfall sowie 2.560,00 Euro für den Todesfall. Mit der Invaliditätsleistung kann ich wohl kaum mehr als 2-3 Monate finanziell überleben geschweige denn behinderten gerecht umbauen. Auch die Todesfallleistung reicht wohl gerade so aus, um den Beerdigungskaffee zu bezahlen.

    Selbst wenn die vorgenannte Absicherung des Sängerbundes im Internet nicht auf dem aktuellsten Stand sein sollte, weil inzwischen nachgebessert wurde, sind solche Absicherungssummen sicherlich keine Seltenheit in Vereinen, sofern überhaupt eine besteht.

    Gerne stellen meine Kollegen und ich, ihre, ja auch Ihre Herr Meiser, Vereinsabsicherung auf den Prüfstand und beraten sie gern über sinnvolle Absicherungssummen. Hier ist dringender Bedarf für Ehrenamtler/innen. Interessierte Betroffene melden sich gerne einfach bei mir unter 02154/6064860 oder ralf.cormaux@dvag.de.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux

  8. Ralf Cormaux, 18. August 2010 um 09:37 Uhr

    @hans Meiser

    Gerade ist mir noch etwas aufgefallen. Den Deutschen Sportbund (DSB) gibt es laut Wikipedia gar nicht mehr seit 2006. Es ist nun der DOSB (Deutscher Olypischer Sportbund). Die von Ihnen genannte Abkürzung bezieht sich also vermutlich auf den Deutscher Sänger Bund. Sollten Sie also Ihre Informationen aus einer Police haben, wo noch DSB draufsteht, könnte es sein, dass Sie alten Informationen erlegen sind. Denn der Sängerbund glänzt wohl kaum mit seinem Sportbereich, wie Sie es nennen.

    Da ich eher zu den etwas lustigeren Menschen zähle und auch wenn es etwas umgangssprachlich erscheint, möchte ich hierzu ein Zitat (die Definition dazu steht weiter oben) von dem tollen Comedian, Dieter Nuhr, erwähnen: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“ Ich hätte mich sicherlich auch gewählter artikulieren können, allerdings fand ich das Zitat so treffend. 🙂

    Eins noch Herr Meiser. Ich kritisiere ebenfalls sehr gerne Branchenvertreter unserer Branche, die sich auch unqualifiziert äußern und betrachte vieles sehr kritisch. Das hat mich vor 1996 imerhin drei Jahre davon abgehalten, als Vermögensberater aktiv zu werden. Schlecht oder nur oberflächlich informierte Menschen bestätigen mir jedoch immer wieder, wie gesellschaftspolitisch wichtig unsere Aufgabe als Vermögensberater ist. Natürlich gehören auch andere seriöse Berater unserer Brache dazu, die Ihren Teil der Aufgabe hervorragend erfüllen.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux

    http://www.cormaux.de

  9. Ralf Cormaux, 20. August 2010 um 09:46 Uhr

    Da ich zu den Menschen gehöre, die alles immer genau wissen wollen, habe ich den DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) angeschrieben und auch schon eine Antwort erhalten. Das Ergebnis ist, dass der DOSB keinen Versicherungsschutz für Sportvereine bietet, sondern die LSB´s (Landessportbünde) einzeln dafür verantwortlich sind und auch jeweils einen unterschiedlichen Schutz anbieten. Stellt sich mir die Frage, woher weiß Herr Meiser, dass alles gut ist. Hat er alle LSB´s angeschrieben?

    Ich recherchiere weiter und nähere Infos folgen, sobald ich Antwort habe.

    Gruß vom Vermögensberater aus Willich und Tönisvorst
    Ralf Cormaux

  10. Ralf Cormaux, 20. August 2010 um 10:24 Uhr

    der lsb war ganz schnell und hat mir eine pdf-datei gesandt. zunächst ein kompliment an den lsb auch in bezug auf die absichung, die bedeutend besser als die beim dsb (deutscher sängerbund) zu sein scheint.

    das erste, was mir auffiel: wie lange reichen wohl 2,6 millionen in der haftpflicht, wenn ein ehrenamtlicher verantwortlicher bei einer veranstaltung einen fehler gemacht habe, der mehrere personen schädigt (siehe loveparade). die deckung finde ich nicht zeitgemäß. außerdem steht in den bedingungen, dass nur satzungsgemäße veranstaltungen versichert sind. wie zählt also, z.b. eine karnevalsveranstaltung? das wäre dann wohl im einzelfall zu klären.

    schlüsselverluste abzusichern bis 1.250 euro scheinen auch nicht gerade ausreichend für den schlüsselverlust bei einer schließanlage in einem sportkomplex. die möchte ich nicht übungsleiter ohne entsprechenden privaten schutz sein. die aachen münchener sichert schon 25.000 euro in der privathaftpflicht ab.

    die unfallversicherung ist ohne progression und somit im vollinvaliditätsfall eine ergänzung aber kein kompletter ersatz für eine private absicherung.

    auch die absicherungssummen in der krankenversicherung (50 euro für brillen, 40 % zahnersatz bis zu max. 2.600 euro je schadensfall (die kosten für implantate können da schnell um einiges höher liegen) sind nicht herausragend.

    fazit: private absicherung ist wichtig und notwendig auch für diejenigen, die denken, der verein regelt schon alles. außerdem bezieht sich der schutz ja wirklich nur auf vereinsaktivitäten. noch schlimmer sieht die situation sicherlich in vielen nicht-sportvereinen aus.

    ehrenamtler, übungsleiter oder vereinsmitglieder, die sich gerne näher dazu von mir informieren lassen möchten, dürfen sich gerne bei mir melden. ralf.cormaux@dvag.de oder 02154-60604860.

    gruß vom vermögensberater aus willich und tönisvorst
    ralf cormaux